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Bad Schwartau Wohin kommt das „Pythagoraeder“-Kunstwerk?
Lokales Bad Schwartau Wohin kommt das „Pythagoraeder“-Kunstwerk?
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13:50 06.09.2019
Günter Stave aus Bad Schwartau mit dem Modell seiner Erfindung: Dem Pythagoraeder. Quelle: Lena Schüch, hfr
Bad Schwartau

Günter Stave hat etwas Einmaliges geschafft. Er hat den Satz des Pythagoras (a2+b2=c2) in dreidimensionaler Form dargestellt. Alles, was bei der nahtlosen 3-D-Darstellung auf Basis des Lehrsatzes erlaubt ist, das ist das Falten und Spiegeln. Und das ist Stave offenbar gelungen. Sogar wissenschaftliche Fachzeitschriften haben sich schon mit dieser Entdeckung beschäftigt. Zu seinem 90. Geburtstag vor knapp drei Jahren hatte Stave, der gebürtiger Lübecker ist, seiner neuen Heimatstadt Bad Schwartau ein Geschenk gemacht. Gemeinsam mit seiner Partnerin Ingelore Martiny hat er 25 000 Euro für einen „Pythagoraeder“ aus Edelstahl, der bearbeitet und zum Teil auf Hochglanz poliert ist, zur Verfügung gestellt.

So sieht das "Pythagoraeder"-Denkmal aus. Quelle: hfr

Nun ist das Kunstwerk fertig, aber die Standortfrage ist noch nicht geklärt. Der Ausschuss für Bildung, Sport, Soziales und Kultur hat sich einstimmig dafür ausgesprochen, das Kunstwerk an einem attraktiven Standort im Kurpark aufzustellen. Geprüft wird nun ein Standort an den Sportgeräten unweit des Eingangs zur Holstein Therme. Als Standort-Alternative hat sich der Ausschuss für den Pavillon unterhalb des Mönchskamp ausgesprochen. Der Verwaltungsvorschlag, das mathematische Kunstwerk auf dem Gelände des Leibniz-Gymnasiums aufzustellen, wurde abgelehnt.

Kunstwerk nicht verstecken

Dietrich Klindwort (CDU): „Wir sind ganz klar der Meinung, dass so ein Kunstwerk nicht auf dem Gelände einer Schule versteckt werden sollte. Wir sollten schon Sorge dafür tragen, dass der ’Pythagoraeder’ im öffentlichen Raum zu finden ist.“ Er sei im Übrigen auch stolz darauf, dass es einem Bad Schwartauer Bürger gelungen ist, den Satz des Pythagoras so darzustellen. Katrin Engeln (Grüne) begrüßt zwar die Intention der Verwaltung, auch schulische Flächen als öffentlichen Raum zu sehen, allerdings sei sie mit der Begründung, das Kunstwerk am Leibniz aufzustellen, gar nicht einverstanden. „Das Leibniz ist keine naturwissenschaftlich geprägte Einrichtung“, sagte Engeln.

Besuch in der Werkstatt des Künstlers

Unlängst wurde der Künstler Josef Wieczorek, der unter anderem für die Nachbildung des Peterich-Brunnens auf dem Bad Schwartauer Markt verantwortlich zeichnet und zuletzt für die Firma Unizell Medicare GmbH in Langenfelde die Skulptur „Aphrodite“ geschaffen hat, mit der Umsetzung betraut. Gemeinsam hat eine Gruppe aus allen Fraktionen dem Künstler in seiner Werkstatt in Hamberge einen Besuch abgestattet. Hans-Peter Pahlke (SPD): „Es ist ein außerordentlich beeindruckendes Kunstwerk. Es verdient, einen ganz besonderen Standort zu bekommen, der auch wahrgenommen wird.“ Entsprechend haben sich die Fraktionen für den Kurpark, der auch von vielen auswärtigen Besuchern genutzt wird, ausgesprochen. Kulturmanagerin Judith Ohrtmann war ebenfalls kürzlich mit dem Vorsitzenden des Bürgervereins Klaus Nentwig und anderen in der Werkstatt. „Ich war von der Umsetzung überrascht. Es sieht schon besonders aus“, berichtet Ohrtmann.

Die Aufstellung des Kunstwerks soll so schnell wie möglich erfolgen. „Wir sind alle bestrebt, dass sich das Ehepaar Stave-Martiny noch daran erfreuen kann“, sagte Klindwort. Günter Stave wird im November 93 Jahre alt.

Ursprünglich war angedacht, das Kunstwerk „Pythagoraeder“ vor dem künftigen Museum im Amtsgerichtshaus aufzustellen. Dafür gab es aber keine denkmalschutzrechtliche Zustimmung.

Von Sebastian Prey

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