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10:25 22.03.2019
Logistik ist essentiell, sagt Dr. Bernd Buchholz, Verkehrsminister Schleswig-Holsteins. Den Wert der Logistik bemerke man meist erst dann, wenn nicht mehr alles reibungslos läuft.
„Man bemerkt die Logistik erst, wenn sie fehlt“- so lautet ein geflügeltes Wort in der Logistikbranche. Denn obwohl die Logistik ein bedeutender Arbeitgeber und eine zukunftsweisende Branche ist, fehlt oft die öffentliche Wahrnehmung. Die Wirtschaft kommt ohne funktionierende logistische Prozesse im Hintergrund nicht aus, doch den wahren Wert der Logistik bemerkt man meist erst dann, wenn nicht mehr alles reibungslos läuft. Damit die Regale im Einkaufszentrum stets gut gefüllt sind und unsere Internetbestellung schnell und zuverlässig ankommt, müssen Berufskraftfahrer, Lagerarbeiter, Disponenten, IT-Spezialisten und viele weitere Beteiligte gut zusammenarbeiten. Vielfältige, wichtige Aufgaben entlang der gesamten Wertschöpfungskette müssen erfüllt werden, um erfolgreich wirtschaften zu können. Die Aufgabe des Landes dabei ist, Rahmenbedingungen zu schaffen, die diese Abläufe fördern.

Das Fundament einer erfolgreichen Logistik und zugleich die Grundlage für die Zukunftsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes ist eine gut ausgebaute Verkehrsinfrastruktur. Diesteigenden Güterströme zwischen dem Ostseeraum und Kontinentaleuropa machen die Dringlichkeit leistungsfähiger Verkehrswege besonders deutlich. Diese Landesregierung legt daher einen Schwerpunkt auf Investitionen in den Erhalt der Verkehrsinfrastruktur. Allein die Mittel für die Sanierung unseres seit Jahrzehnten auf Verschleiß gefahrenen Landesstraßennetzes haben wir auf 90 Millionen Euro hochgefahren und damit gegenüber den Vorgänger-Regierungen nahezu verdreifacht.
Um den Logistikstandort Norddeutschland zu stärken, wird zudem der Aus- und Neubau wichtiger Verkehrsachsen vorangetrieben. Mehrere Milliarden Euro werden aktuell in den Ersatzbau der Rader Hochbrücke, den Ausbau der B 404 zur A 21 sowie den Ausbau der B 5 und der A 23 investiert. Ergänzend zur Straße müssen auch auf der Schiene Engpässe abgebaut und mehr Kapazitäten für Güter- und Personenverkehre geschaffen werden. Gemeinsam mit Dänemark wird das transeuropäische Projekt des Fehmarnbelttunnels sowie seine Anbindung auf Straße und Schiene vorangetrieben.

Mit dem Ziel der Emissionsverringerung unterstützen wir die Wirtschaft außerdem bei Projekten, die die Verlagerung von Gütern auf die Schiene oder Wasserstraßen begünstigen.
Auch den Häfen in Schleswig- Holstein kommt als Drehscheibe der Logistik eine Schlüsselfunktion zu. Sie sichern den Import und Export, insbesondere von und nach Skandinavien und Osteuropa. Lübeck ist der größte deutsche Ostseehafen und bietet nicht nur ideale See- und Hinterlandanbindungen, sondern auch zukunftsfähige Logistik- und Dienstleistungsangebote. Die Häfen Kiel und Brunsbüttel sind zudem durch ihre Lage am Nord-Ostsee-Kanal für Güterverkehr- und Logistikunternehmen attraktiv. Als Verkehrsministerium achten wir darauf, dass eine funktionstüchtige und bedarfsgerecht ausgebaute Hafeninfrastruktur zur Verfügung steht. Denn erst sie ermöglicht erfolgreiches Wirtschaften. Und um die CO2-Emissionen der Schifffahrt zu verringern, ist verflüssigtes Erdgas, kurz LNG, eine vielversprechende Brückentechnologie. Darum treiben wir die Planung des ersten deutschen LNG-Terminals in Brunsbüttel mit Hochdruck voran.

Gleichzeitig gehen wir neue Wege und testen innovative Konzepte für emissionsarme und nachhaltige Transportlösungen auf dem Land. Die Fortschritte beim eHighway- Projekt auf der A1 zwischen Reinfeld und Lübeck sind für jedermann deutlich sichtbar. In wenigen Monaten werden hier die ersten Oberleitungs-Lkw fahren. Neue Erkenntnisse aus der wissenschaftlichen Begleitung des Projekts werden die ökonomische und ökologische Bewertung des Systems unter realen Verkehrsbedingungen ermöglichen.

Die fortschreitende Digitalisierung führt auch in der Logistik zu neuen Anforderungen an schnelle und zuverlässige Internetverbindungen. Eine moderne digitale Infrastruktur wird zunehmend zu einem entscheidenden Standortfaktor. Schleswig-Holstein ist in Deutschland Vorreiter beim Glasfaserausbau und strebt bis 2024 eine weitgehend flächendeckende Breitbandversorgung an.
Die Logistik muss sich dabei stets an neue Entwicklungen und Trends anpassen. Megatrends wie die Digitalisierung, der demographische Wandel, autonomes Fahren und veränderte Kundenanforderungen an Nachhaltigkeit und Umweltschutz führen auch im Logistikbereich zu Herausforderungen und Chancen. Um die Auswirkungen der globalen Megatrends auf die schleswig-holsteinischen Häfen als Teil der Logistikkette und auf die Logistikbranche insgesamt in Schleswig-Holstein zu untersuchen, hat das Wirtschaftsministerium ein Hafen- und Logistikkonzept beauftragt. Hiervon erwarte ich mir Handlungsempfehlungen für Investitionen und Weichenstellungen.

Kurzum: Wir wollen und werden den Logistikstandort Schleswig- Holstein als Brücke zu Skandinavien und im Ostseeraum auch langfristig stärken.