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Bad Schwartau Eine gewaltige Wand als Argument für einen Trog
Lokales Bad Schwartau Eine gewaltige Wand als Argument für einen Trog
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17:48 21.09.2019
Ortstermin mit Bürgermeister Uwe Brinkmann, Vertretern von Bürgerinitiativen sowie Anwohnern und Kommunalpolitikern am Bahnübergang Kaltenhöfer Straße. Dort wurde eine Lärmschutzwand als eine Art Mahnmal errichtet. Quelle: Sebastian Prey
Bad Schwartau

Schön sieht anders aus. Dennoch hat die große sechs Meter hohe und 4,20 Meter breite Wand am Bahnübergang Kaltenhöfer Straße seine Anhänger. „Die Wand spricht für sich selber und bedarf eigentlich keiner weiteren Worte“, sagte Bürgermeister Uwe Brinkmann bei einem Ortstermin mit Vertretern aus Politik, Verwaltung, Anwohner und Mitgliedern von Bürgerinitiativen. Das Bauwerk ist ein kleiner Vorgeschmack auf das, was auf die Stadt im Zuge der Hinterlandanbindung zur festen Fehmarnbeltquerung noch so zukommen kann.

Anblick löst Betroffenheit aus

Für rund 15 000 Euro hat die Stadt Bad Schwartau die gewaltige Wand errichten lassen. Eine Investition, die sich am Ende auf alle Fälle auszahlen soll. „Wie groß die Betroffenheit Bad Schwartaus bei der Hinterlandanbindung ist, erschließt sich nicht jedem, der die Lokalität nicht kennt. Bei diesem Anblick aber schon“, erläuterte Brinkmann den rund 40 Zuhörern. Wer vor dieser Wand stehe, bekomme ein Gefühl für die Dimension. „Diese Wand hat eine Fläche von 25 Quadratmetern. Wenn es nach der Deutschen Bahn geht, würde Bad Schwartau diese Art von Lärmschutz mit einer Fläche von 25 000 Quadratmetern bekommen. Das entspricht mehr als drei Fußballfeldern.

Die sechs Meter hohen Wände werden beidseitig der Trasse auf jeweils 1,5 bis 2 Kilometer Länge den Ort durchschneiden“, berichtete Brinkmann. Ob dieser Tatsache sei diese Wand ein gewaltiges Argument für einen übergesetzlichen Lärmschutz in Form eines Troges. Die Forderung nach einem sieben Meter tiefen Trog bei der Ortsdurchfahrt, der wesentlich höhere Kosten verursacht als eine Lärmschutzwand, sei keinesfalls überzogen, sondern ein berechtigtes Anliegen. „60 Prozent der Betroffenen entlang der Hinterlandanbindung leben in Bad Schwartau“, betonte Brinkmann. Entsprechend sei der Gesamtbetrag der übergesetzlichen Schutzmaßnahmen in Höhe von 594,8 Millionen für Ostholstein aufzuschlüsseln. Für Forderungen aus der Region wurden im Dialogforum 327,2 Millionen Euro und für die Forderung Bad Schwartaus 267,6 Millionen Euro geltend gemacht.

Breite Unterstützung von Vereinen

Die Unterstützung für die Forderung Bad Schwartaus ist breit. Henning Beck vom Gemeinnützigen Bürgerverein: „Die Wand hat zwar viel Geld gekostet, aber sie führt gut vor Augen, dass unserer Stadt eine Zerschneidung droht.“ Umweltbeirat Rudolf Meisterjahn: „Der geplante Ausbau der Bahnstrecke verstärkt künftig die schon bestehenden Umweltbelastungen. Lärmschutz und Erschütterungsschutz können nur durch eine deutliche Absenkung der Bahntrasse erreicht werden. Ein Trog ist daher unumgänglich. Ein Trog ist aber auch erforderlich, um den alten Wald des Kuhholzes und des Geibelwaldes zu erhalten. Kuhholz und Geibelwald sind uralte Waldgebiete mitten in der Stadt. Wenn der Trog nicht gebaut wird, dann müssen drei Hektar alter Wald gerodet und für neue Straßenanlagen überbaut werden. Der Trog in Bad Schwartau ist daher ein zwingender Baustein für Klimaschutz und Umweltschutz.“

Sehr angetan von der aufgestellten Lärmschutzwand sind auch die Bürgerinitiativen Kreuz-Ritter, Elisabethstraße und VeSUW. „Dieses Wandteil dient als Symbol und abschreckendes Beispiel für die Verschandelung der Landschaft und des Stadtbildes sowie sozialer Aus-, Abgrenzung und Trennung von Menschen innerhalb einer Stadt“, heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung. Die Initiativen erinnern zudem daran, dass sich bereits 3333 Menschen gegen die Lärmschutz-Pläne der Bahn ausgesprochen haben. Entsprechende Unterschriftenlisten würden noch immer in der Bücherei und im Bürgerbüro im Rathaus ausliegen.

Bürgermeister erwartet Politiker aus Berlin

Die aussagekräftige Wand soll nicht nur die Bad Schwartauer weiter für das Thema sensibilisieren. Bürgermeister Uwe Brinkmann erwartet in der nächsten Zeit auch politische Entscheidungsträger aus beiden großen Fraktionen in Berlin in der Stadt. „Natürlich werden wir dann auch diesen Ort besuchen“, kündigte Brinkmann an. Für Ende Oktober hat sich eine Delegation der SPD mit dem haushaltspoltischen Sprecher Johannes Kahrs und Bettina Hagedorn, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister der Finanzen, angekündigt.

Von Sebastian Prey

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