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Bad Schwartau Gedenkfeiern zum Volkstrauertag
Lokales Bad Schwartau Gedenkfeiern zum Volkstrauertag
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15:27 18.11.2018
Gedenken zum Volkstrauertag am Stockelsdorfer Ehrenmal an der Kirche. Quelle: Sebastian Prey
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Bad Schwartau/Stockelsdorf,

Mit ganz unterschiedlichen Gedenkfeiern wurde in Stockelsdorf und Bad Schwartau der Volkstrauertag begannen. Stockelsdorfs Bürgervorsteher Manfred Beckmann (CDU) sprach anschließend von einem schweren und auch schwierigen Gedenktag. „Es wird immer schwieriger, weil es immer weniger Zeitzeugen gibt, die von den Weltkriegen aus erster Hand berichten können“, erklärte Beckmann, der davor warnte, das Gedenken als verstaubtes Ritual oder als eine langweilige Tradition zu sehen. „Das Gedenken ist eine Verpflichtung, denn es gibt keine Alternative zum Frieden.“

Das betonte auch Bad Schwartaus Alt-Bürgermeister Rainer Bahrdt (SPD) in seiner sehr persönlichen Gedenkansprache im Feuerwehrhaus Fünfhausen. Er berichtete, was der Krieg mit ihm und seiner Familie so gemacht habe. „1944 wurde mein Vater als Kanonenfutter in den Krieg geschickt“, erklärte Bahrdt. Beim Abschied am Hamburger Hauptbahnhof habe die Familie schon gewusst, dass der Vater ein „sinnloses Blutopfer“ sein werde. Und genau so sei es wenige Monate später auch gekommen. Alles, was von seinem Vater geblieben ist, hatte Bahrdt im Feuerwehrhaus dabei – eine Offiziersmütze, ein Offiziersdolch, ein Trauring und die erste Uhr seines Vaters. „Die hatte er sich damals von seinem ersten Geld als Auszubildener bei Possehl gekauft“, sagte Bahrdt mit ergriffener Stimme. Der Alt-Bürgermeister las zudem vor rund 80 Zuhörern auch einige Auszüge aus Feldpost-Briefen aus den unterschiedlichsten Kriegen vor. „Wir können gar nicht genug vom Krieg erzählen und Dokumentarfilme schauen. Es muss etwas anders werden. Und das fängt mit der Produktion von Waffen an“, mahnte Bahrdt

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Pastor Wolfram Glindmeier erklärte in der Stockelsdorfer Kirche, dass zwar vor 100 Jahren der Erste Weltkrieg beendet wurde, aber die Zeiten von Kriegen sind noch lange nicht vorbei. „Per Definition gibt es aktuell weltweit 27 Kriege und vier bewaffnete Konflikte“, sagte Glindmeier

Sebastian Prey