Von Peter-Wulf Dietrich
Hamburg – Es war ein gelungener Einstand. Ramazan Yildirim feierte in seinem ersten Punktspiel als Trainer des VfB Lübeck einen völlig verdienten 3:1 (1:0)-Sieg beim FC St. Pauli II. Der erfolgreiche Auftakt in die Regionalliga-Rückrunde wurde in der Tabelle mit dem Sprung auf Platz 13 belohnt. Eine ordentliche Leistung reichte gegen mäßige Hamburger, die mit fünf Profi-Leihgaben angetreten waren.
„Wir wollten die drei Punkte unbedingt – und die haben wir uns auch geholt“, freute sich Yildirim. „Die Mannschaft hat sich für die harte Arbeit in der Vorbereitung belohnt, große Leidenschaft gezeigt und ist in die Zweikämpfe gegangen. Es geht nur über eine gute Defensive.“
Der VfB bestimmte die Partie am Millerntor, machte die Räume eng, verschob gut und ließ zumindest in der ersten Halbzeit keine Chance zu. Dabei bewährte sich die Maßnahme mit Cornelius im zentralen Mittelfeld. „Er ist giftig und erobert viele Bälle“, lobte ihn Yildirim nachher. Auch Vallianos zeigte auf der neuen Position im Sturm neben Kadah seine Gefährlichkeit. Allerdings vergab der Grieche gegen seinen Ex-Klub zwei Chancen (2., 28.). Doch in der 30. Minute zappelte der Ball endlich im Pauli-Netz. Steinwarth passte von links in die Mitte, Kadah stand richtig und lupfte den Ball aus fünf Metern über Torhüter Schenk – 1:0.
Sein zehnter Treffer. Sein erster Einsatz nach einem halben Jahr Pause (Probleme im Bauchmuskelbereich und Schmerzen im linken Oberschenkel). „Es klappt wieder, Gott sei dank. Das Tor war wie eine Erlösung nach der langen Verletzungspause. Das pusht mich hoch“, sagte Kadah, der kurz vor der Pause genauso wie Steinwarth auf 2:0 hätte erhöhen können.
Das Tor fiel dann nach 52 Minuten. Ein fragwürdiges Foul von Kalla an Zekiri ahndete Schiedsrichter Seidel mit einem Strafstoß. Gebers verlud Torhüter Schenk und erhöhte auf 2:0. „Auswärtssieg“, skandierten die rund 50 VfB-Anhänger.
Genauso fragwürdig war auf der anderen Seite der Elfmeter für Pauli. Marheineke soll Kurczynski gefoult haben. Alassani verkürzte auf 1:2 (75.). „Das war eine Konzessionsentscheidung, das war kein Elfer“, meinte Marheineke nach dem Spiel. Mit seinem trockenen Humor legte er nach: „Ich bin jetzt der Sündenbock und habe das erste Gegentor 2012 auf dem Gewissen.“
Kadah (76.) und Schaffrath (77.) hätten mit ihren Chancen alles klar machen können. Stattdessen kam noch einmal unfreiwillig für den VfB Spannung ins Spiel. Torhüter Toboll lenkte Pinis Schuss an die Latte, den Abpraller köpfte Alassani neben das Tor (80.). „Das war brenzlig, das war knapp“, sagte Yildirim. Ein Unentschieden wäre ungerecht gewesen. Für die endgültige Entscheidung sorgte Cornelius, der einen Konter im Alleingang zum 3:1 abschloss (88.). Vom rechten Innenpfosten flog der Ball ins Netz.
„Das war ein guter Start, aber nicht mehr. Wir haben noch Luft nach oben“, ordnete Schaffrath den Sieg ein. „Wir haben taktisch gut im 4-4-2-System gestanden und immer die Übersicht behalten“, betonte Kapitän Gebers. „Wir waren sehr stark und haben alles gegeben“, ergänzte Vallianos. Heute wird am Vormittag trainiert und die Pauli-Partie analysiert. Morgen gibt Yildirim seinen Spielern frei. Ab Montag gilt alle Konzentration der nächsten Aufgabe gegen Meuselwitz am Freitag.
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