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Bad Schwartau Barrierefrei, grüner, kindgerechter: Große Pläne für die Schwartauer Innenstadt
Lokales Bad Schwartau Barrierefrei, grüner, kindgerechter: Große Pläne für die Schwartauer Innenstadt
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12:29 19.02.2020
Stadtplaner Patrick Storck (l.), Bürgermeister Uwe Brinkmann und Beate Bahr vom Planungsbüro informieren auf dem Markt über den Bürgerdialog zur Innenstadtbelebung. Quelle: Maike Wegner
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Bad Schwartau

Vor einem Jahr wurde die Umgestaltung der Markttwiete abgeschlossen, und schon soll es weitergehen mit den Veränderungen in der Innenstadt. Mehr Barrierefreiheit, grüne Oasen und Spielmöglichkeiten für Kinder: Das sind nur einige Themen, um die es in den nächsten Jahren gehen soll. Den Auftakt machte die Stadt nun mit einem Bürgerdialog auf dem Markt.

„Wir wollen erfahren, was die Bürger beschäftigt und wo städtebauliche Missstände liegen“, erklärt Bürgermeister Uwe Brinkmann (parteilos). Stein des Anstoßes ist die Aufnahme in das Städtebauförderungsprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“.

„Wir haben festgestellt, dass wir viele Maßnahmen finanziell nicht alleine tragen können, deshalb haben wir uns nach Förderprogrammen umgeschaut“, sagt Bauamtsleiter Thomas Sablowski.

Barrierefreie Anbindung von Zob und Bahnhof

Gefördert werden demnach Maßnahmen, die dazu dienen, städtebauliche und funktionale Missstände zu beseitigen. Einige hat die Stadt bereits auf dem Zettel. Beispielsweise die barrierefreie Umgestaltung des Zobs. „Auch der Bahnhof soll barrierefrei an die Innenstadt angebunden werden“, sagt Sablowski. „Ebenso soll das P1-Center besser an die Innenstadt angebunden werden. Bereits vor Jahren wurde über eine Brücke diskutiert, die über den Eutiner Ring führt.“

Die Stadt will all diese Maßnahmen aber nicht im Alleingang beschließen, sondern die Bürger mit ins Boot holen. Das Planungsbüro complan Kommunalberatung sammelte daher am Mittwoch auf dem Markt bereits Vorschläge für Veränderungen. Dabei wurde unter anderem der Wunsch nach mehr Spielgeräten für Kinder sowie mehr Fahrradständern geäußert. Aber auch die Behebung der Leerstände in der Lübecker Straße wurde als Thema vermerkt.

Mehr Spielgeräte für Kinder: Dieser Vorschlag kam gleich mehrfach. Quelle: Maike Wegner

Bereich umfasst auch die Bahnschienen

Diskutieren können die Bürger außerdem über das vorerst von der Stadt festgelegte Planungsgebiet. Dieses ist 7,5 Hektar groß und umfasst neben der Innenstadt, unter anderem das P1-Center, den Bürgerpark, den Kurpark sowie den Bahnhof und das Kuhholz.

Ganz bewusst wurden auch die Bahnschienen mit in die Planung einbezogen. „Wenn sich durch die Hinterlandanbindung der Bahn hier etwas verändert, handelt es sich sicherlich um einen städtebaulichen Missstand, da macht es Sinn, das Gebiet mit aufzunehmen“, sagt Brinkmann.

Diese Schautafel soll das Gebiet zeigen, für das jetzt Vorschläge gesammelt werden. Quelle: Maike Wegner

Analyse bis zur Sommerpause abgeschlossen

Das Planungsbüro will jetzt zunächst alle Vorschläge sammeln und Ende März erneut nach Schwartau kommen, um Interviews zu führen. Gesprächspartner soll dabei unter anderem der Beauftragte für Menschen mit Behinderungen sein.

In den folgenden Monaten sind außerdem Stadtspaziergänge geplant. „Die wollen wir zum einen mit Senioren und zum anderen mit Jugendlichen durchführen, um die unterschiedlichen Interessen wahrzunehmen“, sagt André Tomczak vom Planungsbüro. Bis zur politischen Sommerpause sollen die Bestandsaufnahme sowie eine Analyse erfolgt sein.

„Den großen Wurf machen“

Grundsätzlich steht die Stadt nicht unter Zeitdruck. „Es wird sich um Maßnahmen handeln, die wir nicht sofort sondern in den kommenden fünf bis 15 Jahren umsetzen“, sagt Brinkmann. Im Rahmen des Förderprogramms muss die Stadt ein Drittel der Kosten selbst tragen.

Die weiteren Kosten teilen sich Bund und Land. „Wir müssen nicht nur punktuell etwas verändern, sondern den großen Wurf machen, strukturiert vorgehen und größere, zusammenhängende Flächen betrachten“, sagt Brinkmann.

Auf https://barrierefrei-leben.org finden Sie eine große Datenbank ehrenamtlicher Kontaktadressen in den Bereichen Wohnen, Bildung und Arbeit, sowie im Inklusionssport. 

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Am neuen Platz des Wochenmarkts gibt es auch Kritik. Quelle: Maike Wegner

Wochenmarkt soll vor dem Rathaus bleiben

Ein Thema wurde ebenfalls auf der Liste des Planungsbüros vermerkt: Die Lage des Wochenmarktes. Aufgrund des Weihnachtsmarktes mussten die Marktbeschicker für einige Wochen vor das Rathaus ausweichen. Das gefällt der Stadt so gut, dass sie die Lösung beibehalten möchte, um den Marktplatz für Feste und Veranstaltungen freizuhalten. „Das Ordnungsamt ist noch in finalen Gesprächen mit den Beschickern, aber ich gehe davon aus, dass es so bleiben wird“, sagt Uwe Brinkmann.

Ein Problem bleibt der Bodenbelag. Das Kopfsteinpflaster ist insbesondere für Ältere sowie Menschen mit Rollstühlen oder Rollatoren eine Stolperfalle. „Hier werden wir allerdings vorerst nichts ändern“, sagt Brinkmann. Stadtplaner Patrick Storck weist darauf hin, dass auch diese Problematik ein Thema für das Förderprogramm sein könne.

Weitere Vorschläge von Bürgern können an die eigens dafür eingerichtete E-Mail innenstadt@bad-schwartau.de geschickt werden. „Aber auch Vorschläge, die direkt an das Bauamt gehen, werden uns erreichen“, sagt Patrick Storck.

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Von Maike Wegner