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Bad Schwartau Graffiti am Modehaus: Matzen setzt 500 Euro Belohnung aus
Lokales Bad Schwartau Graffiti am Modehaus: Matzen setzt 500 Euro Belohnung aus
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18:25 26.07.2019
Unbekannte haben in der Nacht zu Donnerstag an verschiedenen Stellen in Bad Schwartau Hauswände und Baukörper mit Graffiti besprüht – unter anderem beim Modehaus Matzen. Quelle: Matzen (hfr)
Bad Schwartau

Einen regelrechten Graffiti-Feldzug durch Bad Schwartau haben der oder die mutmaßlichen Täter in der Nacht zu Donnerstag unternommen. An mehreren Hauswänden, Säulen und größeren unbeweglichen Baukörpern leuchteten am Donnerstagmorgen neongrüne „Tags“. An mindestens fünf Orten in Bad Schwartau wurden diese Graffiti-Schmierereien hinterlassen, bestätigt Kommissar Werner Konkat von der Polizeistation Bad Schwartau. Konkat leitet die Ermittlungen zu diesem Fall. So viel steht schon mal fest: Auf mehreren Videokameras, die in der Stadt installiert sind, sei zu diesem Vorfall etwas zu sehen, so Werner Konkat. „Aktuell werden die Videoaufnahmen ausgewertet“, bestätigt der Kommissar.

Mehrere Videokameras haben Taten aufgezeichnet

Eine Videokamera, die die nächtliche Graffiti-Aktion aufgezeichnet hat, gehört zum Modehaus Matzen. Mutmaßlich ein- und derselbe Sprayer hat beim Modehaus Matzen gleich zweimal seine Sprühdose benutzt: einmal an einer dunklen Säule direkt vor dem Haupteingang und ein paar Meter weiter auf der weißen Hauswand. Diese Schriftzüge sind nahezu identisch. In der Graffiti-Szene kenne man sich untereinander, sagt Kommissar Konkat, da habe jemand sein Zeichen hinterlassen. Allerdings scheinen nicht alle bisher entdeckten Schriftzeichen identisch zu sein, weshalb Konkat nicht ausschließt, dass mehr als ein Sprayer am Werk war.

Über eines darf die harmlos klingende Beschreibung „Schriftzeichen“ allerdings nicht wegtäuschen: „Das ist ganz klar Sachbeschädigung“, erklärt Kommissar Konkat, „und das ist strafrechtlich relevant.“ Allein die Beseitigung der bisher im Stadtgebiet entdeckten „Tags“ dürfte schätzungsweise ein paar tausend Euro kosten, so der Kommissar.

Modehaus-Chef Lars Matzen hat die zwei Graffiti-Schmierereien an seinem Gebäude innerhalb weniger Stunden von Experten der Malerfirma Hamdorf aus Lütjenburg entfernen lassen. Aber Matzen hat noch mehr gemacht: Er hat eine Belohnung von 500 Euro ausgesetzt für sachdienliche Zeugenhinweise zur Überführung des mutmaßlichen Täters. Das hat Lars Matzen auf der Matzen-Facebookseite veröffentlicht: „Vielleicht kennt jemand den/die Verursacher? Wir wünschen uns, dass dieser/diese für den verursachten Schaden einstehen. Sollte der/die Verursacher sich bei uns oder der Polizei melden, verzichten wir auf eine Anzeige. Alternativ bieten wir jedem Zeugen, der sachdienliche Hinweise liefert, die den/die Täter überführen, 500 Euro Belohnung.“

„Es geht mir nicht darum, den- oder diejenigen drakonisch zu bestrafen“, erklärt Lars Matzen, „sondern denen mal klar zu machen, was die da überhaupt machen.“ Das Ziel von Sprayern bei solchen illegalen Aktionen sei ganz klar, Aufmerksamkeit zu erregen, so Konkat. „Und wenn ich nachts vom Feiern komme und durch die Stadt nach Hause ziehe, dann habe ich auch nicht unbedingt eine Sprayflasche in der Tasche“, erklärt der Kommissar, der deshalb von einer bewussten und geplanten Tat ausgeht.

Stadt erwägt Strafanzeige

Matzen bezeichnet den Graffiti-Feldzug mit weiteren Schriftzügen an der Hauswand bei Rewe in der Lübecker Straße und daneben an der Tür beim Eiscafé Venezia, am Stromverteilerkasten beim Europaplatz und auf der Info-Tafel am Bahnhof als „asozial – und das müssen die wissen, dass es das ist.“ Gegen Graffiti als Kunst habe Matzen nichts. Im Gegenteil: „Ich habe sogar schon daran gedacht, Graffiti-Künstler für eine Wand in unserer Young-Fashion-Line-Abteilung zu engagieren“, sagt Matzen. Die illegalen „Tags“ bezeichnet Matzen als „speihässlich, ohne Sinn und Verstand. Wenn derjenige das bei seinem Vater an der Garage gemacht hätte, dann hätte der links und rechts was um die Ohren gekriegt.“

Graffiti als Straftat

Illegales Graffiti ist eine Sachbeschädigung. Die einfache Sachbeschädigung ist in Paragraph 303 Strafgesetzbuch (StGB) als Straftat geregelt. Dort heißt es: (1) Wer rechtswidrig eine fremde Sache beschädigt oder zerstört, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Sachdienliche Hinweise und Zeugenaussagen zur Aufklärung dieses Falles nimmt die Polizei Bad Schwartau entgegen unter der Telefonnummer 04 51/22 07 50.

Für Bad Schwartaus Ordnungsamtsleiter Bernd Kubsch steht indes fest: „Wenn das Eigentum der Stadt durch diese Sachbeschädigung betroffen ist, dann werden wir Strafanzeige stellen.“

Eine Person auf Video gut erkennbar

Beim Modehaus Matzen war der Sprayer um 2.15 Uhr aktiv. Das belegt die Videoaufzeichnung. Und auch, dass der Begleiter des Sprayers darauf gut zu erkennen sei, so Matzen.

Dass Lars Matzen eine Belohnung zur Überführung des Täters ausgesetzt hat, „das ist eine sehr gute Idee“, erklärt Werner Konkat, „Geld zieht immer, für diese Summe würde so manch einer einen anderen verpfeifen.“

Doreen Dankert

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