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Bad Schwartau „Das wird ein Marathon“
Lokales Bad Schwartau „Das wird ein Marathon“
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20:10 09.01.2017
Wer Rang und Namen hat, machte sich auf den Weg zum Neujahrsempfang der Stadt Bad Schwartau. Aber auch Bürger nutzten die Gelegenheit für den Austausch. Quelle: Fotos: Irene Burow
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Bad Schwartau

Betreuungsangebot, Innenstadt, Beltquerung, Flüchtlinge, Haushalt: Das sind die großen mittel- und langfristigen Themen für die Stadt Bad Schwartau. Das hat Bürgermeister Uwe Brinkmann (parteilos) beim Neujahrsempfang der Stadt am Sonntag hervorgehoben. Vor Vertretern aus Wirtschaft, Politik, Bildung, Verwaltung, Vereinen und Institutionen spannte er einen Bogen von der weltpolitischen Lage bis vor die Haustür. „Der Anschlag in Berlin hat uns alle schockiert“, sagte er. Im Zuge des Flüchtlingsstroms „müssen wir zugeben, dass es einen Kontrollverlust gegeben hat“. Missstände sollten klar benannt, aber nicht dramatisiert werden. In Bad Schwartau seien von derzeit 300 Flüchtlingen rund ein Dutzend straffällig geworden und rechtskräftig ausreisepflichtig. Diese Zahl zeige, dass es sich um eine Minderheit handele. Dennoch müsse geklärt werden, wie damit umzugehen ist. „Integration und Flüchtlingshilfe ist nicht zum Nulltarif zu bekommen“, so Brinkmann. „Es sind zwei Millionen Euro, auf denen die Stadt sitzenbleibt, die nicht vom Bund oder Land gedeckt werden. Doch das ist eine Summe, die wir gern zahlen. Ich sage es ausdrücklich, dass es uns das wert ist, diese Hilfe zu leisten.“

Neujahrsempfang in Bad Schwartau: Das sind die großen Themen in der Zukunft.

Um Bad Schwartau noch lebenswerter zu gestalten, wolle er das Betreuungsangebot weiter ausbauen und die Gestaltung der Innenstadt vorantreiben. Sein Vorschlag: eine kostenlose Kinderbetreuung anbieten. Das sei finanziell zwar schwer umsetzbar, doch „aufgrund des begrenzten Baulandes ein familienpolitisches Signal an das Land und ein Ankerpunkt, um Familien in der Stadt zu halten“. Er freue sich auf die Eröffnung der sanierten Fußgängerzone in diesem Sommer. „Es wird die gute Stube der Stadt sein.“ Eine Belebung dürfe jedoch nicht nur herbeigeredet werden. Es müsse Mehrwert und Aufenthaltsqualität geschaffen werden, um gegen den Online-Handel zu bestehen. „Wenn ich die Häuserfassaden sehe, haben wir noch Aufholpotenzial“, so der Bürgermeister. Es sei nun Aufgabe der Stadt, mit einer Sonderverordnung ein einheitliches Bild zu ermöglichen. Auch dürfe man das alte Amtsgerichtsgebäude nicht aus dem Blick verlieren.

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Zu den langfristigen Herausforderungen zählt Brinkmann einerseits die Schienenanbindung der Beltquerung: „Es wird ein Marathon, die Beeinträchtigungen für die Stadt abzuwehren.“ Dabei sei es wichtig, dass alle betroffenen Gemeinden zusammenhalten, um eine starke Stimme abzubilden. „Wenn sie auseinanderdividieren, wird es zu keinem vollumfänglichen Schutz kommen“, mahnte er. Andererseits werde es ein weiterer Kraftakt für die Stadt, den Haushalt zu konsolidieren – also zu sparen. „Das heißt nicht, dass es der Stadt schlecht geht. Sondern, dass wir lernen müssen zu verzichten, selbstkritisch zu hinterfragen und uns vielleicht davon verabschieden müssen, dass Zuschüsse großzügig gewährt werden.“ Doch er sehe den Herausforderungen freudig entgegen.

Die Mensa der Elisabeth-Selbert-Gemeinschaftsschule war bis auf den letzten Platz besetzt. „Wir werten das als Zeichen der Verbundenheit und bedanken uns herzlich dafür“, sagte Bürgervorsteherin Birgit Clemens. „In der heutigen Zeit erscheint es mir wichtiger denn je, diesen persönlichen Dialog zu pflegen.“ Sie bedankte sich bei den Gästen für ihren Einsatz, ohne den das gesellschaftliche Leben nicht funktionieren würde.

Münze vergeben

Zwei Bürger sind für ihre langjährigen Verdienste mit der Ehrenmünze der Stadt Bad Schwartau ausgezeichnet worden. Bürgervorsteherin Birgit Clemens überreichte als Dankeschön und Anerkennung die Gedenkmünze „100 Jahre Stadt Bad Schwartau“ an Gerlinde Matz, die sich jahrelang über das Maß hinaus im Vorstand des Gemeinnützigen Bürgerverein engagiert hat. Für seine besonderen Verdienste ist zudem Zwergenvater Rolf Kirsten geehrt worden. Seit 30 Jahren sind seine Zwergenhäuser ein Aushängeschild für die Stadt.

Die Ehrenmünze war 2012 zum Jubiläum der Stadt angefertigt worden. Die Sonderprägung aus Feinsilber ziert das alte Amtsgerichtsgebäude auf der Vorderseite und das Stadtwappen auf der Rückseite.

Irene Burow

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