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Bad Schwartau Die Plakate der Bürgermeister-Kandidaten
Lokales Bad Schwartau Die Plakate der Bürgermeister-Kandidaten
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18:23 16.04.2016
Martin Fuchs (36) ist auch als Kolumnist und Autor für unterschiedliche Medien tätig.

Bad Schwartau Heute in einer Woche am Sonntag, 24. April, hat Bad Schwartau die Wahl. Vier Männer und eine Frau bewerben sich um den Chefsessel im Rathaus. Seit Wochen sind die Kandidaten Steffen Dannenberg, Ellen Brümmer, Gerd Radisch, Michael Neese und Dr. Uwe Brinkmann auf Achse. Sie diskutieren in großen Runden, machen Haustürbesuche oder werben für ihre Person an Wahlkampfständen. Dass die Stadt einen neuen Verwaltungschef zum 1. August sucht, dürfte mittlerweile jedem bekannt sein. Die Zahl der Wahlplakate und Banner, die die Straßen säumen, ist enorm.

Gekonnte Gesamtwirkung: Gerd Radisch (parteilos).
Ansprechend und klar: Ellen Brümmer (CDU).
Persönliche Botschaft: Parteiloser SPD-Kandidat Uwe Brinkmann.
Mutiges Statement: Steffen Danneberg (WBS). Quelle: Fotos: S. Prey
Setzt auf Banner statt Plakate: Michael Neese (parteilos).
Mutiges Statement: Steffen Danneberg (WBS). Quelle: Fotos: S. Prey
Gekonnte Gesamtwirkung: Gerd Radisch (parteilos).
Persönliche Botschaft: Parteiloser SPD-Kandidat Uwe Brinkmann.
Ansprechend und klar: Ellen Brümmer (CDU).
Setzt auf Banner statt Plakate: Michael Neese (parteilos).

Der Hamburger Politikberater Martin Fuchs hat aus der Ferne für die LN eine Plakat-Bewertung vorgenommen. Das Ergebnis: Bei allen Plakaten ist noch Luft nach oben.

Steffen Dannenberg: Beim Anblick des Plakats muss Martin Fuchs erst einmal tief Luft holen. „Das ist schon sehr selbstbewusst und fast schon von oben herab“, empfindet Fuchs, der auch eine Erklärung vermisst. „Etwas Programm oder die besonderen Fähigkeiten des Kandidaten hätte man schon noch herausstellen können.“ Prinzipiell sei der Versuch einer Selbstbeschreibung nicht schlecht. „Es ist mal ein etwas anderer, frischerer Ansatz“, so Fuchs, der auch die klare Absenderkennung der Wählergemeinschaft und den lokalen Bezug mit Nennung von Bad Schwartau unter Einbindung des Stadtlogos auf dem blauen Plakat lobt.

Gerd Radisch: „Von der Aufmachung, Layout, Foto, Farbenwahl, Schrifttyp, Ansprache und der Gesamtwirkung für mich das beste Plakat des Wahlkampfes“, lautet die Bewertung von Martin Fuchs, der allerdings auch hier konkrete Inhalte, Ziele und Visionen vermisst. Schlecht sei allerdings, dass das prominent beworbene Facebookprofil nur durch die 100-prozentig korrekt eingegebene Domain, die auf dem Plakat auch noch falsch ist, erreicht wird.

Dr. Uwe Brinkmann: Das Bildmotiv ist nach Meinung des Experten sehr gelungen. „Er kann das Thema Familie mit persönlichen Erfahrungen verknüpfen. Das macht sich gut“, sagt Fuchs, der sich aber an den klassischen Attitüden stört. „Was sind ,Gute Bildung‘ und ,Starke Familien‘?“ Negativ empfindet der Experte auch, dass Brinkmann kein klares Bekenntnis abgibt. „Warum unterschlägt er als SPD-Kandidat ohne Parteibuch, die ihn unterstützende Partei auf dem Plakat? Die SPD hat ihn ausgewählt, unterstützt ihn und finanziert den Wahlkampf. Die Bürger sollten wissen, welchen Hintergrund er hat“, findet Fuchs, der die anderen Brinkmann-Plakate mit Portraitfoto vor dem Rathaus ansprechend, aber auch etwas langweilig findet.

Ellen Brümmer: „Lustigerweise hatten die Kampagnenteams von SPD und CDU sehr ähnliche, fast identische Ideen. Ein Portrait vor dem Rathaus und dazu auch einzelne Worte als Claim.

Die Plakate ähneln sich daher sehr, aber das Plakat von Brümmer ist gelungener. Das Portrait mit Weichzeichner und Lächeln ist wärmer, emotionaler und kommt besser rüber“, empfindet Fuchs. Er lobt den klar erkennbaren Absender und das Stadtlogo auf dem Plakat. „Allerdings erfahren politisch uninteressierte Menschen in der Stadt gar nicht, warum die Herrschaften in der Stadt hängen.“

Michael Neese: Prinzipiell findet Fuchs Neeses Idee gut, auf Plakate komplett zu verzichten und nur mit größeren Bannern zu werben. „Da ist mehr Platz und das andere Format bringt mehr Aufmerksamkeit. Allerdings verschenkt Neese mit seinem Entwurf sämtliche Potenziale — das Banner ist im Grunde ,nur‘ ein Plakat“, moniert Fuchs, der auch mit dem übergroßen Facebook-Daumen nichts anfangen kann. „Gut ist aber der klare lokale Bezug mit Nennung von Bad Schwartau, seiner Herkunft und Parteilosigkeit“, so Fuchs. Er fragt sich aber auch : „Sind das die einzigen Argumente, um Bürgermeister zu werden?“ Auf dem Banner hätten klare Inhalte und Ziele seiner Amtszeit auf alle Fälle auch noch Platz gehabt.

Berater und Dozent

Martin Fuchs berät Regierungen, Parlamente, Parteien, Politiker und Verwaltungen in digitaler Kommunikation. Zuvor hat er als Politik- und Strategieberater einige Jahre in Brüssel und Berlin gearbeitet. Seit 2008 ist Martin Fuchs als Lehrbeauftragter für Public Affairs an der Universität Passau und als Dozent für Social Media und Politik an weiteren Hochschulen tätig. Er ist unter anderem als Blogger über Social Media in der Politik unter hamburger-wahlbeobachter.de unterwegs.

Ohne geht es nicht

Zur Bedeutung von Wahlplakaten erläutert Martin Fuchs: „Wahlplakate sind bedeutsam. Es kann sich keiner erlauben, ohne zu agieren.“ Wahlplakate würden in der Bevölkerung stark wahrgenommen werden. Die Formate der Plakate spielen auch eine Rolle. Wichtiger als XXL-Plakate seien laut Fuchs aber der Standort sowie die Anzahl. Zur Bedeutung von Internetseiten und sozialen Medien sagt Fuchs: „Es ist unerlässlich, hier präsent zu sein. Die Internetseite des Kandidaten ist Standard, der sein muss.“

Von Sebastian Prey

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