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Bad Schwartau Investitionen stärken Schulstandort Bad Schwartau
Lokales Bad Schwartau Investitionen stärken Schulstandort Bad Schwartau
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14:03 02.08.2019
Das Pädagogium in Bad Schwartau bekommt einen Anbau. Architekt Uwe Witaszak im Gespräch mit dem stellvertretenden Schulleiter Hartwig Jaecks (r.) Quelle: Sebastian Prey
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Bad Schwartau

Die Stadt Bad Schwartau verfügt über ein breit gefächertes Schulangebot: Neben den städtischen Angeboten mit zwei Grundschulen, zwei Gymnasien und einer Gemeinschaftsschule gibt es in Bad Schwartau noch eine Außenstelle der Beruflichen Schulen des Kreises, das Förderzentrum am Hochkamp, das sich in Trägerschaft eines Schulverbandes mit fünf Gemeinden befindet, die Schule am Papenmoor mit Förderzentrum in Trägerschaft der Lebenshilfe Ostholstein sowie das Pädagogium Bad Schwartau in Trägerschaft des Schulvereins Lübeck. Für eine Stadt mit rund 20 000 Einwohner ist das ein üppiges Angebot.

Anbau bringt Platz für eine Aula

Doch der Standort Bad Schwartau hat sich bewährt: Entsprechend wird auch an den nicht-städtischen Schulen investiert. Am Pädagogium Bad Schwartau ist die Raumsituation schon seit Jahren beengt. Zwischenzeitlich wurde sogar schon über einen Umzug zurück nach Lübeck nachgedacht. Doch nun wird am Standort Bad Schwartau an der Ecke Lübecker Straße/Auguststraße investiert. Für rund 550 000 Euro entsteht derzeit ein Anbau in Holztafelbauweise. „Mit der Erweiterung erfüllen wir uns einen schon lang gehegten Wunsch. Wir bekommen eine Aula. Im Obergeschoss entstehen zudem ein Medienraum und ein Fachraum Geographie“, erklärt der stellvertretende Schulleiter Hartwig Jaecks. Finanziert wird der Anbau überwiegend aus Rücklagen, die in den letzten zehn Jahren gebildet wurden. Auch vom Land gibt es noch einen Zuschuss.

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Schüler kommen aus der ganzen Region

Das Pädagogium ist seit 1961 ein fester Bestandteil in der Schullandschaft Bad Schwartaus. Zum neuen Schuljahr werden 235 Schüler in 15 Klassen von rund 30 Lehrkräften unterrichtet. „Die Schüler kommen aus der ganzen Region – von Ratzeburg, Lübeck, Plön und Oldenburg“, berichtet Jaecks, der seit 1983 Deutsch und Wirtschaftspolitik an der Schule unterrichtet und der dienstälteste Kollege ist. Das Richtfest für den Anbau wird am 16. August gefeiert. „Nach den Herbstferien sollte der Anbau bezugsfertig sein“, gibt der zuständige Architekt Uwe Witaszak den sportlichen Fahrplan vor. Baubeginn war mit Start der Sommerferien. Der Anbau, der durch seine Holztafeln noch deutlich erkennbar ist, wird dann auch äußerlich der verklinkerten Fassade des Hauptgebäudes angepasst sein.

Heimische Handwerker am Bau

Ambitioniert sind auch die Baufortschritte auf dem Gelände der Schule am Papenmoor. „Das hat bislang alles wunderbar geklappt“, schwärmt Susanne Voß, Vorstand der Lebenshilfe Ostholstein. „Die Auftragsvergaben an Handwerker aus Bad Schwartau und Umgebung haben sich absolut bewährt. Das ist ein gutes Miteinander – alle strengen sich an und wollen auch bei den nächsten Aufträgen dabei sein“, berichtet Architekt Witaszak. Die Schule, die 1976 mit rund 30 Schülern an den Start ging und aktuell 155 Mädchen und Jungen mit geistigen und körperlichen Beeinträchtigungen im Alter von sechs bis 18 Jahren beschult, ist über die Jahrzehnte immer Stück für Stück erweitert worden. Ausgelegt ist das Schulgebäude eigentlich nur für 120 Schüler. Ob der Raumnot wurden 1996 zudem Container als Klassenräume auf dem Schulhof als Übergangslösung aufgestellt. „Die Übergangslösung hat nun nach über 20 Jahren ein Ende. Die Container wurden abgebaut“, erklärt Voß. Ersatz wird nun in anderen Gebäudeteilen geschaffen. Die drei Klassenräume werden jetzt im Souterrain eingerichtet, das bisher für therapeutische Zwecke genutzt wurde. Diese Angebote finden künftig nun ganz oben statt. Das Dachgeschoss wird derzeit so hergerichtet und aufgeteilt, dass dort zwei Therapieräume und ein 57 Quadratmeter großer Bewegungsraum entstehen nebst sanitären Einrichtungen und behindertengerechten Toiletten. Rund 155 000 Euro nimmt die Lebenshilfe Ostholstein für den Umbau in die Hand.

Außengelände wird neu überplant

„Das ist auch eine Investition in die Zukunft, die auch erst einmal Bestand haben wird“, erklärt Susanne Voß. Die Schule am Papenmoor, die Schüler aus dem gesamten südlichen Ostholstein beschult, wird über kurz oder lang etwas entlastet. Grund: in Eutin wurde ein Neubau einer Grundschule beschlossen, die auch Kinder mit körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen aufnimmt. Voß: „Das wird uns entlasten.“

Die Wunschliste für Veränderungen ist damit aber noch nicht vorbei. Als nächstes will die Lebenshilfe Ostholstein auch den Schulhof mit Spielflächen in Angriff nehmen. Auf dem ehemaligen Platz der Container haben sich die Schüler laut Voß eine Schaukel für Rollstuhlfahrer gewünscht. „Denkbar wäre dort auch eine Tartan-Spielfläche“, berichtet Voß, die dafür auch auf Fördermittel und eine Förderung durch die Aktion Mensch hofft.

Sebastian Prey