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Bad Schwartau Der Lotsendienst berät in Sachen Pflege
Lokales Bad Schwartau Der Lotsendienst berät in Sachen Pflege
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10:36 09.01.2019
Lotsendienst-Beraterin Gaby Loyall (li.) und die erste Vorsitzende des Trägervereins, Birgitt Beckmann, feiern im April 2018 das zehnjährige Bestehen des Lotsendienstes. Quelle: Doreen Dankert
Stockelsdorf

Ihr Spezialgebiet ist es, Menschen zu helfen, sich im Paragrafen-Dschungel des Pflegegesetzes zurechtzufinden. Gaby Loyall leitet bereits seit vielen Jahren den Lotsendienst in Stockelsdorf, eine unabhängige und kostenlose Beratung für Bürger, die Unterstützung im Bereich der Pflege für sich selbst oder ihre Angehörigen brauchen und suchen. Meistens sind es ältere Menschen, die pflegebedürftig sind, aber es kann auch junge Menschen betreffen – in der Phase der Genesung nach einem Unfall zum Beispiel. Wie und wo man konkret Hilfe bekommen kann und beantragen muss, ist für viele schier nicht zu überblicken. Und genau an dieser Stelle lotst Gaby Loyall als Fachkraft im Bereich der Altenhilfe die Beratungssuchenden wortwörtlich durch das Labyrinth der Möglichkeiten. „Ziel ist es, dass die betroffenen Menschen möglichst lange und sicher in ihrem gewohnten häuslichen Umfeld leben können“, erklärt Birgitt Beckmann, ersten Vorsitzende des Trägervereins.

In welcher Weise der Lotsendienst konkret helfen kann, schildert Gaby Loyall in einem Fall, „der gar nicht so selten vorkommt“. Zum Beispiel bei einem älteren Ehepaar, das sich gegenseitig unterstützt, und in einem Einfamilienhaus in Stockelsdorf lebt. Plötzlich ist die Frau schwer krank, liegt längere Zeit im Krankenhaus und bekommt danach einen Reha-Aufenthalt verordnet. Der Mann ist wegen seines labilen Gesundheitszustandes nun in großen Schwierigkeiten und kommt zuhause nicht mehr allein zurecht. Die beiden verheirateten Kinder des Ehepaares können ihren Eltern nur eingeschränkt Hilfe leisten. Bei der einen Familie arbeitet der Sohn in Hamburg, seine Frau betreut zwei Kleinkinder und führt nebenher eine geringfügige Beschäftigung aus. In der zweiten Familie arbeitet die Frau halbtags und betreut noch ihren kranken Mann zuhause. Insofern ist eine durchgängige Betreuung der Eltern durch deren Kinder ist auf Dauer nicht leistbar. Deshalb suchen die erwachsenen Kinder Hilfe – und genau an der Stelle kommt der Lotsendienst ins Spiel.

Es muss jetzt schnell eine Lösung für den Vater zu Hause gefunden werden. Ein Mahlzeitendienst und eine Haushaltshilfe müssen organisiert werden. Auch ein Haus-Notruf-Gerät kommt für den Vater infrage, da er aufgrund seiner körperlichen Konstitution zum Stolpern neigt, was folgenschwere Stürze nach sich ziehen kann. Und schließlich ist jetzt die Zeit gekommen, um zu klären, ob die Eltern nach dem Reha-Aufenthalt der Frau grundsätzlich noch allein zu Hause leben wollen und können oder ob eine Senioreneinrichtung vielleicht ein bessere Alternative wäre.

Information

Der Lotsendienstist ein gemeinnütziger Verein, der sich aus Spenden und aus Beiträgen der Mitglieder, der engagierten Unternehmen und der Gemeinde finanziert. Die jährlich rund 200 Beratungsleistungen sind trägerunabhängig, neutral und kostenlos.

Gaby Loyall ist mittwochs im Büro vom Lotsendienst in der Segeberger Straße 10 von 15 bis 17 Uhr erreichbar. Andere Terminabsprachen sind unter Telefon 0451/29057868 und per E-Mail an info@lotsendienst-stockelsdorf.de möglich. Internet: www.lotsendienst-stockelsdorf.de

Zunächst einmal haben sich alle Beteiligten dafür entschieden: Probehalber bleiben die Eltern in ihrer gewohnten Umgebung mit Unterstützung der Kinder. Ein ambulanter Pflegedienst soll die Mutter mindestens einmal täglich betreuen. Weiter ist die Anschaffung eines Pflegebettes und einiger anderer Hilfsmittel nötig. Um die finanzielle Belastung für die Familie zu minimieren, wird durch Beratung von Gaby Loyall vom Lotsendienstes ein Antrag bei der Pflegeversicherung gestellt. Eventuell ist später eine 24-Stunden-Pflege zu organisieren und es sind weitere Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfeldes einzuleiten. „In so einem Fall versucht der Lotsendienst unterstützend Kontakte zu vermitteln und Vorschläge zur besseren Versorgung mit der Familie auszuarbeiten“, erklärt Gaby Loyall.

Doreen Dankert

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