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Bad Schwartau Kleinholz im Herrengartenpark
Lokales Bad Schwartau Kleinholz im Herrengartenpark
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17:26 26.01.2019
Viele Bäume wurden am Herrengartenpark für die Umgestaltung gefällt. Anwohner Helwig Hooß ist nicht glücklich über den Anblick.
Viele Bäume wurden am Herrengartenpark für die Umgestaltung gefällt. Anwohner Helwig Hooß ist nicht glücklich über den Anblick. Quelle: Sebastian Prey
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Stockelsdorf

Der Anblick ist schon gewöhnungsbedürftig. Zwischen Feuerwehrhaus und Tennisplatz am Bäckergang wurden rund 100 Bäume gefällt – Pappeln, Erlen, Birken und Fichten. Die Stockelsdorferin Lili Stapelfeldt: „Ein trauriger Anblick.“ Auch Anwohner Helwig Hooß ist irritiert. „Die Umgestaltung des Herrengartenparks ist ja schön und gut, aber das Ausmaß der Fällaktion scheint mir etwas übertrieben“, sagt Hooß. Insbesondere die mächtige Pappel, die an der Grenze zum Sportplatz stand, hätte er gerne weiter gesehen. Hooß: „Ein wunderbarer Baum.“ Die großflächige Rodung wird auch in den sozialen Medien kontrovers diskutiert. Die Verunsicherung scheint groß.

Dass es zu Beschwerden kommt, damit hat Stockelsdorfs Bauamtsleiter Dieter Rodewald gerechnet. Die gab es nämlich auch in der Vergangenheit, als mit schwerem Gerät im Park gearbeitet wurde, um den Teich zu entschlammen, und zum Auftakt des ersten Bauabschnitts der Park-Umgestaltung. „Das sieht erst einmal nicht schön aus, aber die Resultate nach der Fertigstellung können sich sehen lassen“, verspricht Rodewald. Das sieht Martina Schröder (39), die regelmäßig mit ihrem Hund „Loa“ dort spazieren geht, ähnlich. „Die Baumfällaktion ist schon in Ordnung. Ein Blick auf die andere Seite des Parks zeigt, dass es sich lohnt. Der Herrengartenpark ist dort schon richtig schön geworden“, sagt Schröder.

Neu- und Ersatzpflanzungen sind geplant

Bauamtsleiter Rodewald ist sich sicher, dass sich die Gemüter wieder beruhigen werden, denn im Vorfeld der Neugestaltung des Herrengartenparks habe es auch eine breite Bürgerbeteiligung gegeben. „Bei der Planung wurden ein Baumsachverständiger und ein Biologe beteiligt, die die Maßnahmen fachlich beurteilt haben. Ebenso wurde die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Ostholstein intensiv eingebunden“, berichtet Rodewald. Auch die nun im zweiten Bauabschnitt umgesetzte Fällung von Bäumen sei vorab mit den Sachverständigen und dem Kreis Ostholstein abgestimmt worden. Die Untere Naturschutzbehörde habe der Gemeinde Stockelsdorf bestätigt, dass es sich bei den Maßnahmen um Fäll- und Auslichtungsarbeiten zur Pflege und Entwicklung des vorhandenen Gehölzbestandes handelt. „Die planmäßige Durchführung des Vorhabens wird aufgrund der hierdurch zu erwartenden langfristigen Aufwertung des Naturhaushaltes seitens der Unteren Naturschutzbehörde ausdrücklich begrüßt“, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme der Behörde. Zumal der Eingriff durch umfangreiche Neu-und Ersatzpflanzungen ausgeglichen werde. Im Zuge des zweiten Bauabschnitts wird zudem noch die Holzbrücke erneuert. Für die Umgestaltung des gesamten Parks sind rund 1,1 Millionen Euro veranschlagt.

Die Fällung der mächtigen Pappel am Rande des Parks wurde übrigens nicht vollzogen, um neue Sichtachsen im Park herzustellen. Der Baum wurde vielmehr aus Sicherheitsgründen gefällt. Rodewald: „Am Stamm wurden weiche Stellen festgestellt. Somit war die Standsicherheit nicht mehr dauerhaft gewährt.“

Sebastian Prey