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Bad Schwartau Flandern-Rundfahrt: Trio aus Ostholstein war dabei
Lokales Bad Schwartau Flandern-Rundfahrt: Trio aus Ostholstein war dabei
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10:59 09.04.2019
Mit am Start der Flandern-Rundfahrt für Amateure: Henning Wachholz (52) aus Stockelsdorf und Martin Strauß (45, l.) aus Bad Schwartau. Quelle: Peter Adam, hfr
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Oudenaarde/Bad Schwartau

Einmal im Jahr wollen es die beiden Bad Schwartauer Peter Adam (52), Martin Strauß (45) und der Stockelsdorfer Henning Wachholz (52) wissen. Dann startet das Radsportler-Trio bei einem großen Rennen. „Wir sind schon diverse Etappen der Tour de France in den Alpen mitgefahren“, sagt Peter Adam. Am Wochenende haben die Ostholsteiner an der Flandern-Rundfahrt für Amateure teilgenommen. Ebenfalls eine echte Herausforderung, denn diese Rundfahrt ist ob ihrer Streckenführung mit biestigen Anstiegen und gefährlichen Kopfsteinpflaster-Abschnitten berühmt-berüchtigt.

16 000 Amateure am Start

Am Wochenende war es wieder soweit: Die verschlafene Kleinstadt Oudenaarde in der belgischen Provinz Ostflandern mutierte zum Mekka der Radrennfahrer. Denn hier ist das Ziel der „Ronde van Vlaanderen“, der Flandernrundfahrt, welche zu den Frühjahrsklassikern des Radsports gehört. Eine flämische Weisheit besagt, dass wahre Männlichkeit nur durch Schmerzen zu erlangen ist. Um sich dies offensichtlich zu beweisen, starteten in diesem Jahr 16 000 Amateure aus aller Welt in Oudenaarde – mittendrin drei Ostholsteiner. Henning Wachholz, Martin Strauß und Peter Adam haben seit mehr als 20 Jahren Kettenöl im Blut und bestritten in dieser Zeit zahlreiche Rennen und Rundfahrten in Europa. Obwohl die drei hiesigen Radsportler sich regelmäßig auf Schleswig-Holsteins Straßen fit halten und im Jahr zwischen 5000 und 7000 Kilometer zurücklegen, war der Respekt vor dieser besonderen Veranstaltung sehr groß. „Belgien ist nicht gerade für seine Gebirge bekannt, doch die Hügel in Ostflandern mit bis zu 20 Prozent Steigung, die zum Teil sogar mit üblen Kopfsteinpflasterpisten versehen sind, sorgen schnell für Schnappatmung und dicke Beine bei den Teilnehmern“, weiß Peter Adam.

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Fünf Stunden für 139 Kilometer

Vielleicht gerade deshalb besitzt diese Rundfahrt eine enorme Anziehungskraft – schnell waren im Dezember kurz nach Anmeldebeginn alle Startplätze vergeben und die Hotelzimmer in dieser Region ausgebucht. Und so befand sich die belgische Kleinstadt dieser Tage auch in einem Ausnahmezustand. Bitter für Peter Adam, dass er kurz vor dem Start des Rad-Klassikers verletzungsbedingt zurückziehen musste. Für Wachholz und Strauß verlief das lange und anstrengende Rennen zwar nicht schmerz- aber vor allem sturz- und verletzungsfrei und damit letztendlich erfolgreich. Rund fünf Stunden lang quälten sich beide über die 139 Kilometer lange Strecke. Für die Radsportler geht es bei dieser Rundfahrt in erster Linie ums Durchkommen – Platzierungen gibt es ohnehin nicht. Grund: Die Strecke ist so eng und um Unfälle zu vermeiden, werden keine Plätze ausgefahren. Alle Radsportler wurden von den zahlreichen Zuschauern an der Strecke angefeuert. Fast wie beim Rennen der Profis, das am nächsten Tag stattfand. „Das war für uns alle drei ein unvergessliches Erlebnis“, berichtet Adam, der bereits mit seinen Mitstreitern die nächste große Tour fürs nächste Jahr plant. Adam: „Konkret ist noch nichts, aber fest steht schon jetzt: Die nächste Tour führt uns in wärmere Gefilde mit weniger Kopfsteinpflaster.“

Sebastian Prey

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