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Bad Schwartau Ehrung ausgeschiedener Gemeindevertreter
Lokales Bad Schwartau Ehrung ausgeschiedener Gemeindevertreter
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17:35 25.09.2018
Abschied nach 28 Jahren als Gemeindevertreter: Andreas Gurth (CDU) nimmt Ehrung und Dank entgegen von Bürgermeisterin Julia Samtleben (SPD) und Bürgervorsteher Manfred Beckmann (CDU).   Quelle: Doreen Dankert
Stockelsdorf

Es kann nur eine Kommune geben, in der der Kreispräsident selbst Politik macht – und das ist aktuell Stockelsdorf. Kreispräsident Harald Werner sitzt hier schon mehr als zwei Jahrzehnte für die CDU in der Gemeindevertretung. Die jüngste Sitzung war jedoch eine besondere – auch für Harald Werner – , denn sie war von Abschied geprägt. Abschied von insgesamt zehn ausgeschiedenen Gemeindevertretern – darunter Andreas Gurth, ein langjähriger Weggefährte und Freund von Harald Werner, der auf Gurth die Laudatio hielt.

Laudatio auf Andreas Gurth

Doch bevor die Sitzung überhaupt begann, stellte Werner fest, dass vier der zu Ehrenden nicht anwesend waren, aber die vier Ausgeschiedenen der CDU vollzählig, vereint nebeneinander und merklich gut gelaunt in der ersten Reihe der Besucherplätze versammelt waren. Werners scherzhafter Kommentar durch den Saal in Richtung seiner Parteifreunde: „Ihr rollt das hier heute von hinten auf.“

Christian Ehmcke, Kevin Sander (geb. Dierck) und Lennart Setzepfandt von der CDU, Heinz Koch (zuletzt Bündnis 90/Die Grünen) und Sigrid Hielscher (SPD) wurden zunächst einmal geehrt für ihr kommunalpolitisches Engagement. Manfred Jaeger, Sigrid Jaeger, Marcel Müller von der SPD und  Jürgen Scheel von der UWG waren nicht anwesend. Die Ehrung für Andreas Gurth kam ganz zum Schluss – sozusagen als Krönung. Immerhin – das, was Andreas Gurth vorzuweisen hat in seiner kommunalpolitischen Karriere, ist schwer zu toppen. Satte 28 Jahre lang – von 1990 bis 2018 – war der Christdemokrat gewählter Vertreter der Gemeinde Stockelsdorf. Fast genauso lange war er CDU-Fraktionschef. Und in den vergangenen zehn Jahren war Andreas Gurth auch der erste Stellvertreter der Bürgermeisterin. Für diese lange Zeit und insbesondere für seine Verdienste, die Gurth sich unter anderem auch als Fürsprecher, Förderer, aber auch als Querdenker und knallharter Rechner erworben hat, wurde ihm die goldene Ehrenmedaille verliehen.

Loblied von den Grünen

„Dieses Ehrenamt ist eine freiwillige Arbeit, die einem so einiges abverlangt“, sagte Werner in seiner Laudatio, „denn die Tätigkeit als Gemeindevertreter kann zuweilen auch sehr nervenaufreibend sein.“ Denn man könne es nie allen recht machen, so Werner, „deswegen braucht man manchmal auch ein dickes Fell“. Harald Werner bescheinigte Gurth, dass dieser sein Ehrenamt „vorbildlich ausgeführt“ habe und dass er als Kaufmann immer die Finanzen im Blick gehabt und darauf geachtet habe, dass die Gemeinde „maßvoll gehandelt hat“.

Dass sogar von einer anderen Fraktion – nämlich von den Grünen – ein Loblied auf einen CDU-Mann gesungen wird, ist alles andere als selbstverständlich, aber es ist passiert. Der grünen Frontmann Rolf Dohse erklärte, dass Andreas Gurth „die letzten Jahrzehnte geprägt hat wie kein anderer“. Dohse beschrieb Gurth als einen Mann mit „Strenge und Schärfe in den Worten, die manchmal auch verletzend sein konnten“. Von den Grünen gab es einen extra Dank – und Sonnenblumen zum Abschied.

Ausnahme am Rednerpult

Und weil diese Sitzung eine besondere war und Andreas Gurth nicht irgendwer ist, sondern Andreas Gurth, der als Gast eigentlich gar kein Rederecht hat, wurde ihm trotzdem – ohne Abstimmung, aber mit Auge zudrücken – spontan ein Auftritt am Rednerpult gewährt für einen Abschiedsgruß: „Es war mir eine Ehre, 28 Jahre für die Gemeinde zu arbeiten. Doch jetzt ist es an der Zeit zu gehen, denn es wurde auch immer anstrengender. Es kamen immer mehr Leute, die keine Ahnung von der Materie haben, aber gesagt haben, so und so müsst ihr das machen – und das ist anstrengend geworden.“ Zum Abschied hat Andreas Gurth sich noch einmal gezeigt, wie man ihn kennt: mit klaren, ungeschminkten und auch ein bisschen provozierenden Worten – sein Markenzeichen, womit Gurth so manche Diskussion in der Vergangenheit gewürzt hat. Jetzt will Andreas Gurth sich mehr auf seine Familie und seine Firma konzentrieren und einfach nur noch Bürger von Stockelsdorf sein.

Gute Nachricht für Horsdorf

Auf der Tagesordnung standen noch ein paar andere Punkte. Einer davon dürfte die Horsdorfer besonders erfreuen. Die Anschaffung eines Ersatzfahrzeugs für das am 13. April abgebrannte Löschfahrzeug wurde einstimmig beschlossen. 185 000 Euro netto kostet der Wagen.Und am Dienstag kam gleich die zweite gute Nachricht: Die Landesregierung hält ihr Versprechen und zahlt die Hälfte der Kosten in Höhe von 93 000 Euro.

Doreen Dankert

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