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Bad Schwartau Die Zeichen stehen auf Fusion mit SV Olympia
Lokales Bad Schwartau Die Zeichen stehen auf Fusion mit SV Olympia
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18:02 28.03.2019
Der alte und neue Vorstand des VfL Bad Schwartau bei der Jahresversammlung. Quelle: Doreen Dankert
Bad Schwartau

Die Fusion mit dem SV Olympia (SVO) war das Thema auf der Jahresversammlung des VfL Bad Schwartau. Peter Repp, der Vorsitzende für den Geschäftsbereich Sport, nahm zu dem möglichen Zusammenschluss Stellung. Der SVO hatte die Pläne bereits vor einigen Tagen verkündet (die LN berichteten). Nicht ohne Grund waren Erhard Braasch und Peter Suxdorff vom SVO-Vorstand zu Gast beim VfL.

Peter Repp erklärte den 42 anwesenden Stimmberechtigten, „dass bereits seit gut einem Jahr Gespräche mit dem SV Olympia zu unterschiedlichen Themen wie Hallennutzung und Sportplatzbelegung laufen“. Repp sprach von einem gemeinsamen Protokoll beider Vereine. Daraus gehe hervor, dass es Ziel sei, die Fußballabteilungen zusammenzulegen. Hintergrund ist, dass es zurzeit in Bad Schwartau keine A- und B-Fußballjugendmannschaften gibt. Repp formulierte es deutlich: „Um den Jugendfußball in Bad Schwartau steht es zurzeit wirklich schlecht.“ Von einer Fusion verspreche man sich in beiden Vereinen eine Bündelung der Kräfte, was zur Anhebung des spielerischen Niveaus führen solle.

Dass der VfL mit seinen rund 2500 Mitgliedern und mehr als knapp 20 Sparten in sportlicher Hinsicht Maßstäbe setzt, ist bekannt. Die Jahresversammlung am Mittwochabend im Vereinsheim Riesebusch war durchaus auch eine sportliche Angelegenheit – nicht zuletzt dank der straffen Leitung des Vorsitzenden für Organisation und Verwaltung, Uwe Witaszak. In 1:20 Stunden waren Ehrungen, Wahlen, Berichte, Grußworte und alle sonstigen Punkte inklusive der Information zur Fusion abgearbeitet.

Vorteil für beide Vereine durch Fusion

Der Zusammenschluss bietet nicht nur sportliche Vorteile. Ein anderer Aspekt, von dem beide Vereine durch eine Zusammenlegung profitieren könnten, wäre „ein gutes Funktionsgebäude“, sagte Repp. Das SVO-Gebäude bezeichnete er als „renovierungsbedürftig“, das VfL-Gebäude gar als „abgängig, das Duschhaus hier oben ist Schrott, eine Katastrophe“. Und in drei Jahren müsse der Kunstrasen ausgetauscht werden.

Vorstellbar wäre laut Peter Repp, den Sport auf dem SVO-Areal am Papenmoor zu konzentrieren „und die Anlage am Riesebusch aufzugeben“. Dass die Stadt – vor allem dann auch finanziell – notwendige bauliche Aktivitäten im Zuge einer Fusion unterstützt, das wünscht sich nicht nur der VfL. „Unser Anspruch ist moralisch nicht verwerflich“, erklärte Peter Repp, „denn wenn wir auf das Gelände am Riesebusch verzichten, könnte das von der Stadt schön versilbert werden, wenn es als Bauland ausgewiesen werden würde.“

Kein Widerstand der Mitglieder

Fragen zum Thema oder gar kritische Abwehrreaktionen von den anwesenden VfL-Mitgliedern gebe es nicht, stellte Versammlungsleiter Witaszak fest. Auf seine Frage, ob der VfL-Vorstand weiterarbeiten solle mit Blick auf eine Fusion, reagierten die Anwesenden wortlos mit einer unaufgeregten „Passt-schon-Haltung“. „Es gibt auf jeden Fall keinen Gegenwind“, stellte Witaszak zusammenfassend fest.

Bürgermeister Dyck hofft auf Synergieeffekte

Carsten Dyck (CDU), erster stellvertretender Bürgermeister, sagte, dass er den Eindruck habe, dass eine Fusion von der Politik unterstützt werden würde. „Die Fusion selbst ist aber eine Sache, die die beiden Vereine untereinander regeln müssen.“ Jugendarbeit werde seitens der Stadt immer unterstützt, sagte Dyck, „und wenn eine Fusion Synergieeffekte erreichen kann, dann wäre das ein Gewinn für Bad Schwartau.“

Juristisch könnte der Fahrplan zur Verschmelzung beider Vereine grob so aussehen: Auf den Mitgliederversammlungen beider Vereine in einem Jahr könnte per Mitgliederbeschluss darüber abgestimmt werden. Durch die Fusion würde dann mit deutlich mehr als 3000 Mitgliedern der größte Sportverein Ostholsteins entstehen. Der aktuelle Primus ATSV mit 2800 Mitgliedern wäre dann auf Rang zwei.

VfL-Vorstand

Das ist der aktuelle Vorstand auf dem Foto oben von links nach recht: Sabine Sühl (Geschäftsführende Beisitzerin); Uwe Poppendieck (Beisitzer Finanzen); Olaf Nelle (Vorsitzender Vorstand Finanzen); Peter Repp (Vorsitzender Vorstand Sport); Uwe Witaszak (Vorsitzender Vorstand Organisation und Verwaltung); Reinhard Frohne (Beisitzer Organisation); Heinz-Georg Meyer (Beisitzer Sport); Nils Küssner (Jugendwart)

Dass nur relativ wenige Mitglieder des VfL bei der Jahresversammlung waren und es keinen Diskussionsbedarf gab, lag daran, dass es vorab in den einzelnen Sparten bereits Versammlungen gab, bei denen die Klärungen offener Fragen bereits stattgefunden hat, erklärte Finanzvorstand Olaf Nelle. Jede Sparte schickt zur großen Versammlung immer nur ein paar Delegierte. Man konzentriere sich dabei auf das Wesentliche, so Uwe Witaszak, „denn von langatmigen Reden hat keiner was“. Die straffe Führung wird jedenfalls honoriert von den Mitgliedern. Nach der Wahl einiger Funktionen ist die Besetzung des Vorstandes so wie vorher. Die Mitglieder verzichteten sogar auf eine geheime Wahl.

Doreen Dankert

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