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Bad Schwartau Bad Schwartau: Krippenplätze sind heiß begehrt
Lokales Bad Schwartau Bad Schwartau: Krippenplätze sind heiß begehrt
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10:38 23.11.2018
Die Nachfrage nach Betreuungsplätzen für Unter-Dreijährige wächst stetig – nicht nur in Bad Schwartau. Quelle: dpa
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Bad Schwartau

Es erinnert ein wenig an das Rennen vom Hasen gegen den Igel: Kaum hat die Stadt Bad Schwartau den Bedarf des Jahres 2018 gedeckt, steht schon der neue Jahrgang in den Startlöchern. Kaum haben alle für dieses Jahr angemeldeten Krippenkinder einen Platz bekommen, wächst schon wieder die Warteliste derer, die 2019 untergebracht werden sollen.

Die Bauarbeiten im ehemaligen Jugendfreizeitheim an der Ludwig-Jahn-Straße nähern sich dem Ende: Schon in wenigen Tagen eröffnet dort die Kita „Mittenmang“ der Lebenshilfe Ostholstein eine weitere Elementar- und eine Krippengruppe. 515 Plätze für Über-Dreijährige und 130 Betreuungsplätze für Unter-Dreijährige gibt es dann in Bad Schwartau. „Dann sind alle Kinder, die dieses Jahr einen Platz brauchten, auch untergebracht“, sagt Anja Penderak, die im Jugendamt der Stadt Bad Schwartau für die Vergabe der Krippen- und Elementarplätze zuständig ist. Neben den drei kirchlichen, der städtischen und den vier Einrichtungen der Lebenshilfe sind es auch private Anbieter und Tagesmütter, die sich um die Betreuung der Kleinen kümmern.

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Der aktuelle Bedarf ist damit gedeckt – und gleichzeitig auch wieder nicht. Denn während es im Elementarbereich so aussieht, als würden alle angemeldeten Kinder auch einen Platz bekommen, ist die Situation im Krippenbereich nach wie vor angespannt. „Ich habe 40 Kinder für die Zeit Januar bis April auf der Warteliste, 40 weitere bis zum Sommer“, sagt Anja Penderak. Und damit sei noch nicht Schluss: „Viele Eltern melden ihre Kinder ja auch erst drei, vier Monate vorher an.“

Mindestens 80 Kinder also, die im kommenden Jahr einen Krippenplatz benötigen. 130 Plätze gibt es, „vielleicht wird die Hälfte frei“, sagt Anja Penderak, die hofft, „dass es sich übers Jahr wieder so zurecht zurrt wie die letzten beiden Jahre auch.“ Denn mehr Plätze sind einfach nicht da. Zwar ist die Vorwerker Diakonie schon länger dran, eine Kindertagesstätte in Cleverbrück bauen und betreiben zu wollen, doch das Prozedere zieht sich hin." In der kommenden Woche soll es wieder ein Gespräch geben. „Ich bin zuversichtlich, dass im kommenden Jahr gebaut wird“, so Anja Penderak. Einer der Knackpunkte sei wohl die Inklusionsgruppe, die die Diakonie gerne einrichten, der Kreis aber wohl aus Kostengründen eher ungern genehmigen wolle. Dabei sei der Bedarf da, weiß die Verwaltungsmitarbeiterin, „es gibt immer mehr verhaltensauffällige Kinder.“ Ist die neue Einrichtung einmal gebaut, sollen dort – ob mit Inklusionsgruppe oder ohne – 30 Krippen- und 40 Elementarkinder betreut werden. „Dann sind wir gut davor“, sagt Anja Penderak.

Doch noch kann die Rathaus-Mitarbeiterin nicht sicher mit der neuen Kita planen. Im Februar wird sie die Gespräche mit den verschiedenen Einrichtungsleitungen führen: Wartelisten abstimmen, Dringlichkeiten und Bedarf abgleichen. Wer braucht besonders dringend einen Platz? Wer hätte gegebenenfalls andere Betreuungsmöglichkeiten? Voraussichtlich bis April bekommen die Eltern, die ihre Kinder angemeldet haben, dann einen Anruf von der Kita, ob sie einen Platz bekommen haben. Die Beteiligten geben ihr Bestes, aber alle werden es nicht sein.

Ilka Mertz

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