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Bad Schwartau Wie kann die Busanbindung verbessert werden?
Lokales Bad Schwartau Wie kann die Busanbindung verbessert werden?
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18:34 04.04.2019
Info-Veranstaltung zum ÖPNV in Stockelsdorf am 3. April 2019 Quelle: Doreen Dankert
Stockelsdorf

Das Interesse war deutlich. Rund 100 Bürger folgten am Mittwochabend der Einladung von Bürgermeisterin Julia Samtleben (SPD) in den Saal des Rathauses, um sich über den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in der Großgemeinde zu informieren. Thema war der Status quo in Sachen Beförderung – und, wo und wann welche Lücken geschlossen werden können.

Den Stand der Dinge erläuterte Stefan Luft vom Planungsbüro Urbanus. Demnach ist der Schulbusverkehr mit der Linie 17 für Stockelsdorfer Schüler hauptsächlich auf das Ziel Bad Schwartau ausgerichtet. In jüngerer Vergangenheit hatte es viel Unmut über die Fahrzeiten gegeben (die LN berichteten), weil manche Schüler regelmäßig zu spät zum Unterricht erscheinen oder diesen mittags früher verlassen müssen, um den Bus nach Hause zu bekommen. Die Gemeinde Stockelsdorf hat mit dem Kreis Ostholstein als Träger des Schulbusverkehrs, dem Stadtverkehr Lübeck und der Stadt Bad Schwartau nachverhandelt. Das Ergebnis sind zwei zusätzliche Fahrten wochentags ab dem Zob Bad Schwartau am frühen Nachmittag. „Seit dem 1. April gibt es jetzt diese zwei zusätzlichen Fahrten“, verkündete Julia Samtleben.

Verbessertes Konzept für Linie 5912

Schulbusse können auch von Nichtschülern genutzt werden. Doch es gibt auch noch viele andere Möglichkeiten, um in der Großgemeinde ans Ziel zu kommen. Zum Beispiel die Linie 5912 von Lübeck nach Ahrensbök. „Doch das Problem der Linie 5912 ist, dass sie sehr unregelmäßig fährt“, erklärte Stefan Luft. Der Kreis Ostholstein habe aktuell ein Konzept für diese Linie, die eine Schleife über Dissau und eine Fahrt im Stunden-Takt vorsieht. „Das wäre eine erhebliche Verbesserung gegenüber dem Status quo“, sagte Luft, der als „Ergänzung des Konzeptes des Kreises“ die Idee vom „Dorfbus als Anrufbus“ in den Raum warf. Vorstellbar sei so ein Dorfbus, der jeweils mit einer Ringlinie die Dörfer auf jeder Seite der Landesstraße bedient und die Bürger dann bis zu einem Knotenpunkt des regulären Busnetzes befördert. „Dieser Dorfbus wäre ’on the top’“, betont Luft, „also ein Zusatzangebot.“ Als Nutzungsbarriere sieht der Planer dabei allerdings, dass sich die Fahrgäste eine Stunde vor Abfahrt anmelden müssen.

Varianten für einen Dorfbus und Bürgerbus

Möglich, das aber zu deutlich höheren Kosten, sei laut Stefan Luft auch ein Dorfbus ohne Anmeldung mit festem durchgehenden Takt-Fahrplan. Die Einbindung des Schülerverkehrs wäre hier möglich, dafür wären aber laut Luft auch größere Fahrzeuge erforderlich als bei der Anrufbus-Variante. Schließlich nannte der Planer noch die Variante des Bürgerbusses, der auf Ehrenamtsbasis funktioniert. „Dafür sind aber mindestens 20 ehrenamtliche Fahrer nötig“, sagte Luft.

Sinn und Zweck der Veranstaltung war es, Meinung und Anregungen der Bürger einzuholen, um herauszuarbeiten, wo und in welchem Umfang Beförderungsbedarf besteht. So erklärte es Bürgervorsteher und Moderator Manfred Beckmann (CDU), nachdem einige wenige Bürger ihre Ansicht in harschem Tonfall speziell zum Thema der alten Linie 9 und dem Hohlweg äußerten: „Wir machen hier eine Bürgerbeteiligung, aber es kann nicht sein, dass wir hier heute für alles eine Lösung haben. Wir laden Sie nicht ein, damit Sie sich hier echauffieren und danach wieder nach Hause gehen. Wir hören Ihnen zu.“

Bürgerbeteiligung zur Bedarfsermittlung

Die Verwaltung, neben der Bürgermeisterin auch vertreten durch den Ordnungsamtsleiter Stefan Köhler, den stellvertretenden Hauptamtsleiter Björn Matho sowie den Klimaschutzmanager Manuel van der Poel, beschränkt sich in Sachen öffentlicher Nahverkehr nicht nur auf das Zuhören, sondern bittet die Bürger auch, an der Umfrage zum Thema Mobilität (siehe Info-Text) teilzunehmen. „Wenn wir den Bedarf ermitteln, dann haben wir eine gute Grundlage, um zu erkennen, wo und wann Lücken vorhanden sind“, erklärte van der Poel, „und an der Stelle sind die Bürger aufgefordert, mitzumachen. Denn wenn am Ende nur zwei Leute in einem großen Bus sitzen, dann bringt das nichts für den Klimaschutz, dann wäre es besser, mit dem Pkw zu fahren.“

Bürgerbefragung bis zum 30. April

Alle Bürger der Gemeinde Stockelsdorf sind aufgerufen, an der Umfrage über die Mobilität und Verkehrsanbindung in Stockelsdorf teilzunehmen. Das Zeitfenster der Umfrage ist vom 3. bis 30. April 2019. Dazu wird ein Fragebogen mit 20 Fragen ausgefüllt. Die Fragen sind weitestgehend unkompliziert mit dem Ankreuzverfahren zu beantworten. Dieser Fragebogen ist im Bürgerbüro des Rathauses erhältlich oder auch online unter www.stockelsdorf.de unten auf der Startseite unter dem Link „Umfrage ÖPNV“.

Der Fragebogen ist digital ausfüllbar und kann per E-Mail gesendet werden an info@stockelsdorf.de mit Betreff „Fragebogen ÖPNV“. In Papierform ist die Angabe möglich im Rathaus Zimmer 13 oder per Post an Gemeinde Stockelsdorf-Betreff Fragebogen-Ahrensböker Straße7 in 23617 Stockelsdorf.

Klartext zu Linie 9 und Kostenübernahme

Weitere klare Ansagen kamen zum Beispiel vom Hauptausschussvorsitzenden Torsten Petersson (CDU): „Die alte Linie 9 wird es nie wieder geben. Und es gibt Straßen, für die es keine Zulassung mehr für Busverkehr gibt. Der Hohlweg hat keine Genehmigung mehr für Busse.“ Das ist der Grund, warum manche Bürger jetzt einen 500 Meter weiteren Weg zur nächsten Bushaltestelle haben. Die Vertreterin vom Stadtverkehr Lübeck, Dr. Caroline Höhnke, stellte schlussendlich fest, „dass das alles eine finanzielle Frage ist, irgendwer muss das bezahlen, Lübeck tut es nicht.“

Doreen Dankert

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