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Bad Schwartau Prüfung abgeschlossen: Keine Chance für den 3,20-Meter-Trog?
Lokales Bad Schwartau Prüfung abgeschlossen: Keine Chance für den 3,20-Meter-Trog?
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16:50 04.06.2019
Der Bahnübergang an der Kaltenhöfer Straße. Nach den Planungen der Bahn soll bei einem 3,20-Meter-Trog hier eine Straßenüberführung gebaut werden. Quelle: Sebastian Prey
Bad Schwartau

Von Ermüdungserscheinungen keine Spur: Im Streit zwischen der Stadt Bad Schwartau und der Deutschen Bahn um die Gestaltung des übergesetzlichen Lärm- und Erschütterungsschutzes entlang der geplanten Belt-Trasse kämpft die Stadt weiter offensiv für die Verlegung der Gleise in sieben Meter Tiefe. Nach dem Willen des Bauausschusses soll die Stadtverordnetenvertretung am Donnerstag, 13. Juni, offiziell gegen den Kompromissvorschlag aus dem Mediationsgespräch zwischen Stadt, Bahn und Land stimmen.

Der Mediations-Vorschlag sieht eine Tieferlegung der Gleise in bis zu 3,20 Meter Tiefe vor. Diese tiefste Stelle soll im Bereich Marienholm an der Kaltenhöfer Straße liegen. Allerdings, so betonte Bauamts-Ingenieur Bernhard Schmidt in der Sitzung des Ausschusses am Montagabend, liege die mittlere Tiefe des Trogs nur bei 1,60 Meter. „Ich habe den Vorschlag objektiv und detailliert geprüft“, sagte Schmidt. Sein Fazit: Der Vorschlag ermögliche keine ausreichende Konfliktlösung und biete keine bessere Schutzwirkung im Vergleich zur gesetzlichen Mindestvariante (lediglich sechs Meter hohe Lärmschutzwände entlang der Strecke). Zudem, so heißt es im Sachstandsbericht der Verwaltung, sei die Darstellung der Deutschen Bahn „hinsichtlich Schutz und Konfliktlösung in mehrfacher Hinsicht sachlich und fachlich falsch“.

Schmidt: Lösung städtebaulich nicht verträglich

Schmidt argumentiert unter anderem damit, dass die erforderliche Gesamtfläche der Schutzwände zur Lärmminderung durch den 3,20-Meter-Trog gegenüber der gesetzlich geschuldeten Mindestvariante kaum gesenkt werde. Es blieben vorwiegend sechs Meter hohe Lärmschutzwände erforderlich – kein städtebaulich verträglicher Lärmschutz. Die Bahn widerspricht: „Bei einem 3,20-Meter-Trog und einem 2,50-Meter-Trog sind die Lärmschutzwände zwei bis sechs Meter hoch“, sagt Sprecher Peter Mantik. Würden die Gleise sieben Meter in die Tiefe gelegt, würden die Wände auch noch zwei bis vier Meter hoch sein müssen.

In Sachen Erschütterungsschutz geht die Stadt –auf Grundlage einer Prüfung durch ein Berliner Gutachterbüro – davon aus, dass die vorgeschlagene Variante gegenüber der gesetzlichen Mindestvariante weder „die Anzahl der betroffenen Gebäude noch die Anzahl ungelöster Schutzfälle verringert“.

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Kauf und Abriss von Wohnhäusern an der Strecke

Ebenfalls problematisch: Laut Schmidt sieht die Bahn zum Bau des Trogs den Erwerb von zwölf Wohnhäusern im Bereich der Elisabethstraße vor. Eine Zustimmung der Einwohner und Eigentümer „zu der vorgesehenen Umsiedlung“ sei nicht bekannt. Dazu sagt Bahnsprecher Mantik: „Wir sind dort noch nicht in Gesprächen“. Man habe über den Erwerb dieser Häuser nachgedacht, es ginge dabei auch um Baukosten-Einsparungen und Lösungen für die Anwohner. Nicht alle dieser Häuser müssten tatsächlich weichen. Sicher sei aber: „Bei einem sieben Meter tiefen Trog müssen definitiv sieben Häuser abgerissen werden.“

Schutzwandmodell soll gebaut werden

Das Problem für die Mitglieder des Bauausschusses und auch einige der Zuhörer: Die technischen Details auf die sich die Stadt in ihrer Argumentation bezieht, sind für Außenstehende kaum mehr nachzuvollziehen. Sandra Redmann (SPD) sagte nach Schmidts Präsentation: „Das ist nach außen und in die Öffentlichkeit nicht vermittelbar.“ Man müsse auf andere Aspekte setzen, um mehr Menschen zu erreichen.

Eine Möglichkeit, die Öffentlichkeit zu mobilisieren, soll das Modell einer Schutzwand sein, dass die Auswirkungen auf das Stadtbild verdeutlichen soll. Der Bauausschuss stimmte am Montag einstimmig für die Bereitstellung von dafür notwendigen 14 000 Euro. Angeregt wurde auch eine Kooperation mit der technischen Hochschule Lübeck zum Bau eines Trassenmodells.

Luisa Jacobsen

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