Wenn am 21. Februar die Brit Awards verliehen werden, könnte Ed Sheeran zum Abräumer des Abends avancieren. Der Newcomer hat in vier Kategorien die Chance auf einen Preis und führt sogar die diesjährige Nominiertenliste an. Wie das kommt? Vor allem nicht von ungefähr: 2009 gab Sheeran allein in London mehr als 300 Konzerte, um sich einen Namen zu machen. Dass sein Durchbruch das Ergebnis harter Arbeit ist, betont der 20-jährige Singer/Songwriter auch auf seinem Debütalbum "+". Zum Glück nicht allzu oft: Die sanften Töne stehen dem talentierten Rotschopf eindeutig besser zu Gesicht als die rotzige "Ich hab's euch allein gezeigt"-Attitüde.
Rotzig? Ausgerechnet Ed Sheeran? Ja, diese Assoziation könnte etwas verwunderlich erscheinen. Zumindest für diejenigen, die bislang nur Sheerans erste Single-Auskopplung "The A Team" kennen. Die Gitarren-Ballade erzählt von einer jungen Prostituierten, der der Musiker während seiner Arbeit in einem Obdachlosenasyl begegnete, und zeigt ihn von seiner sanften Seite. Aber Sheeran kann eben auch ganz anders.
Das beweist er mit der mittelprächtigen Beatbox-Nummer "You Need Me, I Don`t Need You". Sheeran rechnet mit Managern ab, die ihn verbiegen wollten und mit Kollegen, die sich ihre Songs auf den Leib schreiben lassen. Das ist einerseits sein gutes Recht, andererseits ab einem bestimmten Punkt aber auch verdammt nervig. "I know that all my shit's cool", rappt Sheeran, bevor er stolz feststellt: "I will blast and I didn't go to Brit School." Fehlt nur noch, dass er trotzig mit dem Fuß auf den Boden stampft, wenn er solche Seitenhiebe auf erfolgreiche Kolleginnen wie Jessie J, Leona Lewis oder Kate Nash austeilt, die allesamt zu den Absolventinnen der berühmten Brit School zählen.
Die gute Nachricht ist: In diesem Ausmaß lässt Ed Sheeran auf seinem Longplayer nur ein einziges Mal Dampf ab. Seine Kernkompetenz - dessen ist sich der Durchstarter eindeutig bewusst - sind die reduzierten Balladen, in denen er das große Gefühl, das in seiner heiseren Stimme steckt, zur Geltung bringen kann. Besonders gut gelingt ihm das in Songs wie "Give Me Love" oder "Small Bumb", die zeigen, dass Titel der Marke "The A Team" kein Einzelfall im Repertoire des Künstlers sind. Ed Sheeran hat Potenzial - das hat die Jury der Brit Awards schon richtig erkannt.
Ed Sheeran auf Deutschland-Tournee:
05.03., Berlin, Heimathafen
06.03., Hamburg, Docks
08.03., München, Backstage Werk
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