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Bad Schwartau Bad Schwartau: Kettenfahrzeug im Mäheinsatz
Lokales Bad Schwartau Bad Schwartau: Kettenfahrzeug im Mäheinsatz
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15:47 06.09.2018
Mit einem Spezial-Fahrzeug wurden die Wiesen im Schwartautal unweit des Kurparks gemäht. Quelle: Rabea Osol
Bad Schwartau

Eine ungewöhnliche Maschine sorgte unweit des Bad Schwartauer Kurparks für Aufsehen. Mitarbeiter der Firma R.P.Meyer- Luhdorf mähten bis Mittwoch die geschützten Riesebuschwiesen mit einer Spezialmähraupe. Bei dem Fahrzeug handelt es sich um eine umgebaute Schneekatze, die üblicherweise im Alpenraum Skipisten präpariert hat.

Idealer Unterschlupf

Der Spezialumbau wurde eigens für die Feuchtwiesenpflege konzipiert. In Bad Schwartau dürften Spaziergänger über die Mähaktion erleichtert sein. Ende letzten Jahres richteten Wildschweine erheblichen Schaden im Bad Schwartauer Kurpark und der angrenzenden Minigolfanlage an. Zudem wurden überraschte Spaziergänger (LN berichteten). Der Umweltbeirat der Stadt Bad Schwartau forderte schon damals, dass die Wiesen gemäht werden müssen, weil das hochgewachsene Schilfgras ein idealer Unterschlupf für Wildschwein-Rotten bildet.

Erhalt der Artenvielfalt

Dazu kam es nun endlich: Vier Tage lang war die Spezialmähmaschine nun in Bad Schwartau am Werk. Aufgrund ihrer Bauart eignet sie sich besonders gut für den Einsatz auf dem nassen Untergrund der Feuchtwiesen. „Bisher haben sich schon einige Trecker festgefahren. Nun wird mit nur wenig Druck gemäht, das schont den Boden“, erklärt Carolin Welchert, die im Bauamt der Stadt Bad Schwartau für den Bereich Grün verantwortlich zeichnet. Die Pflegemaßnahmen sind für die Erhaltung der Vegetation insbesondere von Blütenpflanzen notwendig. „Nur so kann die Artenvielfalt erhalten werden“, sagt Welchert.

Rückzug der Wildschweine

Zustimmung kommt von Rudolf Meisterjahn, erster Vorsitzender des Umweltbeirats: „Die Mäharbeiten gehören zum Pflegemanagement des Natura-2000-Gebiets.“ Meisterjahn lobt vor allem den Abtransport des Mähgutes, da so eine Bodenbelastung durch Nährstoffüberschuss verhindert wird. Außerdem hofft er, dass dadurch künftig weniger Wildschweine unterwegs sein werden. „Die Tiere werden sich nun zurückziehen, da sie sich in den gemähten Wiesen nicht mehr verstecken können“, erklärt Meisterjahn. Er hofft, dass die Mahd regelmäßig wiederholt wird. Grün-Expertin Welchert sieht hingegen keinen Zusammenhang zwischen ungemähten Wiesen und Wildschweinaufkommen. „Die Schweine kommen und gehen, wann sie wollen“, erklärt sie. Die hochgewachsenen Wiesen seien zwar ein gutes Versteck, die abgemähten Bereiche eignen sich jedoch als Suhlstelle für die Tiere. Für Welchert steht der ökologische Aspekt der Mahd im Vordergrund.

Spuren werden wieder grün

Aus ihrer Sicht reicht es, die Wiesen in einem zeitlichen Abstand von ein bis drei Jahren zu mähen, damit sich kein Gehölz bilden kann. Außerdem seien die Mäharbeiten stets abhängig von der Wetterlage und dem Kreis Ostholstein, der die finanziellen Mittel bereitstellt. Der ästhetische Aspekt für den Kurpark spiele nur eine zweitrangige Rolle.

Erholungssuchende dürften derzeit eher entsetzt sein. Der Einsatz der Mähraupe in den Riesebuschwiesen hat nämlich tiefe und unschöne Spuren hinterlassen. Umweltbeirat Meisterjahn beruhigt jedoch: „Jetzt sieht es sehr wild aus, aber in 14 Tagen ist alles wieder wunderschön grün.“

Rabea Osol

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