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Bad Schwartau Schüler machen Graffiti mit „Dosenfutter“
Lokales Bad Schwartau Schüler machen Graffiti mit „Dosenfutter“
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17:19 03.04.2019
Graffiti-Kunstprojekt der Gerhard-Hilgendorf Gemeinschaftsschule Stockelsdorf Quelle: Doreen Dankert
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Stockelsdorf

„Es gibt keine Schule in ganz Schleswig-Holstein, die so künstlerisch gestaltet ist wie diese“, erklärte Stockelsdorfs Bürgermeisterin Julia Samtleben (SPD), als sie am Dienstag das Ergebnis der jüngsten Kunst-Aktion an der Gerhard-Hilgendorf-Gemeinschaftsschule betrachtete. Ab sofort hat diese Schule neben verschiedenen und einzigartigen Kunstwerken im Hundertwasser-Stil auch großflächige Graffiti-Kunst im „Dosenfutter“-Stil zu bieten.

Graffiti-Kunst

Die 70 Quadratmeter große Mauerfläche der Schule entlang der Ahrensböker Straße/Ecke Dorfstraße ist ab sofort ein knallbunter Hingucker. Innerhalb von drei Tagen wurde diese rote Ziegelsteinfläche zu einem farbigen und auch symbolträchtigen Statement für das, wofür die Schule steht: Zusammenhalt Verbundenheit, Offenheit, Wissensdurst und Lebensfreude.

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Hamburger Künstler engagiert

Eingefädelt hat dieses Graffiti-Projekt die Kunstlehrerin Christa Remark. Gewinnen konnte sie dafür den Hamburger Graffiti-Künstler Jonathan Sachau. Mit seinem Künstlernamen „Dosenfutter“ ist er deutschlandweit in der Szene bekannt. Wer von den Schülern der Hilgendorf-Schülern beim Projekt dabei sein wollte, musste sich im Vorfeld bewerben, so Christa Remark. Aus 50 Bewerbern wurden schließlich sechs ausgewählt. Alles Mädchen aus der zehnten Klassenstufe. Die Größe der Gruppe hatte der Künstler festgelegt. „Wenn die Gruppe zu groß ist bei einem solchen Projekt, dann wird es schwierig“, sagt Jonathan Sachau, der die Arbeiten für dieses öffentliche Kunstwerk koordiniert hat. Das Besprühen der Mauer hat drei Tage jeweils acht Stunden gedauert. Christa Remark war natürlich dabei, aber diesmal nicht als Leitende, sondern nur als Mitwirkende. „Und ich muss sagen, dass war sogar körperlich auch ganz schön anstrengend“, erinnert sie sich lachend, „aber es war eine sehr interessante Erfahrung.“

Finanziert durch Bluhme-Jebsen-Stiftung

Mit ins Boot geholt für diese Aktion hat Christa Remark auch die Friedrich Bluhme & Else Jebsen-Stiftung, die 2000 Euro gezahlt hat, um dieses Projekt zu realisieren. „Wir freuen uns, dass wir wieder so ein Kunstprojekt an dieser Schule unterstützen konnten“, erklärte Andreas Gurth vom Stiftungsvorstand. „Wenn Christa Remark etwas bei uns beantragt, ist das fast immer ein Selbstgänger“, fügte Gurth hinzu, „so eine Kunstlehrerin kann sich jeder Schule nur wünschen.“ Das betonte auch Schulleiter Karsten Lemke, der sich über das „sehr gelungene“ Kunstwerk freut.

Ehrenkodex der Graffiti-Künstler

Mindestens zehn Jahre sollen die Farben so halten, erklärte „Dosenfutter“. Nur die Witterung und der Zahn der Zeit könne diesem Kunstwerk unter freiem Himmel etwas anhaben. „Unter Graffiti-Künstlern gibt es nämlich einen Ehrenkodex“, erläuterte Jonathan Sachau: „Keiner übersprüht die Kunst eines anderen.“

Doreen Dankert

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