Lübeck – Wenn der VfL-Bus heute um 11.30 Uhr gen Hamm rollt, wird auch Marcel Schliedermann mit an Bord sitzen. Und das nach einem kurzen Gastspiel bei seinem eigentlichen Verein HSV Hamburg. Nach mehr als zwei Monaten durfte der 21-Jährige beim Meister wieder einmal ran und dabei sogar Champions- League-Luft schnuppern. Trainer Jens Häusler schickte Schliedermann beim 27:27 gegen den slowenischen Meister Koper die letzten Minuten als Spielmacher aufs Parkett, doch Akzente konnte er dabei keine setzen.
„Es war aber schon ein gutes Gefühl, wieder mal dabei gewesen zu sein“, gestand „Schlieder“, dessen Tanz auf zwei Hochzeiten sich ohnehin mehr und mehr gen Schwartau verschiebt. Beim HSV trainiert er nur noch einmal pro Woche, die restliche Zeit ist er in Schwartau.
„Das Hin und Her, der Spagat mit dem Doppelspielrecht und dem Training, ist nicht ganz einfach“, gibt das talentierte Kraftpaket zu. Er könne sich dies trotzdem in der nächsten Saison noch einmal vorstellen, „weil es Spaß macht“. Bis 2014 hat er Vertrag beim HSV, doch seine Spielwiese ist beim VfL.
Auch heute ab 19 Uhr beim ASV Hamm-Westfalen. „Wir haben jetzt mit zwei Heimsiegen Schwung aufgenommen, da geht was“, ist Schliedermann überzeugt. Die 27:40-Klatsche aus dem Dezember 2009 ist vergessen.
Der VfL will nach dem TV Bittenfeld, der auswärts 104 Tage unbesiegt war, die nächste Serie killen. Hamm ist seit 129 Tagen, seit dem 24:25 gegen Erlangen Mitte Oktober, daheim unbezwungen. Mehr noch: Seit Manager Kay Rothenpieler von Maik Machulla das Traineramt übernommen hat und der israelische Spielmacher Chen Pommeranz zurückgekehrt ist, geht es beim ASV aufwärts. Fünf Punkte fehlen nur noch zum Aufstiegsplatz.
„Dass wir aber unbedingt hoch wollen, ist Quatsch“, sagt Torhüter und Fanbeauftragter Torsten Friedrich, „die Erfahrung aus dem Vorjahr, als wir finanziell fast den Heldentod gestorben sind und eine Klatsche nach der anderen bekommen haben, hat allen gereicht.“ Der Schnupperkurs erste Liga – in Hamm war er lehrreich. „Die erste Liga hat funktioniert, aber die Langfristigkeit muss für so ein Projekt gewährleistet werden“, sagt ASV-Geschäftsführer Franz Dressel.
Das hängt auch von „Mr. ASV“, Kay Rothenpieler, ab. Der Trainer- Manager (Friedrich: „Er ist der Verein“) soll beim Erstligisten N-Lübbecke Trainer Markus Baur beerben. Heute soll die Entscheidung bekannt gegeben werden. jek
Gestern spielten: Potsdam - Nordhorn-L. 27:23, Bittenfeld - Rheinland 25:24.
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