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dpa/online
vom 25.08.2009 16:31
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Michael Jackson starb an Propofol-Überdosis
Genau zwei Monate nach dem Tod des «King of Pop» steht fest, dass Michael Jackson ein Narkosemittel zum tödlichen Verhängnis wurde. Fraglich ist noch, ob der Klärung der Todesursache eine Anklage wegen fahrlässiger Tötung oder Totschlags folgen wird.

Ein Bericht der Gerichtsmediziner, den die «Los Angeles Times» in Auszügen vorstellte, macht eine Überdosis des starken Anästhesiemittels Propofol für den Tod des Superstars am 25. Juni verantwortlich. Jackson war wenige Tage vor Beginn seiner Comeback-Konzertreihe an Herzversagen gestorben. Er wurde 50 Jahre alt.

Das 32-seitige gerichtsmedizinische Dokument steht im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen Jacksons Privatarzt Conrad Murray. Er hatte dem Sänger das Mittel nach einer schlaflosen Nacht gespritzt. Rechtsexperten spekulierten in den US-Medien, dass nun eine Anklage wegen eines Tötungsdelikts zu erwarten ist. Star-Anwalt Roy Black erklärte am Dienstag in der Fernsehsendung «Good Morning America»: «Für mich gibt es keinen Zweifel, dass er (Dr. Murray) angeklagt wird».

Derweil wies Murrays Anwalt, Ed Chernoff, einige Punkte in dem Schriftstück als falsch zurück. «Vieles ist Polizei-Theorie», sagte Chernoff. Einige der Aussagen, die Murray zugeschrieben wurden, habe der Arzt nie gemacht.

Dem Schriftstück zufolge hatte der Kardiologe dem unter Schlaflosigkeit leidenden Sänger über viele Wochen hinweg täglich Propofol in einer Dosierung von 50 Milligramm gegeben. Das starke Betäubungsmittel wird normalerweise nur in Krankenhäusern gespritzt und erfordert die ständige Überwachung des Patienten.

Aus Angst vor einer wachsenden Abhängigkeit habe er die Dosis kurz vor Jacksons Tod reduziert und ihm zusätzlich andere Schlaf- und Beruhigungsmittel verabreicht, teilte Murray laut den Dokumenten der Polizei mit. In der Nacht vor Jacksons Tod habe er zunächst auf Propofol verzichtet und dem Superstar Valium und andere Medikamente gegeben. Jackson habe aber mehrfach um das Narkosemittel gebeten und am Ende 25 Milligramm Propofol erhalten.

Murray war nach eigenen Angaben nur für wenige Minuten aus dem Zimmer gegangen. Bei seiner Rückkehr habe der Patient nicht mehr geatmet. Sowohl Murrays als auch spätere Wiederbelebungsversuche im Krankenhaus scheiterten. Das «People»-Magazin hob hervor, dass Murray 82 Minuten verstreichen ließ, bis er über die Notrufnummer 911 Hilfe rief. Die Polizei fand anhand der Liste seiner Gespräche übers Mobiltelefon, dass er vor dem 911-Ruf drei Telefonate von insgesamt 47 Minuten geführt hatte.

Ein Sprecher von Jacksons Familie teilte laut «USmagazine.com» mit, dass die Angehörigen «volles Vertrauen» in den Rechtsweg haben und sich auf den Tag freuen, «wenn der Gerechtigkeit genüge getan wird». Uri Geller erklärte in einem BBC-Interview, dass sich Michael Jackson «langsam selbst umgebracht» habe. Er habe den Freund mehrfach wegen seines jahrelangen Medikamentenmissbrauchs gewarnt. Doch «Jacko» habe seine Mahnungen missachtet und die Medikamente als Privatsache bezeichnet, sagte Geller. «Es gab eine Zeit, in der ich Michael gesagt habe, dass er sterben wird, wenn das so weiter geht. Er hat sich selbst langsam umgebracht.»

Gleich nach dem Tod des 50 Jahre alten Sängers war Murray ins Visier der Polizei geraten. Die Ergebnisse der Autopsie von Jacksons Leiche sollen bis zum Abschluss der polizeilichen Ermittlungen unter Verschluss bleiben. Dies teilte die Gerichtsmedizin in Los Angeles Anfang August mit. Die Blut- und Gewebe-Tests seien zwar abgeschlossen, würden aber vorerst nicht veröffentlicht, hieß es damals.

Die am Montag bekanntgeworden Unterlagen zeichnen ein deutliches Bild von Jacksons starkem Medikamentenkonsum. Murray zufolge sprach der Sänger im Zusammenhang mit Propofol, einer weißlichen Flüssigkeit, von seiner «Milch». Er habe zahlreiche Einstiche in Jacksons Händen und Füßen entdeckt, doch Jackson wollte ihm darüber keine konkrete Auskunft geben, gab der Arzt zu Protokoll. Seiner Aussage zufolge war er nicht der erste Mediziner, von dem Jackson Propofol erhielt. Zwei Ärzte in Deutschland, die nicht namentlich genannt wurden, hätten ihm ebenfalls das Narkosemittel gespritzt.

Murray war seit Mai für monatlich 150 000 Dollar bei Jackson angestellt und sollte ihn auch zu seinen geplanten Konzerten in London begleiten. Der Privatarzt hat sich kürzlich erstmals seit dem Tod seines berühmten Patienten zu Wort gemeldet. In einer einminütigen Videobotschaft, die bei YouTube veröffentlicht wurde, beteuert Murray, er habe alles getan, was er konnte.


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