ln-online/lokales vom 09.02.2010 00:00
Roben, Reden und viele Auszeichnungen
Lübeck – Elegante Roben statt Pullover und Jeans. Schließlich ging es nicht auf den Fußballplatz sondern ins noble Columbia-Hotel nach Travemünde. Der Schleswig-Holsteinische Fußball-Verband hatte seine „Familie“ an die Ostsee zum Neujahrsempfang in den Historischen Ballsaal geladen.Im Mittelpunkt stand die Auszeichnung des Fußballers und der Fußballerin des Jahres 2009. Michael Holt von Holstein Kiel siegte mit 209 Stimmen vor seinem Vereinskameraden Michael Frech (195) und dem Lübecker Rolf Martin Landerl (154). Bei den Frauen setzte sich Nina Jokuschies (Holstein Kiel/Hamburger SV) mit 212 Stimmen gegenüber Gaitana Lippert (FFC Oldesloe/204) und Rachel Pashley (Holstein Kiel/177) durch. Abgestimmt haben organisierte Sportjournalisten im Norden, die Leser der größten Tageszeitungen und eine Experten-Jury.
„Das ist eine besondere Ehre“, freute sich Holt, der in der Dritten Liga schon elf Tore für die „Störche“ geschossen hat. Während Holt und Frech trotz eines Testspiels frei bekamen und den Preis entgegen nehmen konnten, fehlte Landerl als einziger. „Rolf ist in guter Verfassung sehr viel für uns wert“, sagte Trainer Peter Schubert. „Deshalb musste er gegen Neumünster spielen. Das war mit dem Verband so abgestimmt.“ Laudator Tobias Kruse rügte das Fehlen des Österreichers mit launigen Worten: „Beim nächsten Neujahrsempfang muss er ein Referat halten: Von der Mozartkugel bis zum Lübecker Marzipan.“ SHFV-Boss Hans-Ludwig Meyer ergänzte: „Es wäre schön gewesen, wenn es der VfB so wie Holstein gemacht hätte.“ VfB-Präsident Wolfgang Piest nahm für Landerl die Preise (Pokal, Blumen) entgegen und meinte: „Ich habe die Entscheidung der sportlichen Leitung überlassen.“
Im Gegensatz zur Frauen-Gewinnerin Nina Jokuschies, die im Sommer von Zweitligist Kiel zum Bundesligisten HSV gewechselt ist, hielt die Zweitplatzierte Gaitana Lippert ihren FFC Oldesloe seit Vereinsgründung im Jahr 2000 die Treue. „Nur für den Fußball gebe ich nicht alles auf“, sagte die 25-Jährige, die beim Arbeitsamt in Hamburg tätig ist. „Der Sprung in die erste Liga ist gewaltig. Ich möchte mit Oldesloe die Klasse sichern und weiter dort spielen.“ Über ihre Auszeichnung freute sie sich sehr: „Das ist eine große Ehre für mich.“
Neben der Sportler-Wahl wurden auch vier Journalisten beim Artikel-Wettbewerb ausgezeichnet. Christian Jessen (Nordsport) gewann den ersten Preis vor Sven Hornung (KN), Lothar Kullack (LN) und Gerd Müller (KN).
Für die gute Musik sorgte die Band Stay Tuned von der Lübecker Musikhochschule und die Bläser-Sektion. Bissige und witzige Comedy präsentierte das Duo „Doppelpass“. Vielleicht unbewusst trat Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe bei seiner kurzen Rede ins Fettnäpfchen, der sich den „Sonntag ans Bein gebunden hat“ und bei der „Sportstadt Lübeck“ zunächst die Handballer und Segler nannte und erst dann die Fußballer erwähnte. Da wurden einige Gäste schon unruhig. Saxe drückte die Hoffnung aus, dass der VfB wieder an bessere Zeiten anknüpfen möge: „Alles Gute für die Zukunft.“ pwd/jr.
In den letzten 7 Tagen schon 10 mal gelesen - zuletzt am 17.03.2010 um 06:21.
Andreas Asylanti schrieb am 09.02.2010 18:20:
Trat Saxe wirklich ins Fettnäpfchen, wenn er sagte: Den Sonntag habe ich mir ans Bein gebunden.
Eigentlich hätte er als Pfeifenraucher sagen müssen: Den V f B Lübeck kann ich in der Pfeife rauchen.....über 1 Mio sind hin für die Stadt und Bürger als Forderungsverzicht...abfeiern in Robe
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