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Bad Schwartau Ex-U-Boot-Kommandant wird neuer Stadtjäger
Lokales Bad Schwartau Ex-U-Boot-Kommandant wird neuer Stadtjäger
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16:10 18.03.2019
Hegeringleiter Tim Techau (re.) stellt neuen  Stadtjäger in Bad Schwartau vor: Wolfgang Scharf
Hegeringleiter Tim Techau (re.) stellt neuen  Stadtjäger in Bad Schwartau vor: Wolfgang Scharf Quelle: Doreen Dankert
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Bad Schwartau

In Verbindung mit dem Begriff Stadtjäger kennen die Bad Schwartauer seit 30 Jahren eigentlich nur einen Namen: Gert Kayser, der im Alter von 80 Jahren im Januar verstorben ist (die LN berichteten). Da zu keiner Zeit ein Name eines möglichen Nachfolgers gehandelt wurde, stellte sich die Frage: „Kommt überhaupt jemand danach?“

Der Bad Schwartauer Hegeringleiter Tim Techau antwortet darauf jetzt mit einem „ganz klaren Ja“. Wolfgang Scharf wird der neue Stadtjäger von Bad Schwartau. Im Namen des Hegerings hat Tim Techau den neuen Stadtjäger jetzt vorgestellt. „Wir freuen uns, dass es uns gelungen ist, Wolfgang Scharf für dieses sehr verantwortungsvolle Ehrenamt gewinnen zu können“, erklärt Techau.

Bereits seit ein paar Jahren habe der Hegering den 68-jährigen passionierten Jäger für das Stadtjäger-Ehrenamt im Auge gehabt, so Techau, denn schließlich gehöre es zur Aufgabe des Hegerings, „sich rechtzeitig Gedanken um die Zukunft zu machen“.

Von April an offiziell im Einsatz

Ein Stadtjäger ist mehr als nur ein Jäger. Neben einem Jagdschein muss er die Beauftragung durch das zuständige Ordnungsamt haben sowie die Erlaubnis von der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises, um im bewohnten Stadtgebiet jagen zu dürfen.

„Die Stadt hat ihre Erlaubnis erteilt“, erklärt Ordnungsamtschef Bernd Kubsch, „es sind bereits Gespräche mit dem Kreis geführt worden, jetzt fehlt nur noch eine formale Unterschrift.“ Diese erwartet Kubsch in den nächsten Tagen. Ab April, so Bernd Kubsch, werde der neue Stadtjäger offiziell im Einsatz sein.

Wenn ein Waschbär oder Marder Randale auf dem Dachboden macht, sich ein Reh in den Garten verirrt und den Ausgang nicht mehr findet, oder auch, wenn ein Reh oder Wildschwein im Stadtgebiet von einem Auto angefahren und verletzt wird, dann wird der Stadtjäger gerufen – vom Ordnungsamt oder der Polizei. „In so einem Fall geht es darum, das verletzte Tiere von seinem Leid schnellstmöglich zu erlösen“, erklärt Scharf. Das passiert in aller Regel durch einen gezielten Schuss, der durch den Einsatz einer Jagdwaffe ausgeübt wird.

Wolfgang Scharf ist gebürtiger Saarländer, lebt aber mit seiner Familie seit 1973 mit kurzen Unterbrechungen in Horsdorf. „Von daher ist mir das Umland hier bestens bekannt“, sagt der pensionierte Diplomingenieur, der sich neben der Jagd auch bestens mit Burgen auskennt – ein Hobby von ihm. Seine Referenz für besonnenes Handeln zeigt sich auch in einem Teil von Scharfs Biografie: Für mehrere Jahre war er während seiner Bundeswehrzeit bei der Marine U-Boot-Kommandant.

Die Entscheidung für das Amt des Stadtjägers sei erst nach mehren Anfragen vom Hegering und nach reiflicher Überlegung im Familienrat gefallen, sagt Scharf, dessen zwei erwachsene Söhne ebenfalls Jäger sind.

Wolfgang Scharf und der Hegering sind sich einig darüber, dass die Struktur der Zuständigkeiten künftig anders und auf mehrere Schultern verteilt werden soll. „Das heißt“, so erklärt Tim Techau, „der Stadtjäger kümmert sich um den operativen Bereich und der Hegering plant eigenständig Aktionen wie zum Beispiel den Walderlebnistag. Die neue Personalie führt künftig zu einer anderen Gewichtung.“

Neuer Schwerpunkt auf Jugendarbeit

Für Wolfgang Scharf ist es aber eine Selbstverständlichkeit, sich als Stadtjäger beim Walderlebnistag einzubringen. Mit einer liebevoll gemeinten Bezeichnung für seine Frau Heidrun kündigt er an, „dass sie als Kräuterhexe dabei sein wird, denn niemand kennt sich mit Kräutern so gut aus wie sie.“

Einen Schwerpunkt will der neue Stadtjäger in seinem Wirken auf die Jugendarbeit legen. Zudem wollen Wolfgang Scharf und auch der Hegering dafür sorgen, dass es – wenn möglicherweise in ein paar Jahren Scharf sein Amt an einen Nachfolger übergeben wird – „dieser dann rechtzeitig eingearbeitet wird für einen nahtlosen Übergang“, sagt Techau, der betont, dass dieses Ehrenamt dem Wohle und der Sicherheit der Bürger in der Stadt dient.

Doreen Dankert