Lübecker Nachrichten: Worüber spricht man als Trainer bei einer solchen Übergabe?
Torge Greve: Wir sind vom Allgemeinen ins Spezielle geraten, haben über die Dinge gesprochen, die gut funktionieren, die ich deshalb bei den Spielern festigen und weiter verinnerlichen will. Ich will die Arbeit von Tobi fortsetzen, zunächst nichts Neues einbringen, um keine Verunsicherung zu erzeugen.
LN: Wie wird der Übergang erfolgen? Sitzt Tobias Schröder am Sonnabend gegen Düsseldorf vielleicht sogar noch mit auf der Bank?
Greve: Nein. Er hat mir aber angeboten, jederzeit mit Rat und Tat zur Verfügung zu stehen. Wir werden sicher noch viele Gespräche führen. Er war immerhin fast zwei Jahre hier, weiß, wie die Jungs ticken.
LN: Was wissen Sie schon über die Spieler?
Greve: Ich weiß, dass das Team definitiv besser ist, als es dasteht. Das gilt es jetzt abzurufen. Ich kenne das Gros seit Jahren aus den Duellen mit Altenholz. Viele habe ich auch privat in der Handballszene getroffen. Das sind charakterlich alles gute Leute, die alles geben. Das gilt es jetzt in Punkte umzusetzen.
LN: Wie?
Greve: Indem wir die gute Arbeit der letzten Monate fortführen, mit klaren Ansagen, wie Tobi es gemacht hat. Das wird zum Erfolg führen, und dann ist auch das Selbstvertrauen bei den Spielern schnell wieder voll da.
LN: Der sportliche Leiter Michael Friedrichs hat Ihre Erfahrung im Abstiegskampf als Qualität herausgestellt. Worauf kommt es an in einer solchen Situation?
Greve: Das Wichtigste sind Wille und Einsatzbereitschaft. Mit Schönspielerei oder Eitelkeiten einzelner Spieler kommt man nicht ans Ziel. Es muss klar sein, dass letztlich alle in der Mannschaft am Erfolg gemessen werden.
LN: Und das ist schon alles?
Greve: Natürlich nicht. Man muss vor allem auf die eigenen Stärken vertrauen und dennoch in der Lage sein, auf alles zu reagieren, was der Gegner macht. Ich weiß, dass das mit dieser Mannschaft geht.
LN: Also besteht kein Bedarf an neuen Spielern?
Greve: Absolut nicht.Der Kader ist stark genug, zumal die Verletzten jetzt auch zurück sind. Neue Spieler kosten zudem Zeit, sie bringen Unruhe.
LN: Als Lehrer werden Sie nur abends beim Training sein können. Entfallen die Einheiten am Vormittag?
Greve: Nein, die fünf Abendeinheiten reichen zwar für die taktische Mannschaftseinstellung, aber das Athletik- und Wurftraining werden durch Uwe Wilts und wohl auch Mirko Baltic abgedeckt.
LN: Sie haben ihren Trainerjob bei Drittligist Altenholz aufgegeben, um zu einem Klub zu wechseln, der im Sommer ebenfalls drittklassig sein könnte . . .
Greve: Das habe ich bedacht, aber selbst wenn es so kommen sollte, sind die Strukturen, die Rahmenbedingungen hier ungleich professioneller, so dass man erfolgversprechend weiterarbeiten könnte. Aber entscheidend war, dass ich sicher bin, mit dieser Mannschaft nicht abzusteigen.
Interview: C. Schlichting
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