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Bad Schwartau Jetzt doch: Verwaltung empfiehlt GaM-Neubau
Lokales Bad Schwartau Jetzt doch: Verwaltung empfiehlt GaM-Neubau
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09:44 20.11.2018
Das Gymnasium am Mühlenberg Bad Schwartau ist dringend sanierungsbedürftig. Quelle: LN-ARCHIV
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Bad Schwartau

Eigentlich war es das erklärte Ziel der Verwaltung, sich so lange wie möglich beide Optionen offen zu halten: Neubau und Sanierung des Gymnasiums am Mühlenberg (GaM). Entsprechend waren die Vorarbeiten immer für alle möglichen Varianten geleistet worden. Doch nun scheint der Markt entschieden zu haben, wie es Bauamtsleiter Thomas Sablowski stets formuliert hatte. Und der Markt scheint sich für einen Neubau auszusprechen: Für die kommende Stadtverordnetenversammlung liegt nun ein Beschlussvorschlag des Bauamtes vor, „dass die Auslobung der Funktionalausschreibung für das Gymnasium am Mühlenberg ausschließlich die Neubauvariante beinhalten soll“. Die Kosten für einen Schulneubau werden rund 28 Millionen Euro betragen.

Um diese Funktionalausschreibung entsprechend formulieren zu können, hatte die Verwaltung seit dem Frühsommer weitere Ausarbeitungen und Gutachten in Auftrag gegeben. So seien der Baugrund und weitere Betonteile im Schulgebäude wie beispielsweise die Decken untersucht worden. Dabei stellte sich unter anderem heraus, dass die vorhandene Deckenkonstruktion im Zuge des Brandschutzes bei einer Sanierung fast vollständig ertüchtigt werden müsste – ein relativ großer Aufwand, der bislang kostentechnisch nicht erfasst worden sei, heißt es in der Beschlussvorlage. Diese Maßnahme habe sowohl finanzielle Auswirkungen als auch Einfluss auf die Bauzeit. Eine weitere Erkenntnis der bisherigen Vorarbeiten: Vermutlich konjunkturbedingt gibt es derzeit kaum Bieter, die Interesse daran haben, sich beiden Aufgaben (Sanierung und Neubau) zu stellen.

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All diese Faktoren berücksichtigend ist die Verwaltung zu dem Fazit gekommen, nun doch einen Neubau zu empfehlen: „Ein Neubau bietet neben der Möglichkeit der optimalen Integration des Raumprogramms, deutliche Vorteile für die Zielerreichung der Barrierefreiheit, für den Schulbetrieb während der Bauphase und für die Kosten- und Terminsicherheit“ heißt es in der Vorlage. Um die Politiker mit dieser Entwicklung nicht zu überrumpeln, hat es bereits ein Treffen zwischen Verwaltung und Fraktionsspitzen gegeben, um die neueste Erkenntnislage zu besprechen. „Wir wollen keiner Entscheidung vorgreifen“, betont Bauamtsleiter Thomas Sablowski. Die aktuelle Funktionalausschreibung sehe noch beide Varianten vor. „Egal wie sich die Stadtverordneten entscheiden, wir sind für beide Varianten gerüstet“, so der Bauamtsleiter.

Am Gymnasium am Mühlenberg hoffen indes Kollegium, Schüler und Eltern, dass die Politiker dem Vorschlag der Verwaltung folgen. „Als ich den Antrag gesehen habe, habe ich mich natürlich gefreut“, sagt Schulleiterin Amira Yassine. Die Schule habe von Anfang an den Neubau favorisiert, „eine Sanierung bei laufendem Betrieb ist einfach keine gute Lösung“.

Über den Beschlussvorschlag abgestimmt wird im Rahmen der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag, 22. November, im Sitzungssaal des Rathauses. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr.

Ilka Mertz