Gerichtsgefechte und Wettrüsten zwischen Cupverteidiger Alinghi und Herausforderer BMW Oracle Racing auf Hightech-Niveau hätten insgesamt rund eine halbe Milliarde Euro verschlungen. Gleichzeitig sagte Schümann der Deutschen Presse-Agentur dpa: "Die Attraktivität des Cups hat offenbar nicht gelitten. Der Wettkampf spitzt sich jetzt auf zwei oder drei Rennen zu das ist schon sehr, sehr spannend."
Der zweimalige Cup-Sieger ist parteiisch: "Meine Sympathien gehören Alinghi. Nicht nur, weil ich von dort komme, sondern auch, weil sie einen höheren Anspruch haben und mehr unter den gerichtlichen Auseinandersetzungen leiden."
Am 8. Februar beginnt die Seeschlacht zwischen den Schweizern und den Amerikanern. Gesegelt wird auf Mehrrümpfern im Modus "Best of three" - wer zuerst zwei Siege verbuchen kann, gewinnt. "Weil die Boote so unterschiedlich sind, kommt der ersten Begegnung eine sehr große Bedeutung zu. In Abhängigkeit von den Windverhältnissen werden wir schnell sehen, wer welche Schokoladenseiten hat", sagte Schümann.
Deutschen America's-Cup-Bemühungen habe der seit zweieinhalb Jahren währende Streit zwischen Alinghi und BMW Oracle Racing ebenso sehr geschadet wie das daraus resultierende Aus für alle anderen potenziellen Cup-Teams. "Wir hatten es bei der letzten Auflage erstmals geschafft, teilzunehmen. Zwar auf bescheidenem Niveau, aber es war ein Anfang. Wenn der Cup jetzt irgendwann einmal wieder in entspannte Fahrwasser segelt, stehen wir wieder bei Null."
Doch der 55 Jahre alte Schümann hat den Traum von einer starken deutschen Cup-Kampagne noch längst nicht aufgegeben. "Es ist immer noch mein Ziel, einem deutschen Team an den Start zu helfen und erfolgreich zu sein." Ob es eine Chance dazu gibt, hängt auch vom Ausgang des Duells vor Valencia und dem Ergebnis ausstehender Richtersprüche ab.




