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Bad Schwartau Hinterlandanbindung: Ministerpräsident Günther wirbt für Kompromiss
Lokales Bad Schwartau Hinterlandanbindung: Ministerpräsident Günther wirbt für Kompromiss
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15:44 21.11.2019
Jahresversammlung der CDU Bad Schwartau: Ingo Gädechens, Frank Schumacher, Joachim Wegener, Hartmut Hamerich und Ministerpräsident Daniel Günther (v.l.). Wegener wurde für 60 Jahre Parteizugehörigkeit geehrt. Die Versammlung kürte ihn später noch zum Ehrenvorsitzenden. Quelle: Sebastian Prey
Bad Schwartau

Auf dem Heimweg von Lübeck nach Eckernförde hat Ministerpräsident Daniel Günther einen knapp einstündigen Zwischenstopp in Bad Schwartau eingelegt. Im Rahmen der Jahresversammlung des CDU-Ortsverbands übernahm er den Part der Mitgliederehrungen. „Man hat mich damit gelockt, die Ehrung von Heiko Hoffmann für 65 Jahre Parteizugehörigkeit zu übernehmen“, erklärte Günther. Doch Hoffmann war nicht da. Grund: Der ehemalige Justizminister des Landes Schleswig-Holstein hatte sich bereits auf den Weg nach Leipzig zum CDU-Bundesparteitag gemacht. Dorthin reist auch Günther am Donnerstag. Mit Joachim Wegener und Hans-Ulrich Blankenburg konnte Ministerpräsident Günther aber noch zwei andere Partei-Urgesteine, die 60 und 50 Jahre der CDU die Treue halten, ehren. Doch nur mit dem Part Ehrungen und einer kleinen politischen Wasserstandsmeldung auf Bundes- und Landesebene wollten sich nicht alle Zuhörer im Waldhotel Riesebusch zufrieden geben.

Dimensionen der Kosten für Lärmschutz im Auge behalten

Dietrich Klindwort und Norbert Leihe meldeten sich zu Wort und wollten von Günther mehr zum Thema Lärmschutz bei der Hinterlandanbindung zur festen Fehmarnbeltquerung hören. Die Antwort des Ministerpräsidenten war aber nicht unbedingt nach dem Geschmack der meisten Zuhörer. „Ich finde, dass der Kompromissvorschlag des Dialogforums akzeptabel ist“, sagte Günther. Dass hiesige Politiker auch aus der CDU sich weiter für eine Maximallösung beim Lärmschutz einsetzen, könne er durchaus verstehen. „Sie müssen die lokalen Interessen vertreten. Ich bin aber für das gesamte Land Schleswig-Holstein in der Verantwortung“, erklärte Günther. Er müsse die Dimensionen bei einer möglichen Kostenbeteiligung des Landes beim Lärmschutz im Auge behalten, so Günther und erinnerte an einen ähnlichen Fall im Süden der Republik. „Da musste sich das Land Baden-Württemberg mit 15 Prozent an den Kosten beteiligen. Das werden wir uns hier in Schleswig-Holstein nicht leisten können“, stellte Günther klar. Grundsätzlich werde sich das Land auch weiterhin für einen übergesetzlichen Lärmschutz einsetzen. „Fest steht aber auch, alle Bedürfnisse werden am Ende nicht erfüllt werden. Das was möglich ist, werden wir auch machen“, versprach Günther und appellierte an die Anwesenden, die angestrebte Maximallösung in Form eines Trogs bei der Ortsdurchfahrt zu überdenken und nach einer Kompromiss-Lösung zu suchen. „Wir sind immer gesprächsbereit, aber der Verfahrensstand ist so, dass die Entscheidung auf Bundesebene fällt – da können wir noch zigmal hier diskutieren“, sagte Günther und warb bei allem Groll auch für das Großprojekt. „Die feste Fehmarnbeltquerung bietet für unsere Region auch Chancen.“

Ehrungen

Im Rahmen der Jahresversammlung wurden langjährige Mitglieder für ihre Treue geehrt. Neben Hans-Ulrich Blankenburg, der seit 50 Jahren der CDU angehört, gab es Blumen, Präsente und eine Urkunde auch für Joachim Wegener. Der frühere Bad Schwartauer Bürgermeister (von 1991 bis 2002) hat die politischen Geschicke der Stadt jahrzehntelang mitbestimmt. Wegener führte zudem den Ortsverband der CDU 19 Jahre lang (von 1972 bis 1991) und machte auch auf Kreisebene viele Jahre Politik. So war Wegener von 2008 bis 2013 Kreispräsident.

Die Ehrungen der Mitglieder Heiko Hoffmann (65 Jahre in der Partei), Günter Tomaschewski (50 Jahre), Bernd Wrage und Hubert Domke (beide jeweils 40 Jahre), die an der Versammlung nicht teilnehmen konnten, werden nachgeholt.

Vorstand einstimmig gewählt

Der Applaus für dieses Statement hielt sich bei den Anwesenden in Grenzen. Dabei hatte der Abend schon fast beängstigend harmonisch begonnen. Der Landtagsabgeordnete Hartmut Hamerich war von den Ergebnissen der Vorstandswahlen sogar leicht geschockt. Er fühlte sich nämlich an ein 100-Prozent-Ergebnis eines SPD-Politikers auf Bundesebene erinnert, der wenig später krachend scheiterte. „Ich mache mir bei den Ergebnissen schon ein wenig Sorgen, aber wenn dann fährt der gesamte Vorstand zusammen gegen die Wand“, sagte Wahlleiter Hamerich. Nicht nur der Vorsitzende Frank Schumacher, sondern auch Regina Suckert, Carsten Dyck (beide stellvertretende Vorsitzende), Sabine Schramme (Schatzmeisterin), Lena-Charlotte Mittag (Mitgliederbeauftragte) und Bernd Kubsch (Schriftführer) wurden ohne jede Gegenstimme gewählt. Von den 101 Mitgliedern des Ortsverbands waren 39 Stimmberechtigte bei der Versammlung dabei.

Von Sebastian Prey

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