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Bad Schwartau Koki zeigt einen Film über den Krieg, aber ohne zerstörerische Bilder
Lokales Bad Schwartau Koki zeigt einen Film über den Krieg, aber ohne zerstörerische Bilder
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20:10 29.05.2018
Bad Schwartau

Eine kleine Gruppe harrt im zweiten Stock eines Mehrfamilienhauses inmitten des syrischen Bürgerkrieges aus. Oum, ihr Schwiegervater, ihre drei Kinder Yara, Aliya und Yazan sowie die Haushaltshilfe Delhani sitzen fest. Die Vorhänge an den Fenstern sind zugezogen. Scharfschützen sollen keine Ziele finden. Wasser gibt es nicht mehr, Internet und Telefon nur selten. Oum wartet auf ihren Mann, der irgendwo in der Stadt ist. Sie lässt weitere Menschen in die Wohnung: Samir und Halima mit ihrem Baby und Yaras Freund Karim. Alle versuchen, den Krieg zu vergessen. Wird das gelingen?

Der Film von Regisseur Philippe Van Leeuw spielt fast die ganze Zeit in der Wohnung. Bilder von Kriegshandlungen und Zerstörungen gibt es nicht. Dennoch ist der Krieg präsent: Er tobt draußen mit unberechenbarer Intensität. Die Ruhe in den Pausen ist trügerisch.

Der Krieg in „Innen Leben“ aus dem Jahr 2017 spielt zwar in Syrien, aber darüber hinaus bleibt der Film bewusst unspezifisch. Es ist nicht entscheidend, wer hier gegen wen kämpft, wo und warum. Die Ungewissheit, ob man den Tag überleben wird, die unheilvolle Atmosphäre, die Angst stehen im Fokus. „Der Film hat dadurch eine fast unerträgliche Intensität“, sagt Pastor Matthias Kiehn von der Kirchengemeinde Rensefeld, die die Patenschaft für den Film übernommen hat.

Der Eintritt beträgt sieben Euro, Koki-Mitglieder zahlen 4,50 Euro.

LN