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Bad Schwartau Anwohner verärgert: Wald zerstört
Lokales Bad Schwartau Anwohner verärgert: Wald zerstört
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10:09 19.12.2018
Tania Ozegowski ist schockiert: Ihr Wald ist zerstört, überall liegen Äste und Baumreste herum. Quelle: Saskia Hassink
Bad Schwartau

Es schmatzt, wenn Tania Ozegowski ihren Fuß aus dem Schlamm zieht. Mit ihren beiden Hunden ist sie im Küsterholz unterwegs. Oft geht die Bad Schwartauerin für eine Runde Gassi in den Wald. „Es war der einzige Wald, in dem man schön spazieren konnte“, sagt sie. War. Denn Tania Ozegowski ist von dem derzeitigen Zustand schockiert. Sie dreht sich herum: Vor ihr sind tiefe Baggerspuren, in denen sich das Wasser sammelt. Der Boden ist matschig und überall liegen Äste herum. „In diesem Maße habe ich so etwas noch nicht gesehen.“ Sie erkennt das Waldstück nicht mehr wieder. Mit dieser Einstellung ist sie nicht alleine: In den sozialen Netzwerken wird der Ärger über den Zustand des Waldes immer größer. Viele fragen sich, wieso das Küsterholz so zerstört aussieht.

Nach Holzarbeiten in dem Waldstück sind die Anwohner über den Zustand schockiert: Äste liegen herum und die Wege sind wegen der schweren Maschinen unpassierbar.

Försterei zufrieden mit den Holzarbeiten

Es sind die Folgen von Holzarbeiten. Von Mitte November bis Anfang Dezember haben Arbeiter im Auftrag der Försterei Scharbeutz Bäume in dem Waldstück gefällt. Im Gegensatz zu den Anwohnern ist Förster Karsten Tybussek sehr zufrieden mit dem Ergebnis: „Das sieht absolut top aus, besser geht es nicht.“ Er steht vor einer sogenannten Rückegasse – einem Weg in den Baumbestand, über den die gefällten Bäume herausgeholt werden können. Die Schneise und die Baggerspuren sind deutlich zu erkennen. „Das sieht im ersten Moment vielleicht nicht nach Pflege aus“, erklärt der Förster. „Aber wenn wir uns in einem Jahr hier wieder treffen, sieht das ganz anders aus.“ Auch die Äste, die überall im Wald verstreut liegen, seien „der Dünger des Waldes“, sagt Tybussek. „Die meisten Nährstoffe sind in den feinen Ästen der Baumkronen. Alles, was dünner als sieben Zentimeter ist, muss sogar im Wald bleiben.“

Tybussek gibt zu, dass es mit den Wegen durch den Wald nicht besonders gut gelaufen ist. „Da gebe ich den Anwohnern recht. Der Weg sieht scheiße aus. Das ist Mist.“ Das Problem: Der Waldboden war wegen des heißen Sommers komplett ausgetrocknet. Als dann der Niederschlag kam, konnte das Wasser nicht richtig versickern. Die Folge: Die obere Bodenschicht war komplett durchnässt. Die schweren Maschinen fraßen sich regelrecht durch den aufgeweichten Boden und hinterließen tiefen Furchen. Der Förster verspricht den Anwohnern, dass der Weg im Frühjahr wieder repariert und schöner als der Alte sein soll. Schon am Donnerstag soll der Weg zudem glatt gezogen werden, sodass zumindest das Wasser ablaufen kann.

Eingriff war notwendig für die Bewirtschaftung

Die Holzarbeiten seien jedoch notwendig gewesen: „Bäume konkurrieren um Luft, Wasser und Nährstoffe.“ Immer wieder müssen deswegen Bäume gefällt werden, damit auch die kleineren Bäume genügend Tageslicht bekommen und Platz zum Wachsen haben. Auch seien alle Stämme, die gefällt wurden, schon vorher verkauft. „Wir hauen nichts auf blauen Dunst um“, erklärt der Förster.

Für Tania Ozegowski nur ein kleiner Trost. Sie verstehe zwar, dass der Wald bewirtschaftet wird und dafür auch Bäume gefällt werden müssen. „Aber es sieht so aus, als wenn die mit den dicken Maschinen einfach durch sind.“ Da, wo sie vorher nur Bäume gesehen habe, seien nun große Löcher zurückgeblieben. Außerdem sind viele Bäume beschädigt worden, und die schmalen Wege, die vom Hauptweg abgingen, sind nun mit Ästen versperrt. „Die haben überhaupt nicht daran gedacht, dass die Leute hier das Waldstück nutzen“, sagt Tania Ozegowski. „Man hätte das auch schonender machen können“, ist sie überzeugt. Sie hofft nun, dass Tybussek recht behält und ihr Wald in einem Jahr wieder so schön ist wie vor den Waldarbeiten.

Saskia Hassink

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