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Bad Schwartau 90 Jahre Awo Bad Schwartau: Wer hat alte Bilder?
Lokales Bad Schwartau 90 Jahre Awo Bad Schwartau: Wer hat alte Bilder?
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20:00 24.10.2019
Eine der wenigen Erinnerungen an die Vergangenheit: Wolfgang Dunker, Monika Vechtel und Doris Jahnke (l.) blättern in einem alten Album aus dem Jahr 1972. Quelle: Maike Wegner
Bad Schwartau

Die Erinnerungen sind rar. Ein altes Album liegt vor Wolfgang Dunker auf dem Tisch. Darin Notizen, Bilder und Zeitungsartikel aus den Jahren 1972 bis 1979. Doch was die sonstige Historie der Awo betrifft, gibt es nur wenige Zeitdokumente. Der Vorsitzende der Arbeiterwohlfahrt steckt mitten in den Vorbereitungen für das große Jubiläum der Awo. Am Sonnabend wird das 90-jährige Bestehen mit einem Festakt und 130 geladenen Gästen gefeiert. Parallel wird dann auch der 20. Geburtstag der Tafel begangen. Der Vorsitzende möchte die Gelegenheit nutzen, um die Bürger um Hilfe zu bitte. „Vielleicht hat ja jemand Erinnerungen oder Fotos“, hofft er. „Gerade von den Jahren zwischen 1950 und 1972 haben wir kaum Dokumente.“

Gründung im Jahr 1929

So viel steht fest: Die Geschichte der Awo beginnt im Jahr 1929. „Else Pateau hat den Ortsverband ins Leben gerufen“, erzählt Dunker. Sie richtete mit 30 Helferinnen im alten Rensefelder Gemeindehaus in der Mühlenstraße eine Kochstelle ein, um von dort aus Bedürftige zu versorgen. Vor allen Dingen in der Flüchtlingshilfe soll die Gründerin schon damals beispielhafte Arbeit geleistet haben. Während des Zweiten Weltkriegs ruhte die Arbeit des Ortsverbandes. Erst 1950 gab es wieder eine Weihnachtsfeier, zu der Bad Schwartauer eingeladen wurden.

Dieses Foto zeigt die Begegnungsstätte kurz nach dem Bau. Quelle: hfr

1972 entstand die heutige Begegnungsstätte an der Auguststraße. Von dieser Zeit erzählt das Album, das Dunker und seine Kollegen in einem Schrank wiedergefunden haben. Auf Seite 1 des Albums klebt ein Zeitungsartikel aus den Lübecker Nachrichten vom 15. März 1972. Daneben eine Unterschriftenliste mit allen, die bei der Eröffnung anwesend waren.

Die Bilder beweisen: Bei der Awo wurde früher ausgelassen gefeiert. Quelle: hfr

Fortan ist jeder Tag protokolliert. Am 17. März beispielsweise waren 15 Gäste dort, davon acht Herren und sieben Damen. Einnahmen: 4,80 D-Mark. Am 10. April dann volles Haus: „25 Gäste. Herr Behrend liest Gedichte und Geschichten“, wurde notiert. Bilder von feucht-fröhlichen Faschingsfeiern verraten, dass in der Begegnungsstätte auch gerne gefeiert wurde.

Dreifacher Platz dank Anbau

Doch der Saal wurde bald zu klein, denn in den Räumen fanden nur 35 Gäste Platz. 1983 bekam die Begegnungsstätte deshalb ihren Anbau. Fortan war Platz für 120 Besucher. Schon damals gab es einen Mittagstisch und eine Jugendgruppe. Dazu jede Menge Beratungsangebote. Die Vorsitzenden der Awo wechselten im Laufe der Jahre. Im März 1998 übernahm Karl-Albert Hegmann den Vorsitz, Erich Schubert wurde zum Stellvertreter gewählt. „Auf Initiative dieser beiden Vorsitzenden konnte im Februar 1999 die Tafel gegründet werden“, erzählt Wolfgang Dunker. Fortan wurden Bedürftige in der Mühlenstraße mit Lebensmitteln versorgt. Gleichzeitig wurde das Inselprojekt ins Leben gerufen. Dabei werden bis heute Schüler und Eltern beraten, es gibt Hilfe bei Konflikten und Betreuungsmöglichkeiten.

Eine Gruppe nur für Männer

Im September 2004 war dann Hannelore Witt für lange Zeit an der Spitze der Awo, ihr folgte im März 2017Wolfgang Dunker. Und der freut sich auf die kommende Zeit. Denn die Awo hat viel Neues in Planung. Ab November wird es jeden Dienstag um 11 Uhr im Raum 2 der Begegnungsstätte Männergespräche geben. Unter dem Motto „Diskutieren, debattieren, lachen und ein bisschen lästern“ finden Männer einen Raum, um sich auszutauschen. Auch ein Führerscheinauffrischungskurs ist geplant. Das Angebot wird in Kooperation mit der Fahrschule Trautmann angeboten. „Außerdem wollen wir das Frühstücksangebot wiederbeleben“, sagt Dunker. Ab dem kommenden Jahr soll jeden ersten Sonntag im Monat von 9.30 bis 11.30 Uhr ein Frühstück in der Begegnungsstätte stattfinden. Zudem will sich das Team verstärkt der Mitglieder und Ehrenamtsgewinnung widmen.

Erinnerungen gesucht

Die Awo in Bad Schwartau bietet verschiedene Beratungen und Veranstaltungen an. Insgesamt sind dort zehn Ehrenamtler aktiv. Bei der Tafel sind es aktuell rund 25 Freiwillige. Beide Initiativen freuen sich über Verstärkung.

Wer Bilder oder andere Erinnerungen an die vergangenen Zeiten der Awo hat, kann sich direkt an Wolfgang Dunker unter Telefon 04 51/27 947, an das Büro der Begegnungsstätte unter Telefon 04 51/25 243 oder per E-Mail an stadtbs-awo@versanet.de wenden.

Von Maike Wegner

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