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Bad Schwartau Kammerkonzert am GaM
Lokales Bad Schwartau Kammerkonzert am GaM
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20:14 15.03.2018
Laura Moinian am Violoncello, begleitet von Musiklehrer Ulf Kaminski am Klavier. Quelle: Fotos: Julia Dittmann
Bad Schwartau

Die Pause ist vorbei, aber die Schüler des Gymnasiums am Mühlenberg (GaM) strömen nicht zurück in ihre Klassenräume, sondern in den Musikraum. Denn hier findet ein besonderes Konzert statt. Laura Moinian von der Musikhochschule Lübeck ist zu Besuch. Die 23-jährige Cellistin ist Teil der diesjährigen Tonali-Tour mit dem Motto „Fremde“, bei der drei Musiker unterschiedliche Schulen besuchen und dort musizieren. Das Ziel: junge Menschen für klassische Musik begeistern. Dabei sollen die Schüler nicht nur zuhören, sondern auch organisieren und moderieren. Das sind am GaM die 25 Schülerinnen und Schüler der zwei Musikprofile. Nachdem die Schule als Kooperationspartner ausgewählt wurde, mussten die Zwölftklässer unter der Leitung von Musiklehrer Ulf Kaminski zunächst einen Workshop an der Musikhochschule absolvieren.

25 Schülerinnen und Schüler von Musiklehrer Ulf Kaminski haben ein Konzert organisiert. In dem Workshop wurde der Auftritt der Cellistin Laura Moinian vorbereitet. Im Rahmen der Tonali-Tour gab die Musikerin am Mittwoch ein Kammerkonzert am Gymnasium am Mühlenberg.

Abschluss im Mai

Die Tonali-Tour wird auf dem Brahms-Festival mit einem Hauptkonzert, das ebenfalls von Schülern organsiert wird, im Großen Saal der Musikhochschule Lübeck am Freitag, 4. Mai, um 19.30 Uhr abgeschlossen.

Weitere Informationen unter www.brahms-festival.de, www.tonali.de und www.tonalisten.com.

Nele Effing (17) und Nick Kintscher (18) führen durch das Programm, das sich über 100 Schüler anschauen. Damit ist der Raum so voll, das einige auf dem Boden sitzen müssen. Es wechseln sich Solostücke der Cellistin mit Duetten ab, bei denen sie von Kaminski selbst am Klavier begleitet wird. Der Musiklehrer freut sich, „mal wieder selbst Musiker sein zu können“. Höhepunkt ist ein Solostück Moinians des russischen Komponisten Carl Davidoff, das sie auswendig spielt. Für das sehr schnelle Stück musste sie lange üben, erzählt sie. Im Raum bleibt es mucksmäuschenstill, die jungen Zuschauer hören konzentriert zu.

Zum Thema passend steht auch Robert Schumanns „In der Fremde“ auf dem Programm. Dabei handelt es sich um die Vertonung eines Gedichtes von Joseph von Eichendorff. Moinians Cello ersetzt emotional den Gesang. Das Motto wird aber auch durch Bilder thematisiert, die von Schülern der zehnten Klasse vorgestellt werden und ihre Assoziationen mit dem Begriff „Fremde“ darstellen.

Nach dem Konzert unterschreibt Laura zahlreiche Autogrammkarten für die Schüler, die damit auch gleich die Informationen für das Brahms-Festival mit nach Hause nehmen. Denn die Tonali-Tour ist auch ein Wettbewerb: Die Schule, die im Anschluss an die Schulkonzerte die meisten Tickets für das Brahms-Festival verkauft, kann Karten für ein anderes, großes Konzert gewinnen.

Die jungen Musiker der MHL, die an den Schulen und beim Abschlusskonzert spielen, sind drei Ausnahmetalente. Im Alter von fünf Jahren begann Laura Moinian, Klavier zu spielen, einige Jahre später kam das Cello dazu. Ihre ganze Familie ist musikalisch. Ihr Instrument beispielsweise hat ihre Mutter, die Geigenbauerin ist, angefertigt. Die Inspiration kam jedoch von ihrem Großvater. „Der nämlich hatte seine Violine im Krieg an der Front dabei und konnte sich und seinen Kameraden mit Musik eine Freude machen“, erzählt Moinian.

Für den musikalischen Erfolg ist zudem einiges an Disziplin gefordert, denn zum täglichen Üben kommen Proben mit anderen Musikern und Konzerte dazu. Und Moinian pendelt zusätzlich zwischen ihren Studienstandorten, an denen sie Solocello (Lübeck) und Kammermusik (Hannover) im Master studiert hin und her. Das GaM ist bereits die zehnte Schule, an der sie gespielt hat. „Tonali ist eine schöne Sache und wird unglaublich gefördert.“

Auch Ulf Kaminski, der die Teilnahme seiner Musikprofile an der Tonali-Tour in die Wege geleitet hat, freut sich über solche Projekte. Sein Ziel ist es, „Schüler aus dem Musikalltag herauszuführen“.

So wichtig die „Grammatik“ der Musik, Notenlehre und Akkorde etwa, auch ist, er will sich mit den Schülern „auf den Spuren von Erlebnismusik“ bewegen. Und dazu zählen für ihn Berührungspunkte mit Profimusikern und Jungtalenten. Denn solche Begegnungen und Erlebnisse würden Schüler auch am ehesten motivieren, selbst Musik zu machen. „Und das sollte doch Ziel eines jeden Musiklehrers sein“, sagt er.

Julia Dittmann

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