Sie sind Zeit ihres Bestehens nie über den Status eines Kult-Phänomens hinausgekommen. Trotzdem werden Galaxie 500 im Indierock-Kosmos bis heute hartnäckig als wichtiger Einfluss genannt. Mehr als zurecht, wie die jetzt erschienenen Wiederveröffentlichungen ihrer drei Alben belegen.
Die Geschichte von Galaxie 500 ist schnell erzählt: Gegründet im Dunstkreis der Harvard University im US-Staat Massachusetts, brachte das Trio 1988 mit «Today» sein Debüt heraus. In den beiden Jahren darauf folgten «On Fire» und «This Is Our Music» - jeweils beim legendären Label Rough Trade. Quasi gleichzeitig mit dessen Ende aus finanziellen Gründen trennten sich auch Galaxie 500 im Jahr 1991.
Was macht die Musik des Trios zu etwas derart anhaltend Speziellem? Galaxie 500 haben als eine der ersten Indie-Bands Rockmusik gespielt, ohne zu rocken - und damit eine fast greifbare Stimmung erzeugt: Die drei Alben sind mehr oder weniger von A bis Z die klanggewordene Ruhe vor dem Sturm, der jederzeit losbrechen könnte.
Zur gleichen Zeit drehten Gruppen wie Dinosaur Jr., Mudhoney oder die frühen Nirvana die Verstärker auf 10 und traten die Fuzz-Pedale ihrer Gitarren voll durch. Dagegen boten Galaxie 500 scheinbar regungslos heruntergespielte und dabei simpelst arrangierte, immer etwas verhallte und teils quälend langsame Songs an.
Damit erregte das Trio, aus dem später die Bands Luna und Damon & Naomi hervorgingen, am Vorabend einer Explosion namens Grunge nur vergleichsweise geringes Aufsehen. Dafür wird es heute umso häufiger als Vergleich herangezogen - etwa wenn von Dreampop-Bands wie Beach House die Rede ist. Auch sogenannte Slowcore-Acts wie Low haben ihre Galaxie-500-Alben gehört.
Wenn auf diesen der sprichwörtliche Sturm in seltenen Momenten dann doch einmal losbricht, dann nicht als reinigendes Gewitter, sondern als kurzer Schauer - in Form eines ziellosen Gitarrensolos etwa. Ein perfektes Beispiel dafür ist ein Cover von New Orders Debütsingle «Ceremony» - als Bonusstück vertreten auf «On Fire».
Die Tatsache, dass jede der drei Wiederveröffentlichungen mit einem ganzen Packen an Extra-Material daherkommt, ist das Verdienst des Labels Domino. «Today» enthält die Raritätensammlung «Uncollected», «On Fire» sämtliche «Peel Sessions» der Band. Und «This Is Our Music» wurde um «Copenhagen» ergänzt, ein Mitschnitt des letzten Galaxie-500-Konzerts auf europäischem Boden.
Kommentare powered by Disqus. Unsere Nutzungsbedingungen.





