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Bad Schwartau Einmalig im Land: Stockelsdorf gibt 30 Euro zur Monatskarte dazu
Lokales Bad Schwartau Einmalig im Land: Stockelsdorf gibt 30 Euro zur Monatskarte dazu
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16:33 30.10.2019
Die Buslinie 17 zwischen Stockelsdorf und Bad Schwartau ist eine der Busverbindungen, die es in der Großgemeinde gibt. Quelle: Saskia Hassink
Stockelsdorf

Die Testphase zur Förderung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) in der Gemeinde Stockelsdorf beginnt viel eher, als die Verwaltung es ursprünglich angedacht hatte. Irgendwann in einem noch zu bestimmenden Monat in 2020 sollte das eigentlich sein – und auch nur für einen Monat war der Test geplant. Doch im jüngsten Ausschuss für Umwelt, Bauen, Planung und öffentliche Sicherheit haben die Ausschussmitglieder Nägel mit Köpfen gemacht und damit absolutes Neuland in Schleswig-Holstein betreten. Das Ergebnis: Für eine Testphase von drei Monaten wird die Bus-Monatsfahrkarte für Bürger der Gemeinde Stockelsdorf mit jeweils 30 Euro im Monat bezuschusst. Diese Subvention, so heißt es aus der Verwaltung, sei mit den betreffenden Verkehrsbetrieben – Stadtverkehr Lübeck und Autokraft – abgesprochen und rechtlich geprüft. Start des Testzeitraums ist bereits im Dezember.

Stockelsdorf übernimmt Vorreiterrolle im Land

„So etwas hat noch keine Kommune bis jetzt in Schleswig-Holstein gemacht“, erklärte Bürgermeisterin Julia Samtleben (SPD), „wir haben da wirklich eine absolute Vorreiterrolle.“ Sinn und Zweck dieser Aktion, für die Stockelsdorf übrigens mit einer sechsstelligen Subventionssumme in die Tasche greift, ist es, den Fokus der Bürger auf den ÖPNV zu legen. „Wir wollen eine klimafreundliche Gemeinde werden“, erklärte die Bürgermeisterin, und deswegen müsse auch etwas dafür getan werden. Torsten Petersson (CDU) erklärte, „es war klar, dass uns eine klimafreundliche Gemeinde auch etwas kosten wird.“

100 000 Euro stellt die Gemeinde dafür bereit – und die Option, die Summe zu erhöhen, „falls wir überrannt werden und das Geld nicht ausreicht“, so Petersson. Denn wie viele Stockelsdorfer sich die 30 Euro für ihr Bus-Monatsticket im Rathaus erstatten lassen, das wisse man noch nicht. „Und es kann jedenfalls nicht sein, dass wir eine Deckelung machen und einige Bürger dann einfach Pech haben, weil das Budget ausgeschöpft ist“, sagte Petersson, „das wäre rechtlich auch nicht haltbar.“ Das bedeutet, wenn die 100 000 Euro für die Bezuschussung nicht ausreichen sollten, wird die Summe erhöht.

Busnutzer werden finanziell belohnt

Ursprünglich hatte die Verwaltung in ihrem Vorschlag einen Testmonat und ein Budget von 20 000 Euro sowie eine Bezuschussung pro Monatsticket von 20 Euro vorgesehen. „Aber das hier muss Signalwirkung haben“, betonte Rolf Dohse (Grüne), „wir müssen klotzen und nicht kleckern.“ Karl-Ludwig Tretau (SPD) sprach sich für eine viermonatige Testphase aus. Am Ende der Diskussion sind daraus drei Monate und 30 Euro pro Monatsticket geworden. „Ich denke“, sagte Sabine Gall-Gratze (Grüne), „mit der Aktion erreichen wir die Unentschlossenen und belohnen mal die Leute, die immer schon den Bus nutzen.“

Zuschuss per Antrag

Bürger der Gemeinde Stockelsdorf können sich für ihr Bus-Monatsticket im Testzeitraum jeweils 30 Euro pro Monat erstatten lassen. Das betrifft die Monate Dezember 2019 sowie Januar und Februar 2020. Die Erstattung erfolgt im Stockelsdorfer Rathaus in einem einfachen Antragsverfahren. Das konkrete Auszahlungsverfahren muss vom Ordnungsamt noch vorbereitet werden und wird rechtzeitig öffentlich verkündet. Der Bürger muss für die Auszahlung das gekaufte Bus-Monatsticket der Firmen Stadtverkehr Lübeck oder Autokraft sowie den Personalausweis vorlegen.

Die Preise für eine Bus-Monatskarte der Region Lübeck liegen für Erwachsene zwischen 40,60 und 78,40 und für Schüler/Auszubildende zwischen 27,82 und 53,70 Euro. Für die Bewohner der Dorfschaften liegen die Kosten für eine Monatskarte sogar noch oberhalb der genannten Preise.

Einzeltickets sind zur Zeit aus rechtlichen und verwaltungstechnischen Gründen von der Subventionierung in der Testphase ausgeschlossen.

Jürgen Scheel von der UWG glaubt hingegen, „dass diese Aktion vergebene Liebesmüh ist. Solange Lübeck es zulässt, dass man da mit dem Auto rein darf, passiert da nicht viel.“ Christian Ehmcke (CDU) erklärte, dass er die Zweifel von Scheel teile.

Dass die Aktion bereits im Dezember startet, dafür hat sich Sabine Gall-Gratze stark gemacht: „Wir geben so den Bürgern die Möglichkeiten, Weihnachtseinkäufe und Weihnachtsmarktbesuche bequem mit dem Bus zu machen.“

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