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Bad Schwartau Bad Schwartau rüstet sich weiter für eine Klage
Lokales Bad Schwartau Bad Schwartau rüstet sich weiter für eine Klage
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10:28 17.01.2020
Lüder Garms, Andrea Schwabe und Uwe Knaup (v.l.) vom Umweltbeirat bringen ein neues Protest-Banner an der „Modell-Lärmschutzwand" am Bad Schwartauer Bahnübergang Kaltenhöfer Straße an. Quelle: Sebastian Prey
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Bad Schwartau

Die Proteste in Bad Schwartau gehen weiter. „Die Pläne der Deutschen Bahn können wir nicht so hinnehmen“, sagt Andrea Schwabe vom Umweltbeirat. Gemeinsam mit Uwe Knaup und Lüder Garms hat Schwabe am Mittwoch ein neues Protestbanner an der sieben Meter hohen „Modell-Lärmschutzwand“ an der Kaltenhöfer Straße angebracht. „Hallo DB! Wir fordern: Kein Lärm, kein Schmutz – ein Trog bringt Schutz“ ist darauf zu lesen. Im Rathaus werden unterdessen weitere rechtliche Argumente gesammelt, um notfalls vor Gericht einen übergesetzlichen Lärmschutz zu erstreiten.

Bad Schwartau kämpft für einen sieben Meter tiefen Trog in der Ortsdurchfahrt, um die Belastung für Mensch und Umwelt durch den wachsenden Bahnverkehr möglichst gering zu halten. Die Kosten dafür liegen nach Schätzungen bei rund 95 Millionen Euro. Diese Lösung wird weder von der Kieler Landesregierung noch von der Bahn unterstützt. In Kiel wird eine viel zu lange Betriebsunterbrechung der Bahnstrecke für einen Zeitraum von rund 22 Monaten befürchtet. Den Bau unter rollendem Rad lehnt hingegen die Deutsche Bahn ab, denn die Kosten dafür werden auf rund 270 Millionen Euro geschätzt.

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Stadt bereitet weiteres Protestbanner vor

„Wir sind weiter am Ball“, versichert Bernhard Schmidt aus der Bad Schwartauer Bauverwaltung. Schmidt ist Experte in Sachen Hinterlandanbindung und begrüßt die Initiative des Umweltbeirats, ein weiteres Protestbanner an der Kaltenhöfer Straße anzubringen. „Wir als Stadt werden dort auch noch ein Banner anbringen, aber das muss noch von den Gremien abgesegnet werden. Die Vorbereitungen laufen“, berichtet Schmidt. „Durch viele Aktionen bleibt das Thema Hinterlandanbindung am Köcheln“, lobt Schmidt das Vorgehen und erinnert an die Initiative des Umweltbeirats vor zwei Wochen im Mönchkamp und Kuhholz, Flächen mit Flatterband abzutrassieren, um zu zeigen, dass durch die bisherigen Pläne der Bahn dort rund zwei Hektar Wald verloren gehen.

Neuer Rechtsberater und Epidemiologe als Gutachter

Im Rathaus rüstet man sich unterdessen weiter für einen Rechtsstreit. „Wir haben natürlich noch die Hoffnung, dass es mit dem übergesetzlichen Lärmschutz auch so noch klappt und warten auf weitere Gesprächseinladungen aus Berlin“, berichtet Schmidt. Für den Fall der Fälle, dass es zu keiner einvernehmlichen Lösung kommt, will die Stadt Bad Schwartau aber gut vorbereitet sein. So hat man sich die Dienste eines pensionierten Bundesverwaltungsrichters als Berater gesichert. Ferner ist die Stadt Bad Schwartau in Kontakt mit Prof. Dr. Eberhard Greiser aus Bremen. Der renommierte Epidemiologe Greiser wird auch zur nächsten Sitzung des Bauausschusses (24. Februar) erwartet. In der Sitzung soll der Ausschuss auch darüber befinden, ob Greiser mit einer umweltmedizinischen Stellungnahme beauftragt wird. Die Stadt Bad Schwartau hat bereits nach eigenen Angaben rund eine halbe Million Euro in Gutachten und Stellungnahmen investiert.

Tagungen der Tunnel-Gegner

Besuch von zahlreichen Tunnelgegnern erwartet Bad Schwartau auch am Sonnabend, 25. Januar. An diesem Tag findet der Auftakt für einen Tagungsreihe statt, bei der Gegner des geplanten Fehmarnbelt-Tunnels ihre Argumente gegen das Projekt vorstellen. An drei Terminen sollen Themenkomplexe wie die erwartete Verkehrsentwicklung, die Auswirkung des geplanten Tunnels auf die Ökosysteme von Land und Meer sowie die Grenzen des Wachstums dargestellt und diskutiert werden, teilte die Arbeitsgemeinschaft (AG) „Belt Hamburg“ als Veranstalter mit. Die AG arbeitet nach eigenen Angaben mit der Allianz gegen eine feste Fehmarnbeltquerung, der Initiative Beltretter sowie weiteren lokalen Bürgerinitiativen zusammen. Die erste Veranstaltung am 25. Januar findet im Gymnasium am Mühlenberg in Bad Schwartau (Ludwig-Jahn-Straße) von 11 bis 16 Uhr statt. An der öffentlichen Veranstaltung wird sich auch die Stadt Bad Schwartau beteiligen. Bernhard Schmidt ist auch als Referent vorgesehen. Er wird zum Thema sekundärer Lärmschutz und Einschätzung von Gesundheitsgefahren sprechen. Schmidt rechnet mit großer Resonanz. „Mit diesen Problemen müssen sich auch Lübeck, Reinfeld und andere Kommunen auseinandersetzen“, sagt Schmidt.

Weitere Tagungen sind für den 29. Februar auf der Fähre zwischen Deutschland und Dänemark sowie für den 28. März in Lübeck geplant.

Von Sebastian Prey

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