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Bad Schwartau Bürgermeisterin Samtleben für mobilen Blitzer in Stockelsdorf
Lokales Bad Schwartau Bürgermeisterin Samtleben für mobilen Blitzer in Stockelsdorf
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14:30 10.01.2020
Stockelsdorfs Bürgermeisterin Julia Samtleben (SPD) sieht die Gemeinde gut aufgestellt für die Zukunft. Quelle: Doreen Dankert
Stockelsdorf

Wie die Ziele für das vergangene Jahr erreicht wurden und was für die Zukunft ansteht, darüber spricht Julia Samtleben (39) mit den LN.

Unter welchem Stern stand das Jahr 2019 für die Gemeinde?

Unter einem guten Stern. Wir haben eine sehr gute Haushaltslage, auch wenn es immer heißt, dass wir jetzt so sehr in die roten Zahlen kommen. Beim Abschluss 2018 hatten wir knapp 2,4 Millionen plus. Und wir werden auch 2019 wieder positiv abschließen. Und wir haben viel erreicht.

Was zum Beispiel?

Was mich sehr glücklich macht, ist, dass ich dieses Jahr beim Neujahrsempfang sagen kann, dass es losgeht mit dem Bau des Feuerwehrgerätehauses. Die Bodenarbeiten haben schon begonnen. Die Grundsteinlegung wird Anfang 2020 sein. Wir haben die Grundschulbetreuung für die nächste Zeit ganz gut im Lot. Wir haben fast ausreichend Kindergartenplätze und eine so kurze Warteliste wie noch nie. Es kommen fast alle Kinder unter. Wir haben 2019 noch die Erweiterung der Kita Himmelblau und den Wald- und Naturkindergarten eröffnet. Zudem werden im Gemeindehaus noch Krippengruppen untergebracht. Der Bedarf ist eigentlich erst mal soweit gedeckt.

Lesen Sie hier, warum der Feuerwehr-Neubau größer wird als geplant.

Wo ist es noch nicht so, wie Sie sich das vorgestellt haben?

Manche Sachen, die dauern mir einfach zu lange. Aber das sind einfach auch Abläufe, die man nicht einfach so beeinflussen kann – Ausschreibungsverfahren zum Beispiel. Die Brücke am Landgraben beispielsweise war eineinhalb Jahre gesperrt. Man denkt, das ist doch nur eine kleine Brücke, das muss doch schnell gehen. Aber es gibt nun mal diese Verwaltungsprozesse und erforderliche Abstimmungen mit Lübeck. Und das dauert eben. Jetzt ist die Brücke wieder offen und wird am 22. Januar um 10 Uhr gemeinsam mit dem Lübecker Bürgermeister Jan Lindenau offiziell eingeweiht.

Die Kreuzung an der L184/Ahrensböker Straße gilt schon lange als Unfallschwerpunkt. Was soll da passieren? Und wann?

Wir haben relativ wenig Einfluss drauf, da der Landesbetrieb Verkehr dafür zuständig ist. Aber dort soll eine Ampel hin. Allerdings wird das vermutlich noch zwei, drei Jahre dauern.

Bei der Ampel in Ravensbusch ist ja schon was passiert: auffällige Warnhinweise und eine geänderte Ampelschaltung. Bewirken diese Änderungen etwas?

Die Kreuzung ist auf jeden Fall sicherer geworden. Das ist das, was ich von der Grundschule mitbekommen habe. Es ist auf jeden Fall eine deutliche Verbesserung in puncto Sicherheit.

Soll da noch mehr gemacht werden?

Ich würde immer noch, wenn es möglich ist, einen festen Blitzer bevorzugen in dem Bereich. Ich würde es auch gut finden, wenn Stockelsdorf selbst einen mobilen Blitzer hätte, um selber den Verkehr zu überwachen. Aber den müssten wir anschaffen und so was ist sehr teuer.

Bräuchte man dann auch mehr Personal?

Ja, theoretisch bräuchte man dann auch mehr Personal. Man müsste sehen, wie man das macht. Wir teilen uns ja auch Kosten mit Bad Schwartau zum Beispiel bei der Überwachung des ruhenden Verkehrs. Das kostet alles, aber es bringt eben auch Sicherheit. Und das spült unter Umständen auch wieder Geld in die Kasse.

Ist das ein konkreter Plan?

Es ist ein Gedankenspiel. Ich habe das im Blick.

Für den Haushalt 2020 sind Investitionen in Höhe von zehn Millionen Euro vorgesehen, aber unterm Strich auch rote Zahlen.

Wir hatten in den letzten zehn Jahren nur einmal einen Abschluss mit einer schwarzen Zahl. Das war 2018. Und bei den zehn Millionen Euro, die 2020 investiert werden, gehen allein mindestens sieben Millionen Euro in Projekte, die vor meinem Amtsantritt beschlossen wurden.

Wie hoch wäre der Schuldenstand nach den aktuellen Berechnungen Ende 2020?

Rund sechs Millionen Euro. Aber ich gehe davon aus, dass er niedriger sein wird, denn die Fördermittel sind dabei nicht berücksichtigt.

Die Aussicht auf rote Zahlen raubt Ihnen also nicht den Schlaf?

Nein. Denn es gibt wenige Kommunen, denen es finanziell so gut geht. Es gibt im Kreis Ostholstein einen Sondertopf für bedürftige Kommunen.

Und da sind zwei Kommunen nicht drin: Scharbeutz und Stockelsdorf, sonst alle. Wir haben wirklich eine hohe Finanzkraft.

Ist der Bürgermeister-Job immer noch ihr Traumjob?

Ja. Eindeutig ja.

Sie wollen ja, dass Stockelsdorf die klimafreundlichste Gemeinde in Ostholstein wird.

Ach, das sind wir bestimmt schon.

Welcher neue Impuls kommt in Sachen Klimaschutz 2020 in Stockelsdorf dazu?

Wir wollen eine Bestandsaufnahme für den Radverkehr machen. Wir werden einen Radverkehrsbeauftragten benennen und den Fokus darauf richten, welche Maßnahmen man in der Hinsicht noch verstärken kann. Was ich unbedingt will, ist ein Bike-Sharing-System.

Allerdings macht das nur Sinn, wenn man das mit Lübeck zusammen macht.

Wie funktioniert das?

Grundsätzlich muss das Gesamtpaket stimmen in Abstimmung mit dem ÖPNV. Aber wenn ich in Lübeck am Bahnhof ankomme und den Bus nach Stockelsdorf verpasst habe oder das Wetter schön ist, dann kann ich mir ein Bike leihen und damit zum Beispiel bis zu Famila fahren, wenn dort eine Bike-Sharing-Station wäre, und stelle das Rad dann dort wieder ab. So bräuchte ich nicht ein teures Taxi nehmen und komme trotzdem schnell von Lübeck nach Stockelsdorf.

Lesen Sie hier: Testphase für Bus-Ticket-Zuschuss beginnt

Ihr Dienstwagen ist ein E-Auto. Sind Sie damit schon mal liegen geblieben?

Nein, aber ich muss schon sagen, man ist mit so einem E-Auto ein Automobilpionier. Es gibt unterschiedliche Bezahlsysteme an den Ladesäulen und man kann das nicht einfach so mit der Kreditkarte bezahlen. Es ist leider zum Teil sehr umständlich. Wenn ich Stockelsdorf nicht verlasse, dann habe ich kein Problem. Aber neulich war ich in Kiel, da hat mir die App gesagt, die nächste Ladestation ist 700 Meter weg. Das stimmte nicht mal, die war viel dichter, aber dafür war sie vollkommen zugeparkt. Ich brauchte vier Versuche, um irgendwo Strom zu laden. Sonst wäre ich nicht mehr nach Hause gekommen.

Gab es schon mal eine Situation, in der Sie Ihr E-Auto verflucht haben?

Ja, ja, ja. Zwei bis drei Mal hatte ich das sicher schon. Das Auto fährt sehr gut, aber man muss viel mehr planen als mit einem anderen Auto. Es hat eben auch eine viel geringere Reichweite. Bei mir sind es 250 Kilometer.

Was nehmen Sie sich persönlich für 2020 vor?

Ich habe mir vorgenommen, die olympische Distanz beim Triathlon zu machen, und wieder mal einen Marathon oder einen Halbmarathon zu laufen.

Sie tragen jetzt plötzlich kurze Haare – warum?

Tja, wie das manchmal so ist beim Friseur. Die langen Haare haben mich genervt. Ich habe viel positives Feedback bekommen, aber meinem Sohn gefällt es nicht so gut.

Und Ihnen gefiel die Frisur sofort?

Nee, ich musste mich ganz schön dran gewöhnen, weil es eben ganz anders ist. Aber ich bin da entspannt, denn meine Haare wachsen ja sehr schnell.

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