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Bad Schwartau Ausschuss befürwortet Anbau an Horsdorfer Feuerwehrhaus
Lokales Bad Schwartau Ausschuss befürwortet Anbau an Horsdorfer Feuerwehrhaus
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22:10 05.09.2018
Das Fahrzeug der Wehr Horsdorf wurde bei dem Brand am 13. April komplett zerstört, ebenso die Schutzkleidung. Quelle: Fotos: Dd/ln-Archiv
Stockelsdorf

Zwar sind die Brandspuren durch die professionelle Reinigung einer Fachfirma inzwischen beseitigt worden, aber weil die Brandschutzauflagen der Feuerwehrunfallkasse nicht erfüllt werden in Horsdorf, ist das Gebäude immer noch nicht wieder nutzbar. Und weil diese Auflagen nicht ohne Weiteres „nur“ durch eine Sanierung zu erfüllen sind für eine künftige Nutzung, hat die Verwaltung vorgeschlagen, gleich einen großen Wurf zu machen: eine Erweiterung des Gebäudes, das zugleich Dorfgemeinschaftshaus ist. Mit knapp 500 000 Euro Gesamtinvestition hat Stefan Middeler, Architekt im Stockelsdorfer Bauamt, diese Investition kalkuliert.

Nach dem Brand des Löschfahrzeugs am 13. April im Horsdorfer Gerätehaus ist dieses immer noch nicht nutzbar. Von der Verwaltung kommt der Vorschlag, dieses Gebäude für knapp eine halbe Million Euro zu erweitern. Der Bauausschuss stimmte dieser Idee am Dienstag grundsätzlich zu.

Dabei ist die entscheidende Maßnahme ein rund 90 Quadratmeter großer Anbau an den Teil des Gebäudes, der auch als Dorfgemeinschaftshaus genutzt wird. Künftig soll dieser Raum Platz für Veranstaltungen mit bis zu 80 Personen bieten – Horsdorf hat derzeit um die 180 Einwohner. Vom aktuellen Gemeinschaftsraum müsse ein Teil abgetrennt werden für die Lagerung der Feuerwehrschutzkleidung. Bislang wurde die Schutzkleidung im Garagenraum direkt neben dem Löschfahrzeug aufbewahrt. Nach dem Brand des Löschfahrzeugs, ausgelöst durch einen technischen Defekt (die LN berichteten), war nicht nur das Fahrzeug Schrott, sondern auch die komplette Einsatzkleidung der Horsdorfer Wehr.

Die Höhe der erforderlichen Investitionssumme von knapp einer halben Million Euro hat so manches Ausschussmitglied sichtlich erschreckt. Holger Matthusen (CDU) wollte deshalb wissen, ob das Dorfgemeinschaftshaus tatsächlich so rege genutzt wird, dass diese Investition gerechtfertigt wäre. Robert Muus, Dorfvorsteher in Horsdorf, bestätigte, dass der Raum als Treffpunkt und Zentrum für das soziale Leben im Dorf mehrmals in der Woche genutzt wird für Gymnastikkurse, Klangschalen-Kurse, Tanzkurse und regelmäßige Versammlungen der Feuerwehr, des Dorfvorstands sowie der Jagdgenossenschaft. Zurzeit finden alle Veranstaltungen provisorisch woanders statt.

Die reinen Brutto-Baukosten für den Anbau belaufen sich auf 300000 Euro, erklärte Middeler. Hinzu kommen aber auch noch Kosten für die Maßnahmen, um die Auflagen zu erfüllen wie neue Schränke für Einsatzkleidung und mindestens sechs Parkplätze für die Besatzung des Löschfahrzeugs. Allein die Parkplätze kosten 40 000 Euro. Und die Honorare für die Planer liegen laut Middeler bei knapp 90

000 Euro.

Für Bürgermeisterin Julia Samtleben (SPD) ist klar: „Wenn wir die Feuerwehr in Horsdorf halten wollen, müssen wir auf jeden Fall was tun.“ Zugleich versicherte die Verwaltungschefin, dass alle Möglichkeiten, Fördertöpfe anzuzapfen, ausgelotet werden. Und in dieser Hinsicht hat Bauamtsleiter Dieter Rodewald eine Idee, die eine Erweiterung attraktiver erscheinen lässt als „nur“ eine Brandschaden-Sanierung. „Dorfgemeinschaftshäuser werden von der Aktivregion mit bis zu 75 Prozent gefördert“, erklärte Rodewald, „man braucht dafür aber ein Dorfentwicklungskonzept.“ Was die genannten Kosten betrifft, so Rodewald, „das wird alles noch feingetunt. Aber wenn Sie (die Ausschussmitglieder) jetzt sagen, wir brauchen kein Dorfgemeinschaftshaus, dann brauchen wir uns darüber gar nicht weiter zu unterhalten.“

Doch die Unterhaltung darüber wird weitergehen, denn der Ausschuss hat einstimmig beschlossen, dass die vorgestellte Investition in Horsdorf grundsätzlich befürwortet wird. Vor 2020, so stellte Middeler klar, werde das aber nicht realisiert werden.

Zur Zeit hat die Wehr Horsdorf, übrigens neben Curau eine von zwei Fünf-Sterne-Wehren in der Gemeinde Stockelsdorf, ein geliehenes Löschfahrzeug der Wehr Bad Schwartau/Rensefeld. Auch die Einsatzkleidung ist geliehen von einer anderen Wehr. Das Fahrzeug steht in einer Scheune, die Einsatzkleidung hat jeder der 29 Aktiven zu Hause hängen. „Trotzdem sind wir seit dem 22. Juni wieder einsatzbereit“, erklärte Ortswehrführer Sven Asmußen.

Von Doreen Dankert

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