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Bad Schwartau Bad Schwartau: Zähes Ringen um GaM-Neubau
Lokales Bad Schwartau Bad Schwartau: Zähes Ringen um GaM-Neubau
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12:23 23.11.2018
Das Gymnasium am Mühlenberg ist marode. Bad Schwartau plant nun, einen Neubau auf dem benachbarten Sportplatz auszuschreiben. Quelle: LN
Bad Schwartau

Riesenjubel im Sitzungssaal des Rathauses. Annie Schubart strahlte und wischte sich mit einem Finger symbolhaft den Schweiß von der Stirn. Arnd Hemmer, Schulelternbeirats-Kollege vom Gymnasium am Mühlenberg (GaM), war ebenfalls aus dem Häuschen und applaudierte. Nach knapp 90-minütiger, hitziger Debatte um die Zukunft des GaM hat die Stadtvertretung am Donnerstagabend die Weichen gestellt. Die Schule in der Ludwig-Jahn-Straße soll neu gebaut werden. Diese Planung genießt fortan absolute Priorität. Eine Sanierung oder ein Teilneubau des Gymnasiums sind somit vorerst vom Tisch. Damit folgte die Mehrheit der Stadtvertretung der Vorlage der Verwaltung. SPD, Grüne, FDP und BfBS überstimmten mit 16 Stimmen die elfköpfige CDU-Fraktion. Schüler, Eltern und Kollegium des GaM hatte sich schon vor langer Zeit immer für einen kompletten Neubau ausgesprochen.

CDU forderte weitere Zahlen

Die CDU wollte auf der Grundlage der vorliegenden Zahlen noch keine Entscheidung über Neubau oder Sanierung fällen. „Wir reden hier über die größte Einzel-Investition in der Geschichte der Stadt“, warnte Frank Schumacher. Er forderte im Detail Kostenpläne für einen Neubau, einen Teilneubau oder eine Sanierung des Schulgebäudes. „Wenn die Zahlen dann so sind, wie sie sind und sich der Neubau als beste Lösung darstellt, werden wir uns auch keinem Neubau verschließen“, erklärte Fraktionskollege Torben Suhr, der den Anwesenden eine mögliche Kostenrechnung für einen GaM-Neubau präsentierte, die sich ganz wesentlich von den Schätzungen des von der Stadt beauftragten Büros VBD unterscheidet. VBD schätzt die Neubau-Kosten auf rund 28 Millionen Euro. Laut Suhrs Berechnungen könnte die Kosten aber auch bei rund 40 Millionen am Ende liegen.

„Gesundheit vor Kosten“

Die Zahlenspiele Suhrs beeindruckten die Vertreter der anderen Parteien aber wenig bis gar nicht. „Meine Dankbarkeit für diese Zahlen hält sich in Grenzen“, sagte Gudrun Berger. Die Grüne sprach sich unter anderem aus gesundheitlichen Gründen für einen Neubau aus. Ihre Befürchtung: Bei einer Sanierung des Gebäudes bei laufendem Betrieb könnten giftige Stoffe freigesetzt und zu einer Gefahr für Schüler und Lehrer werden. Davor warnte auch Uwe Beckmann (SPD): „Man darf doch keine Finanzierungsfrage über eine Gesundheitsfrage stellen.“ SPD-Fraktionschef Hans Tylinski war von der Forderung der CDU nach weiteren Zahlen alles andere als begeistert. „Seit zehn Jahren wird über die Zukunft des GaM diskutiert. Genauso lange verschlechtern sich dort schon die Bedingungen. Das können wir Schülern, Lehrern und Eltern nicht länger zumuten. Es ist an der Zeit, dass wir eine Entscheidung treffen“, erklärte Tylinski und gab zudem zu bedenken, dass eine Sanierung eines Gebäudes immer größere finanzielle Risiken beinhalte als ein Neubau. Zustimmung dafür gab es auch von Suzann Kley (FDP): „Im normalen Leben wird man auch kein Haus sanieren, was ein Fass ohne Boden ist. Es ist Zeit, Planungssicherheit zu schaffen.“ Katrin Engeln von den Grünen zeigte sich zudem überrascht davon, dass die CDU nur Zahlen für einen Neubau und nicht für eine Sanierung präsentierte. „Wir haben einen externen Experten beauftragt, der die Ausschreibung als Neubau empfiehlt. Dann müssen wir dem Experten auch mal glauben und die Empfehlungen nicht anzweifeln, weil einem die Zahlen nicht passen“, erklärte Engeln.

Keine Rückmeldung auf erste Ausschreibung

Die Stadt Bad Schwartau hatte bereits versucht, über eine Funktionalausschreibung Unternehmen zu finden, die sich sowohl eine Sanierung (geschätzt 26 Millionen Euro) als auch einen Neubau des Gymnasiums (geschätzte 28 Millionen Euro) vorstellen können. Die Resonanz war gleich null. „Der Aufwand, sich an einer so weit gefassten Ausschreibung zu beteiligen, ist zu groß. Das gibt der Markt nicht her“, erklärte VBD-Planer Carsten Fischer. Er sei sich sicher, dass das Resultat bei einer entsprechenden Ausschreibung für einen Neubau nun ganz anders aussehen werde.

Sebastian Prey

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