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Bad Schwartau Kita oder Wald? Entscheidung in Bad Schwartau vertagt
Lokales Bad Schwartau Kita oder Wald? Entscheidung in Bad Schwartau vertagt
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10:07 04.09.2019
Auf dem Waldstück zwischen Sonnenweg und Heisterbusch könnte der Kita-Neubau errichtet werden. Quelle: Lebenshilfe
Bad Schwartau

Großer Andrang bei der Sitzung des Bauausschusses am Montagabend im Rathaus. Rund 50 Zuschauer waren gekommen, um die Sitzung zu verfolgen. Das Thema Kita-Neubau in einem Wald am Riesebusch hat sie mobilisiert. Ob des großen Interesses hatte Andreas Marks (CDU) schon so eine leise Vorahnung, was da so kommen sollte. „Ich möchte Sie alle hier bitten, das Thema sachlich und emotionsfrei zu diskutieren“, sagte Marks zu Beginn des Tagesordnungspunktes an. Vergeblich. Bauamtsleiter Thomas Sablowski wurde seitens der Anwohner vorgeworfen, nicht mit offenen Karten zu spielen. Umgekehrt warf der für Kindertagesstätten-Angelegenheiten zuständige Amtsleiter, Timo Michaelsen, den Kritikern vor, eine Klagewelle von Eltern wegen fehlender Kita-Plätze zu provozieren. Auf Antrag des Vorsitzenden Marks wurde am Ende nicht über die Pläne abgestimmt. „Wir sollten dieses Thema zuvor noch einmal interfraktionell beraten“, sagte Marks. Dieser Antrag wurde ohne Gegenstimme beschlossen.

Investition von 3,2 Millionen Euro

Bauamtsleiter Thomas Sablowski stellte zu Beginn der Diskussion die Neubau-Pläne vor. Auf dem 2500 Quadratmeter großen Grundstück am Riesebusch könnte eine Kita mit zwei Krippen- und zwei Elementargruppen (insgesamt etwa 60 Plätze) sowie ein Therapiezentrum für Kleinkinder errichtet werden. Die Lebenshilfe Ostholstein würde 3,2 Millionen Euro in das Vorhaben investieren. Auf dem besagten Grundstück an der Ecke Heisterbusch/Sonnenweg soll laut Bauamt mitnichten ein Wald gerodet werden. „Wir haben das Gebiet mit einem externen Gutachter untersucht. Es muss nur ein ganz kleiner Teil des Baumbestandes gefällt werden“, erklärte Sablowski. Um den Eingriff überhaupt vornehmen zu dürfen, müsse das Waldgebiet dort entwidmet werden. Otto Kastorff, nach eigenen Angaben einer der ältesten Anwohner im Riesebusch, hielt dagegen: „Wenn das Gebiet nicht mehr Wald, sondern nur Grünfläche ist, kann alles abgehackt werden.“

Anwohner drohen mit Klage

Anlieger Michael Thole erinnerte zudem an einen Vertrag, den die Anwohner im Heisterbusch 1960 mit der Stadt Bad Schwartau geschlossen haben. Demnach muss der Wald auch Wald bleiben oder die Anlieger könnten das Areal von der Stadt zurückkaufen. „Wenn sich die Stadt Bad Schwartau nicht an diesen Vertrag hält, werden wir uns in kürzester Zeit vor Gericht sehen“, warnte Thole. Auf Nachfrage von Uwe Beckmann (SPD) räumte Sablowski ein, dass es wohl so einen Vertrag gebe, dieser allerdings nichtig sei, weil das Planungsrecht der Stadt Vorrang habe vor privatrechtlichen Verträgen. „Man kann doch nicht die Sachen aus einem Vertrag herauspicken, die einem gefallen und die anderen vergisst man“, merkte Beckmann an.

Fusion der Sportvereine spielt eine Rolle

Unabhängig von den rechtlichen Aspekten gibt es in allen Fraktionen Bedenken. Bürgervorsteherin und Riesebusch-Anwohnerin Wiebke Zweig (CDU): „Kita-Plätze gegen Wald und umgekehrt auszuspielen, ist wirklich unter aller Kanone.“ Sie und andere befürchten zudem, dass es hier nicht nur um eine Kita gehe, sondern um den Startschuss für ein neues Projekt. Hintergrund sind die Fusionspläne der Sportvereine VfL Bad Schwartau und SV Olympia. Bei einer Zusammenlegung der Vereine würde vermutlich die Sportanlage in Rensefeld erweitert und die am Riesebusch aufgegeben und bebaut werden. Durch die Entwidmung des Waldes gebe es keine 30-Meter-Abstandsgrenze mehr und so könnten zusätzliche Grundstücke verkauft und bebaut werden. „Wenn das so ist, soll das auch klar gesagt und nicht hinter unserem Rücken ausgesprochen werden“, erklärte Zweig unter Applaus der anderen Anwohner. Fraktionskollege Carsten Dyck (CDU) versuchte um Verständnis zu werben. „Die Verwaltung stellt solche Pläne ja nicht zum Spaß vor. Die Not Kita-Plätze zu errichten, ist groß und es gibt keine Grundstücke“, sagte Dyck.

Vorhaben passt nicht zum Klimaschutz

Gudrun Berger (Grüne) erinnerte daran, dass Bad Schwartau alle Anstrengungen macht, um beim Klimaschutz voranzukommen. „Wir sind dem Klimabündnis beigetreten, wollen einen Klimamanager einstellen und dann wollen wir ein Sahnestück der Naherholung entwidmen. Das passt doch nun wirklich nicht zusammen“, erklärte Berger. Umweltbeirat Rudolf Meisterjahn erklärte: „Es werden 2500 Quadratmeter benötigt, aber 7500 Quadratmeter sollen umgewandelt werden. Wir können uns so einen Eingriff in den innerstädtischen Raum nicht erlauben.“

Von Sebastian Prey

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