Promis aus Filmen und Spielen sind in der "SoulCalibur"-Reihe von Namco Bandai offenbar gern gesehene Gäste: Nachdem sich im vierten Teil die "Star Wars"-Figuren Yoda und Darth Vader die Ehre gaben, wirbelt im nun veröffentlichten fünften Teil des Beat'em Ups Ubisofts Assassine Ezio durch die Arenen. Leider ist der Meuchelmörder einer der wenigen echten Neuerungen in der optisch zwar spektakulär inszenierten, inhaltlich aber dürftigen Konsolenprügelei.
Der Storymodus, einst Herzstück des Reihe, wurde auf 20 kurze Episoden eingedampft, in denen sich der junge Hitzkopf Patroklos auf die Suche nach seiner vermissten Schwester Pyrrha macht. Keine zwei Stunden dauert es, bis der Abspann zu sehen ist - und dennoch wirkt das Ganze arg zäh und aufgesetzt, was sowohl dem geringen Schwierigkeitsgrad als auch der etwas spröden Inszenierung mittels vertonter Comic-Bildchen und seltener CGI-Filmchen anzukreiden ist.
Allerdings ist es nötig, sich auf die teilweise im mittelalterlichen Bayern und Sachsen angesiedelte Bruder-Schwester-Geschichte einzulassen, um in den Genuss des "Legendäre Seelen"-Modus zu gelangen. Hier sind die Kontrahenten kein Fallobst mehr, die Kämpfe geraten zur echten Herausforderung.
Ferner werden dem Prügelspielherz Standardmodi wie Arcade, Versus, Quickmatch und Training geboten, zudem noch ein etwas langatmiger Online-Modus. Jener packt die Spieler in sogenannte Räume, bis zu sechs Zocker halten sich in einer Lobby auf. Der Haken: Es können immer nur zwei Spieler gegeneinander antreten, die anderen gucken zu. Entsprechend kann es schon einmal länger dauern, bis man zum Zuge kommt. Immerhin laufen die Matches ohne Verzögerungen ab - selbst wenn die Mitspieler in den USA sitzen.
Veteranen freuen sich über ein Wiedersehen mit alten Gesichtern, etwa dem Samurai Mitsurugi, dem Teutonen Siegfried, dem Piraten Cervantes oder der großbusigen Ivy. Auch Fanliebling Voldo hat es wieder ins Spiel geschafft. Ferner gibt es über ein halbes Dutzend Neuzugänge - neben dem bereits erwähnten Geschwisterpaar und Gaststar Ezio komplettieren unter anderem die klauenbewehrte Viola, der verfressene Stockschläger Xiba und der finstere Werwolf Z.W.E.I.. Wer will, kann sich in einem umfangreichen Editor auch einen eigenen Recken basteln, was dank unzähliger, teils schräger Accessoires und Utensilien zu recht schrägen Ergebnissen führen kann.
Alle Kämpfern gemein sind die geschmeidigen Animationen und die hohe Detailverliebtheit. Im Gegensatz zum grellbunten Vorgänger ist "SoulCalibur 5" etwas düsterer geworden, was dem Titel gut zu Gesicht steht. Wenig, aber punktuell sinnvoll geändert wurde das Kampfsystem. Zerstörbare Rüstungen gibt es nicht mehr, dafür mit den "Edge"-Angriffen besonders mächtige Attacken, die der Lebensenergieleiste des Kontrahenten mächtig zusetzen und obendrein spektakulär in Szene gesetzt sind. Generell wurde das Kampftempo erhöht, wildes Knöpfchengedrücke ist nicht mehr das ultimative Mittel zum Sieg.
Kampfspielfans mit einem Hang zu Grafik-Bombast und mittelalterlichem Kitsch können bedenkenlos zugreifen, auch wenn die Modi etwas mager ausgefallen sind und durchaus mehr Abwechslung bieten könnten. Den Ruf, ein Paradies für Button-Masher zu sein, wird die "SoulCalibur"-Reihe mit Teil fünf jedoch los.
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