Hinterlandanbindung: Bad Schwartau verliert vier Hektar Wald
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Bad Schwartau Bad Schwartau: Citynahes Grün muss erhalten bleiben
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Hinterlandanbindung: Bad Schwartau verliert vier Hektar Wald

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14:00 24.05.2021
Prof. Dr. Holger Gerth (Landesbeauftragter für Natrurschutz, l.) im Gespräch mit Bad Schwartaus Umweltbeirat Rudolf Meisterjahn (r.) und Michael Thole.
Prof. Dr. Holger Gerth (Landesbeauftragter für Natrurschutz, l.) im Gespräch mit Bad Schwartaus Umweltbeirat Rudolf Meisterjahn (r.) und Michael Thole. Quelle: Sebastian Prey
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Bad Schwartau

Der Landesbeauftragte für Naturschutz im Umweltministerium kommt viel rum. Nun war Prof. Dr. Holger Gerth auf Einladung des Umweltbeirats der Stadt Bad Schwartau zu Gast in der Solbadstadt. Drei Stunden lang führten Rudolf Meisterjahn und Michael Thole den Landesbeauftragten durch das Stadtgebiet. Der Rundgang machte Eindruck. „Bad Schwartau hat wirklich viel Grün und Natur zu bieten. Das gilt es auch zu bewahren und zu schützen“, sagte Gerth.

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Vier Hektar Innenstadtwald in Gefahr

Insgesamt sechs Stationen standen auf der Besichtigungsliste. Von besonderer Bedeutung war die Visite des Waldgebiets an der Geibelstraße unweit des Bahnübergangs Kaltenhöfer Straße. Hintergrund sind die bisherigen Planungen der Deutschen Bahn im Zuge der Schienenhinterlandanbindung zur festen Fehmarnbeltquerung rund drei Hektar Wald im Bereich Mönchkamp und Kuhholz für eine Umgehungsstraße zu fällen. „Hier sollen rund zehn Prozent des Innenstadt-Walds beseitigt werden“, berichtete Meisterjahn besorgt.

Der Landesbeauftragte Gerth kann die Sorge durchaus nachvollziehen. „Keine Frage, dieser Wald hier hat eine wichtige ökologische Wertigkeit“, sagte Gerth, der in seiner Stellungnahme für die Naturschutzverbände im Rahmen des Planfeststellungsverfahren auch darauf eingehen wird. Grundsätzlich befürworte auch er einen möglichst tiefen Trog bei der Ortsdurchfahrt der Züge. Denn das würde die bauliche Querung erleichtern und auch den Eingriff in den Wald verringern.

Empfehlung: Erstellung eines neuen Landschaftsplans

Besucht wurden zudem der Bürgerpark und vor allen Dingen der Riesebusch. Dort wurde neben der Problematik der 380-kV-Trasse quer durch den Wald auch eine mögliche Bebauung der VfL-Sportanlage thematisiert. Nach einem Abstecher zur Wilhelmsquelle wurden gemeinsam mit dem Landesbeauftragten auch die Schwartauwiesen nebst Gert-Kayser-Weg und Grünes Klassenzimmer erkundet. Gerth: „Ich kann der Stadt nur empfehlen, einen aktuellen Landschaftsplan zu erstellen. Erst dann wird deutlich sichtbar, über welch tolles grünes Potenzial Bad Schwartau verfügt.“

Von sep