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Die Wirtschaft Trend zum Naturerlebnis mit einem guten Schuss Luxus
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18:31 31.03.2014

Feine Sandstrände, blaues Wasser und gemütliche Küstenorte ziehen immer mehr Urlauber in den Norden. Dabei muss es nicht immer der Aufenthalt im Hotel oder in der Ferienwohnung sein. Rund drei Millionen Touristen verbrachten ihre Ferien im vergangenen Jahr auf den Campingplätzen zwischen Nord- und Ostsee. Damit verzeichnet die Branche ein Plus von 3,4 Prozent zum Vorjahr.

Genau 69 Campingplätze listet der Verband der Campingplatzunternehmer Schleswig-Holstein (VCSH) entlang der Ostseeküste zwischen Lübeck und Kiel auf. „Die Lage direkt an der Ostsee zeichnet die meisten Plätze aus. Das ist es, was die Urlauber anzieht“, sagt Juliane König, Pressesprecherin der Ostsee Holstein Tourismus (OHT).

Zelten unter freiem Himmel, Urlaub im Wohnmobil oder Caravan ist dabei für viele Erholungssuchende das Erlebnis, der Natur wieder nah zu sein und einen puristischen Urlaub zu verbringen. Doch zu einfach darf es für einige dann doch nicht sein. Neben guter Erreichbarkeit und schöner Lage legen Campingurlauber zunehmend Wert auf Qualität und eine gewisse Bequemlichkeit. „Camping ist immer noch Trend. Die Gäste werden aber älter und erwarten mehr“, sagt Franziska Köglmeier, Geschäftsführerin des Bundesverband der Campingwirtschaft in Deutschland (BVCD).

Neuester Trend ist „Glamping“, einem Mix aus „Glamour“ und „Camping“. Beim Luxus-Camping findet man den Komfort eines Hotelzimmers mit den Attributen des Campings. Der Eurocampingplatz Zedano im Ostseebad Dahme ist der einzige Campingplatz in Schleswig-Holstein, der „Glamping“ anbietet. Hier finden die Camper „das beste aus beiden Welten“. Zwei großzügige Luxus-Safarizelte, komplett ausgestattet mit modernen Lounge-Möbeln, Küchenblock, Badezimmer mit Badewanne, bequeme Betten, Flachbildschirm und einer großen Terrasse.

Platzbetreiber Manfred Reshöft kam vor zwei Jahren auf einer Messe in Holland erstmals mit Glamping in Kontakt und fand sofort Gefallen an der Idee. Rund 20 000 Euro investierte er pro Zelt, die dabei jeder Fünf-Sterne-Unterkunft Konkurrenz machen. „Man muss Alternativen bieten“, sagt er. 630 Euro kostet eine Woche in der Hauptsaison für eine fünfköpfige Familie. „Es kommen nun auch Leute und übernachten hier, die bis jetzt nichts mit Camping am Hut hatten“, sagt Reshöft.

Eine große Auswahl an Campingplätzen findet man auf der Sonneninsel Fehmarn. 16 Campingplätze verzeichnet der VCSH dort. Einer davon ist der Campingplatz Wulfener Hals. Gerade wurde die Fünf-Sterne-Anlage mit dem Preis ADAC Best Camping 2014 ausgezeichnet. Zehn verschiedene Kategorien werden dabei vom ADAC und dem Niederländischen Automobilverband ANWB unter die Lupe genommen.

Kriterien waren unter anderem die Sanitärausstattungen, das Platzgelände, die Versorgung, Freizeitangebote und die Bademöglichkeiten von rund 5400 Campingplätzen in ganz Europa. Vier Campingplätze an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste haben dabei besonders gut abgeschnitten.

Der Campingplatz Wulfener Hals bietet mit seiner Lage alles für den perfekten Camping-Urlaub. Von drei Seiten ist man dort vom Wasser umgeben. Das zieht nicht nur Surfer und Kitesurfer an. Man versuche, immer den Trends nachzugehen. „Die Gäste möchten rundum versorgt werden. Ihnen nur den Platz und Stromanschluss zu bieten, reicht einfach nicht mehr aus“, sagt Andreas Sewald, Marketingmanager des Campingplatzes Wulfener Hals. Ein Animationsangebot, Supermarkt, Restaurants oder Bars auf dem Gelände runden das Angebot ab. „Wir sind wie eine Kleinstadt und wollen die Gäste auf dem Platz halten.“

Dabei muss man heutzutage kein eingefleischter Camping-Fan sein. „Wir haben Mietwohnwagen oder auch Ferienwohnungen im Angebot. Da können die Leute kommen und brauchen nichts mitbringen“, sagt er. Der perfekte Einstieg für Campinganfänger. Mit dem Zelt kommen heutzutage immer weniger Urlauber. „Das sind die Hardcore-Camper“, sagt Sewald.

Neu sind auch die Mobilheime, die seit der Änderung der Zeltplatzverordnung wieder auf Campingplätzen aufgestellt werden dürfen. „Sie sind größer als Wohnwagen und bieten mehr Komfort“, sagt Sewald. Der Spitzenreiter ist hier die Romantiksuite: ein 37 Quadratmeter großes Mobilheim der Luxusklasse mit eigenem Whirlpool. „Das hat alle Annehmlichkeiten eines Hotels“, sagt Andreas Sewald vom Campingplatz Wulfener Hals.

Auch der Campingplatz Rosenfelder Strand wurde vom ADAC mit fünf Sternen des Best Camping 2014 ausgezeichnet. Der von Feldern umgebene Platz liegt auf einer Anhöhe direkt an der Ostsee und hat einen eigenen Badestrand. „Camping ist ein Schritt zurück zur Natur. Es ist einfacher und stressfreier“, sagt Platzbetreiber Fritz Bormann.

Von Ende März bis Ende Oktober hat der 24 Hektar große Platz geöffnet. Die Winterzeit nutzt Bormann für Verbesserungen am Service. Gerade hat er das WLAN- Netz auf dem Platz weiter ausgebaut. „Die Leute kommen trotz Urlaub mit Tablet und Smartphones, daher müssen wir ständig aufrüsten, obwohl das hier auf dem Land nicht einfach ist.“

Seine Haupteinnahmezeit ist Juli und August, dann kommen die Familien. Für diese Klientel ist der Campingplatz besonders gut ausgelegt und bietet ein umfangreiches Animations- und Sportprogramm an.

„Da sind wir besser als so manche Hotelanlage“, sagt Bormann. Die Vor- und Nachsaison würden hauptsächlich die älteren Urlauber nutzen, viele von ihnen sind Dauercamper. „Das ist in Ordnung, die bringen Sicherheit mit“, sagt Bormann.

Anja und Achim Kuhnt vom Natur- und Familiencampingplatz Spitzenort investierten über die vergangenen Jahre in die Ausstattung ihres Platzes und konnten dafür gerade den Camping Award 2014 in Empfang nehmen. Beim europaweiten Ranking des Online Campingführers www.camping.info landete die Anlage am Großen Plöner See auf dem sechsten Platz und ist damit nicht nur bester Campingplatz Schleswig-Holsteins, sondern auf dem dritten Platz in Deutschland. „Diese Bewertung ist schöner als alle anderen Auszeichnungen, weil sie von unseren Kunden vergeben wurde. Hier geht es um Urlauber, die sind unbestechlich“, sagt Achim Kuhnt. Für ihn ist Campingurlaub chic und trendy. „Früher war die Abgrenzung viel schärfer. Da gab es nur Camper und Nicht-Camper. Heute probieren die Leute mehr aus.“

Punkten konnte der Campingplatz nicht nur mit seiner Lage direkt am See, sondern auch mit seinem Service. „Zu uns kommen nur Urlauber, es gibt keine Dauercamper. Das ist der Unterschied zu anderen Plätzen.“ Dabei geht die Zahl der Caravan-Urlauber zurück, hat Kuhnt festgestellt. Den Grund sieht er in der letzten Führerscheinreform. „Seit man einen extra Hängerschein braucht, geht die Zahl der Wohnwagen zurück. Für unsere Branche ist das nicht gut“, sagt er.

Dafür sei die Zahl der Wohnmobiltouristen gestiegen. Die Campingplatzbetreiber stellen sich vermehrt auf diese Reisenden ein. „Wir haben vor der Schranke extra Plätze eingerichtet, um den Wohnmobiltouristen Mobilität zu gewährleisten“, sagt Kuhnt. Trotzdem können sie Ver- und Entsorgungseinrichtungen des Platzes nutzen. Auch Kommunen und Gemeinden richten Stellplätze für die „rollenden Schlafzimmer“ ein. 138 Wohnmobilplätze führt der Flyer „Mobile Ferienorte“ auf, den die Wirtschaftsförderungsgesellschaften der Kreise Ostholstein, Plön, Rendsburg-Eckernförde und Schleswig-Flensburg herausgebracht hat. Dort sind neben reinen Stellplätzen auch wohnmobilfreundliche Campingplätze aufgeführt. „Das sind Gäste mit einiger Kaufkraft“, sagt Juliane König von der OHT.     •

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