Bad Schwartau/Bornhöved – Handball-Zweitligist VfL Bad Schwartau sieht sich im Wettlauf mit der Zeit auf der Zielgerade. Bei der Suche nach einem Nachfolger für den bisherigen Trainer Tobias Schröder, der am Mittwoch völlig überraschend seinen Rücktritt aus privaten, familiären Gründen angekündigt hatte, hoffen Geschäftsführer Sven Jonas und der Sportliche Leiter Michael Friedrichs morgen Vollzug vermelden zu können. In einem weiteren Gespräch sollen die letzten offenen Punkte mit dem Top-Kandidaten geklärt werden.
„Er würde alle wichtigen Kriterien unserer Checkliste erfüllen“, hofft Friedrichs auf eine Einigung. In den vergangenen Tagen hatte er zu drei Trainern Kontakt aufgenommen und war, so der Sportliche Leiter, „bei allen auf Interesse“ gestoßen. Er betont: „Wir haben ganz bewusst keine Namen durchs Dorf getrieben und wollen die Sache auch weiterhin ganz seriös abwickeln. Erst wenn die Tinte unter dem Vertrag trocken ist, werden wir den Namen preisgeben.“
Klar scheint, dass die VfL-Zweite ihren Trainer Mirko Baltic voraussichtlich behält. Denn Friedrichs ließ sich entlocken, dass er am Freitag zu einem „Geheimtreffen“ nach Hamburg gefahren war, um sich „auf halber Strecke“ mit dem Unbekannten zu treffen. Damit dürfte auch der Rendsburger Kai Nielsen, der bei Drittligist Tarp-Wanderup sein „Händchen“ für junge Spieler bewiesen hatte, aber zum Jahreswechsel ausgestiegen war, als Top-Kandidat ausfallen. Bliebe als Möglichkeit noch Goran Suton, der in Lauterbach erfolgreich arbeitete, dann über Regionalligist Vogelsberg zu Drittligist Eintracht Baunatal wechselte, dort aber Ende Oktober ausschied.
„Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir den Neuen schon am Montag beim abendlichen Training der Mannschaft vorstellen können“, gibt sich Geschäftsführer Sven Jonas ungleich euphorischer als Friedrichs. Immerhin: Aktuelles Anschauungsmaterial von seinem neuen Team bekäme der Coach mitgeliefert. Denn das gestrige Testspiel vor 150 Zuschauern in Bornhöved gegen den dänischen Erstligisten Sønderjysk Elitesport ließ der VfL auf Video aufnehmen.
An der Linie coachte noch einmal Tobias Schröder das Team und stellte nach dem 34:36 (16:18) fest, dass „die Deckung schon recht gut gearbeitet“ habe. Teilweise seien auch die Angriffe gut gespielt worden, das Kreisspiel über Rückkehrer Martin Zeschke (nach Fingerbruch) habe sich als zusätzliche Qualität gezeigt. „In einigen Phasen waren wir noch unaufmerksam und die Spritzigkeit hat gefehlt“, sah Schröder zwar auch. Aber das „Loch“ am Ende der intensiven Vorbereitung sei normal, so der scheidende Coach.
Sein Nachfolger findet also ein Team vor, dass sich gut vorbereitet zeigt auf den Abstiegskampf in der eingleisigen 2. Liga. Nun muss er nur noch unterschreiben. ing/jek
VfL: Panzer (1. HZ), Mahncke (2. HZ) – Tretow (9), Zeschke (6), Schliedermann (4), Schult, Podpolinski (je 3), Dombrowski, Reiter (je 2), Hinrichsen, Märtner, Wagner, Hansen, Todosijevic (je 1).
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