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Bad Schwartau Kasse geplündert: Seniorenbeirat tritt geschlossen zurück
Lokales Bad Schwartau Kasse geplündert: Seniorenbeirat tritt geschlossen zurück
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16:56 03.06.2019
Packen ein: Bad Schwartaus Seniorenbeiräte Friedhelm Peuser (r.) und Horst Jacobsen. Quelle: sebastian prey
Bad Schwartau

Die Turbulenzen im Seniorenbeirat haben ein Ende. Das Gremium um die Vorsitzenden Friedhelm Peuser und Horst Jacobsen hat die Reißleine gezogen. Der Beirat hat seine Arbeit komplett niedergelegt. Der Grund: Es gibt zu wenig Personal, um alle Aufgaben bewältigen zu können. Zudem wurde die Kasse mit rund 2000 Euro geplündert. Eine Anzeige wurde bereits von der Polizei gefertigt.

Ferner bemängeln die Senioren zu wenig Unterstützung von Seiten der Verwaltung. Kommunalpolitiker, die über die Vorkommnisse und die schwierige Beirats-Situation informiert waren, haben sich nicht eingeschaltet. Erstaunlich auch: Beim jüngsten Ausschuss für Soziales, Jugend, Senioren und Sport wurde noch nicht einmal unter dem Tageosordnungspunkt Mitteilungen oder Verschiedenes über die Auflösung des Seniorenbeirats berichtet.

Kasse geplündert – Beirat in finanziellen Schwierigkeiten

„Das zeigt schon welchen Stellenwert der Seniorenbeirat derzeit in der Stadt genießt“, sagt Friedhelm Peuser. Der 77-Jährige hatte vor gut einem Jahr nach dem überraschenden Rücktritt von Hans-Dieter Saegling den Vorsitz im Gremium übernommen. Bereits damals hatte Peuser angekündigt, den Job nur zu machen, wenn sich auch alle anderen Mitglieder im Beirat einbringen. „Das ist sonst nicht zu schaffen. Die Aufgaben sind vielfältig“, erklärt Peuser.

Besuche von Ausschusssitzungen, Termine mit den benachbarten Seniorenbeiräten und auf Kreisebene, Kontaktpflege zu den Partnergemeinden, Sprechstunden im Haus der Senioren, Organisation des Martinsmarktes und der Aktion „Jung für Alt“ sowie von Seniorenreisen und mehr. Peuser und Jacobsen bekamen aber nicht die notwendige Unterstützung. Von den ursprünglich elf Mitgliedern im Beirat sind neun übrig geblieben, die aber auch nicht alle mehr mitarbeiten wollen oder können.

Zur allergrößten Not hätte der Seniorenbeirat wohl auch unter diesen erschwerten Umständen bis zum Ende der offiziellen Amtszeit im Sommer 2020 weitergemacht. Doch der Beirat ist in finanzielle Not geraten. Horst Jacobsen: „Unsere Kasse mit rund 2000 Euro wurde geplündert.“ Zu dem Konto habe nur eine Person Zugriff gehabt. Die Person bestreite Gelder veruntreut zu haben, sei aber von ihrem Amt im Beirat sofort zurückgetreten. Die Stadt Bad Schwartau soll inzwischen Anzeige erstattet haben.

Bürgermeister wehrt sich gegen Vorwürfe

Bürgermeister Uwe Brinkmann bestätigt: „Persönliche Fehler werden rechtlich überprüft.“ Den Vorwurf, dass sich die Verwaltung nicht genügend eingebracht habe, will Brinkmann nicht so stehen lassen: „Die Verwaltung hat den Seniorenbeirat aktiv und satzungsgemäß unterstützt. Ich hoffe, dass sich genügend Aktive finden und die Arbeit fortgesetzt werden kann“, erklärt der Bürgermeister.

Das Fehlen des Geldes bringt den Seniorenbeirat allerdings in Schwierigkeiten. „Für die Aufwandsentschädigungen von Gruppenleitern oder Beiratsmitgliedern müssen wir nun in Vorleistung gehen, um dann die Summe bei der Stadt einzureichen“, erklärt Peuser. „Ein echter Neuanfang ist notwendig und dafür müssen Neuwahlen her.“

Seniorenbeirat von Beginn an unter Druck

Der Seniorenbeirat, der im Sommer 2017 gewählt wurde, stand von Anfang an unter keinem guten Stern. Schon bei der Wahl wurden mindestens zwei Stimmzettel ausgegeben, auf denen nicht alle Namen der Kandidaten aufgeführt waren. Das hatte auch schon der Wahlvorstand am Wahltag bemerkt. Kurzerhand wurden die Stimmzettel ohne komplette Kandidatenliste bei der Auszählung für ungültig erklärt. Die Folge: Eine Bewerberin reichte Klage ein. Es folgten eine Reihe von Rücktritten – das Gremium dezimierte sich nach und nach selbst.

Sebastian Prey

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