Sie kochen und putzen. Sie sitten Babys oder pflegen Senioren. Sie sind fleißig, eifrig - und sie sind illegal, ohne Einreisepapiere und Aufenthaltserlaubnis, wenigstens 460 000 Menschen in der Bundesrepublik. Manche Experten schätzen dieses «Schattenheer» auch auf rund eine Million.
Eine von ihnen hat ihr Schicksal erzählt, unter dem Decknamen Maria Moreno. Der Journalist Steffen Beyer hat ihre Geschichte aufgeschrieben und daraus den Tatsachenroman «Illegal - Die Geschichte einer Frau, die es offiziell nicht geben kann» gemacht. René Heisig schließlich hat die Story nach einem Drehbuch von Kit Hopkins und Thilo Röscheisen unter dem Titel «Schutzlos» für das ZDF verfilmt. Am Montag um 20.15 Uhr wird der Film ausgestrahlt.
Filmische Zutaten gibt es dabei nicht. ZDF-Redakteur Günther van Endert: «Wir haben, trotz anfänglicher kleiner Versuchung, sehr bewusst darauf verzichtet, das Ganze mit melodramatischen oder Krimi- Zusätzen attraktiv aufzuputzen.»
Illegalen-Alltag ist zu sehen, pur und naturtrüb, die ständige Angst vor Entdeckung, die kleinen Schikanen, die ungenierte Lust mancher, die Not anderer auszubeuten und sie ihre Abhängigkeit immer wieder neu spüren zu lassen.
Maria ist aus Honduras nach Deutschland gekommen, auf der Flucht vor ihrem gewalttätigen Mann. Auch ihre Kinder will sie zu sich holen. Das gelingt. Aber die Angst bleibt. Und hinter allem steht die Frage: Wann fasst man sie? Wann werden sie dann abgeschoben, wie es in ihrem Umkreis einer schwangeren jungen Frau passiert?
Die Maria spielt die geborene Chilenin Carolina Vera, mit zehn Jahren legal nach Deutschland gekommen, im Stuttgarter «Tatort» mit Richy Müller und Felix Klare die sachliche, kühl überlegene Frau Staatsanwalt. Im ZDF-Film ist sie warmherzig, sensibel, ein Opfer, eben «schutzlos« und rundum sympathisch. Wie es hier überhaupt nur sympathische Illegale gibt. Und fast durchweg nur eklige Deutsche, tyrannische Hausverwalter, zickige Arbeitgeberinnen, die eher ein Herz für Waisenkinder fern in Afrika haben als eines für die Kinder ihrer Putzfrau, lüsterne Chefs, die «nur das eine» wollen.
Einzig Peter ist etwas anders, ein Technokrat, der in seine Welt aus Zahlen und Fakten dennoch gern mal Kinderlachen dringen lässt. Matthias Brandt spielt ihn, nach den massiven Schurkenrollen seiner letzten Filme nun wieder mal der Gutmensch, bevor er dann als der neue bayerische «Polizeiruf 110»-Kommissar in den TV-Polizeidienst wechselt.
Am Tag vor dem Film, am 25. April, wird man die originale «Maria Moreno» erleben können. Im sonntäglichen «Mona Lisa»-Magazin um 18.00 Uhr wird sie Auskunft geben, allerdings stimmlich verfremdet, optisch unkenntlich gemacht. Denn zwar ist sie inzwischen mit einem Deutschen verheiratet, hier also legal zu Hause. Aber der Strafbestand einer illegalen Einreise bleibt und ist noch nicht verjährt.
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