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Bad Schwartau Stockelsdorf hat jetzt wieder eine Gleichstellungsbeauftragte
Lokales Bad Schwartau Stockelsdorf hat jetzt wieder eine Gleichstellungsbeauftragte
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16:06 16.01.2019
Gleichstellungsbeauftragte Gudrun Dietrich, 49, arbeitet seit 1. Januar 2019 in Stockelsdorf Quelle: Doreen Dankert
Stockelsdorf

Die rund vier Jahre der Vakanz sind vorbei. Die Stelle der Gleichstellungsbeauftragten in Stockelsdorf ist seit Januar wieder besetzt. Gudrun Dietrich wird sich künftig um sämtliche Belange der Chancengleichheit kümmern. „Denn Gleichstellung bedeutet Chancengleichheit“, erklärt die 49-Jährige. „Und Chancengleichheit heißt, dass Männer und Frauen die gleichen Chancen haben, ihr Leben zu gestalten.“

Ansprechpartnerin ist Gudrun Dietrich in ihrer Funktion deshalb nicht nur für Frauen, sondern auch für Männer. „Denn Gleichstellung betrifft auch den Bereich des Arbeitsplatzes, wo auch für Männer die Chancen nicht immer gleich verteilt sind,“ erklärt die diplomierte Erziehungswissenschaftlerin. Doch aus der Erfahrung – ihrer eigenen und der ihrer Kolleginnen – wisse sie, dass es zu fast 100 Prozent Frauen sind, die Rat und Hilfe zum Thema Chancengleichheit suchen. Und Erfahrung in Sachen Gleichstellungsarbeit hat Gudrun Dietrich schon eine ganze Menge. Denn vor dem Job-Wechsel nach Stockelsdorf hat die zweifache Mutter 13 Jahre als Gleichstellungsbeauftragte in Eutin gearbeitet. Für den Wechsel nach Stockelsdorf hat Gudrun Dietrich einen guten Grund: Sie lebt mit ihrer Familie seit 2005 in der Großgemeinde, kennt die Infrastruktur, hat viele Kontakte und weiß auch schon, zu welchen Themen ein Bedarf an Beratung vorhanden sein könnte. Denn Folgendes habe sie für Stockelsdorf festgestellt: „Es gibt keine Beratung für gewaltbetroffene Frauen, keine Schwangerschaftskonfliktberatung und kaum Beratung für alleinerziehende Frauen. Ich bin zwar keine Psychologin, aber ich weiß sehr genau, welche Wege zu einer kompetenten Beratung führen und kann daher vermitteln.“ Insofern stehe sie als Gleichstellungsbeauftragte als erste Ansprechpartnerin für Frauen in schwierigen Situation immer zur Verfügung.

Ihr Büro mit der Nummer 104 im ersten Stock des Stockelsdorfer Rathauses befindet sich gleich neben dem des Hauptamtsleiters Axel Kerbstadt. Sowieso ist die Stelle der Gleichstellungsbeauftragten angesiedelt im Hauptamt. „Denn ein Teil meiner Arbeit besteht auch darin, mich um die Gleichstellung innerhalb der Verwaltung zu kümmern.“

Der große Jahreskalender hängt direkt über ihrem Schreibtisch. Die ersten Termine hat Gudrun Dietrich bereits eingetragen. Sie wolle mit vielen Institutionen vor Ort sprechen, sich ein möglichst genaues Bild machen von den bestehenden Verhältnissen, vom Umgang der Menschen miteinander und gegebenen Bedingungen untereinander. „Es geht um den strukturellen Stand der Dinge, also um die Rahmenbedingen und auch um die individuelle Problemlage der einzelnen Personen“, erklärt die Gleichstellungsbeauftragte. Was auch auf der Aktivitätenliste von Gudrun Dietrich steht, das sind öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen zu Themen wie Selbstbehauptung, Selbstachtung und das Einfordern von Rechten im Sinne der Gleichbehandlung.

Gudrun Dietrich weiß sehr genau, dass in der Stockelsdorfer Politik eine konservative Mehrheit entscheidend dazu beigetragen hat, dass eine Ausschreibung für die Stelle der Gleichstellungsbeauftragten über einige Jahre nicht erfolgte. Begründet wurde diese Haltung damit, dass eine solche Stelle „nicht erforderlich“ sei. Schließlich sei die Frauenquote in der Verwaltung hoch. Zumal an der Spitze auch eine Bürgermeisterin das Sagen hat. Damit wollten sich SPD und Grüne in der Gemeinde Stockelsdorf nicht zufrieden geben. Die oberste Kommunalaufsicht wurde eingeschaltet – schließlich schreibt das Gesetz die Pflicht zur Anstellung einer Gleichstellungsbeauftragten in Gemeinden mit einer Größenordnung von Stockelsdorf vor. Entsprechend wurde die damalige Bürgermeisterin Brigitte Rahlf-Behrmann (parteilos) aufgefordert, diesen Missstand zu beheben und umgehend die Bestellung einer hauptamtlichen Gleichstellungsbeauftragten einzuleiten.

Ein Ziel hat sich Gudrun Dietrich zudem auf die Fahnen geschrieben. Sie will versuchen, mehr Frauen dafür zu begeistern, in die Politik zu gehen. Denn auch diese Erfahrung sei bekannt: „Je mehr sich die Anzahl der mitwirkenden Frauen und Männer in der Politik angleichen“, weiß Gudrun Dietrich, „umso mehr ändern sich die Themen.“

Die Sprechzeiten der Gleichstellungsbeauftragten im Stockelsdorfer Rathaus sind montags bis donnerstags von 8.30 bis 13 Uhr. Telefonisch unter 0451/ 4901117 oder per Mail an g.dietrich@stockelsdorf.de können Bürger einen Termin für ein Gespräch vereinbaren.

Doreen Dankert

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