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Bad Schwartau Grünes Klassenzimmer wird aufgemöbelt
Lokales Bad Schwartau Grünes Klassenzimmer wird aufgemöbelt
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13:35 28.07.2019
Freuen sich über die Aufwertung des Naturerlebnisraumes Schwartautal: Rudolf Meisterjahn vom Umweltbeirat und Axel Gieseler (r.) von der Bruhn-Stiftung. Quelle: Sebastian Prey
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Bad Schwartau

Das Grüne Klassenzimmer ist ein wichtiger Bestandteil im Naturerlebnisraum Schwartautal. Der besondere Naturpfad mit mehr als zehn Stationen existiert seit 1999 und hat schon viele kleine und große Besucher begeistert. „Nach und nach wollen wir diesen Pfad weiter aufwerten“, sagt Rudolf Meisterjahn vom Umweltbeirat. Nach der Erneuerung des Bohlenwegs, der mittlerweile Gert-Kayser-Weg heißt, der Drainage sowie der Sitzbänke im Grünen Klassenzimmer steht nun die Umgestaltung des restlichen Areals an.

Unterstützung von den Schwartauer Werken und Stiftungen

Rund 14 000 Euro kostet die Umgestaltung. Die Stadt Bad Schwartau trägt die Hälfte der Kosten, der Umweltbeirat fördert das Projekt nicht nur durch Muskelkraft der Mitglieder und packt mit an, sondern hat auch zahlreiche Sponsoren gewinnen können. Neben einem Zuschusses von der Umweltlotterie Bingo kommt unter anderem Unterstützung von den Schwartauer Werken, der Bürgerstiftung Bad Schwartau und der Bruhn-Stiftung. Damit nicht genug: Auch die Elisabeth-Selbert-Gemeinschaftsschule (ESG) und das Leibniz-Gymnasium werden sich an der Entwicklung des Areals beteiligen.

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Zwei Schulen beteiligen sich

ESG-Schüler werden im Spätherbst die Bepflanzung des Knickwalls entlang des neuen Tümpels übernehmen. Das Kleingewässer ist derzeit noch mit Flatterband abgesperrt, aber wird von der Vogelwelt bestens frequentiert. Amseln, Schwalben, Spatzen und Co. sind dort ständig zu sehen. „Da gibt es viele Mücken“, erklärt Meisterjahn. Die Gymnasiasten vom Leibniz werden sich indes darum kümmern, dass Spaziergänger über ihre Smartphones und QR-Codes an bestimmten Tafeln Informationen zur Natur abrufen können. „Das ist eine tolle Sache. Die Herrichtung des Naturpfades mit Unterstützung von jungen Leuten hätte unserem Stifter ganz besonders gut gefallen“, sagt Axel Gieseler, Vorsitzender der Bruhn-Stiftung.

Naturschutzgebiet mitten in der Stadt

Einen echten Kraftakt gab es jüngst beim Aufstellen zweier Baumscheiben zu bestaunen. Die beiden Prachtexemplare haben einen Durchmesser von einem Meter und wiegen jeweils um die 400 Kilogramm. „Zählt man die Jahresringe der Eiche, wurde sie vermutlich zu früh geerntet. Demnach wurde der Baum nach 194 statt 200 Jahren gefällt“, sagt Meisterjahn mit einem Augenzwinkern. Die Buche hat wohl 125 Jahre im Küsterholz gestanden. Neben neuen Infotafeln, die unter anderem die Lebensräume Stein- und Totholzhaufen erklären, und den Baumscheibenmodellen steht schon ein neuer Unterstand, der mit Modulen für Bienen- und Insektenhotels bestückt werden soll. „Wir wollen das Angebot besonders für Kinder so gestalten, dass sie noch mehr erleben können“ , sagt Meisterjahn, der aber auch auf den Naherholungswert des rund 30 Hektar großen Naturschutzgebietes, das mitten durch die Stadt geht, aufmerksam macht. „Vielen Bad Schwartauern und Gästen ist gar nicht bewusst, wie besonders wertvoll die Natur hier ist. Und genau das wollen wir mit der Erneuerung des Klassenzimmers und in der Folge an den anderen Stationen des Pfades erreichen.“

Sebastian Prey