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Bad Schwartau Grüne Damen besuchen kranke Menschen
Lokales Bad Schwartau Grüne Damen besuchen kranke Menschen
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18:08 06.09.2018
Seit 20 Jahren gibt es jetzt die Gruppe der Grüne Damen in Bad Schwartau. Quelle: DOREEN DANKERT
Bad Schwartau

Erkennbar sind sie an ihren grünen Kitteln – die rund 11 000 Ehrenamtler in den Krankenhäusern und Seniorenheimen dieser Republik: die „Grünen Damen“. Kranken und Alten schenken sie Zeit. Vor 20 Jahren hat Barbara Freyher die Gruppe in Bad Schwartau gegründet.

Für ihr Engagement erhält Barbara Freyher, die mit ihren 78 Jahren noch immer nicht ans Aufhören denkt, jetzt die Anerkennung und den Dank von Bundespräsident Frank Walter Steinmeier. Neben vielen anderen engagierten Ehrenamtlern hat die Bad Schwartauer Grüne Dame der ersten Stunde eine Einladung zum Sommerfest am Freitag, 7. September, ins Schloss Bellevue, Residenz des Bundespräsidenten, erhalten.

Zeit und Aufmerksamkeit als Geschenk

„Ich war überrascht, als ich die Einladung bekam“, gesteht Barbara Freyher und verrät, dass sie schon ein bisschen aufgeregt sei. Und direkt vor dem Besuch beim Bundespräsidenten ist die Bad Schwartauerin zu Gast im Landeshaus Schleswig-Holstein in Berlin. Vermutlich wird sie bei ihrem Berlin-Besuch öfter auf ihr Ehrenamt angesprochen werden. Dann wird Barbara Freyher von ihrem ganz speziellen Ehrenamt erzählen, das auf den ersten Blick unscheinbar erscheint - vielleicht eher den Anschein von Kaffeeklatsch erweckt. Doch das, was Barbara Freyher und ihre rund 30 Mitstreiter in Bad Schwartau machen, das ist sehr viel mehr als nur eine tägliche Besuchstour zu Klinikpatienten und Seniorenheimbewohnern. Die Grünen Damen schenken diesen Menschen ein Stück ihrer Zeit und ihrer Aufmerksamkeit. Sie sind einfach da. Sie sind einfach da für andere, die sich krank fühlen oder allein. Etwas Licht in den tristen Krankenhausalltag der Patienten oder normalen Seniorenalltag bringen – das ist es, was die Grünen Damen machen. „Wenn wir unterwegs sind, dann sind wir für das Wohlbefinden der Menschen zuständig, sozusagen für die Seelen“, erklärt Barbara Freyher. Das ist eine Arbeit, die Barbara Freyher und die anderen Grünen Damen (und auch Herren) freiwillig und ohne jegliche Erwartungen machen. Unbezahlte Arbeit, die tatsächlich unbezahlbar ist. Denn die wichtigste Voraussetzung für diese Ehrenamt ist diese: „Man muss Menschen mögen“, sagt Barbara Freyher, „sonst kann man das nicht machen.“

Keine medizinischen Ratschläge

Was das persönliche Motiv von Barbara Freyher für genau dieses Ehrenamt ist? „Ich habe Freude an den Menschen, dafür mache ich das“, erklärt die gelernte Buchhalterin.

„Das, was die Grünen Damen machen, geht weit über den Gesundheitsdienst hinaus“, sagt Cornelia Herold, Pflegedienstleiterin Cornelia Herold im Helios Agnes Karll Krankenhaus, „denn diese Ehrenamtler unterstützen und springen dort ein, wo die Pflege das nicht mehr leisten kann.“ Zum Beispiel Zuhören, Zeit haben oder Koffer packen. So wie kürzlich bei Robert Holst aus Malente. Holst hatte sich im Helios Agnes Karll Krankenhaus einer Operation am Bein unterzogen und ist nun vorübergehend gehandicapt in seinen Bewegungen. „Über den täglichen Besuch der Grünen Damen freue ich mich“, sagt der Patient, „denn das ist immer eine nette Abwechslung.“

Geschichte

Gegründet wurde dieser ehrenamtliche Bewegung in Krankenhäusern und Altenheimen durch Brigitte Schröder in Deutschland in den 1960er Jahren nach Vorbild eines Volunteer Service (Freiwilligendienstes) in den USA. Inzwischen arbeiten rund 11 000 Damen (und auch Herren) bundesweit in dieser gemeinnützigen Arbeitsgemeinschaft.

Vor 20 Jahren gründete Barbara Freyher die Bad Schwartauer Gruppe der Grünen Damen. Zu Beginn waren es acht Mitstreiter, inzwischen sind es knapp über 30, die in zwei Krankenhäusern und drei Altenheimen unterwegs sind. Die Gruppe darf gern noch größer werden. Wer gern mit Menschen zu tun hat und einmal pro Woche zwei bis drei Stunden Zeit hat, ist herzlich willkommen bei den Grünen Damen. Wer sich der Bad Schwartauer Gruppe anschließen möchte, kann sich mit Barbara Freyher unter Telefon 04 51/251 60 in Verbindung setzen.

„Wir reden über alles Mögliche mit den Patienten“, sagt Barbara Freyher, „aber wir geben keine medizinischen Ratschläge. Da halten wir uns konsequent raus.“ Denn wie schon gesagt: Der Job der Grünen Damen ist es, die Seele der Menschen zu streicheln. Und das machen sie gerne – vor allem aber aus freien Stücken.

Doreen Dankert

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