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Bad Schwartau Kranzniederlegungen gegen das Vergessen
Lokales Bad Schwartau Kranzniederlegungen gegen das Vergessen
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11:07 18.11.2019
Volkstrauertag in Bad Schwartau: Bürgervorsteherin Wiebke Zweig (CDU) trägt das Totengedenken am Ehrenhain im Riesebusch vor. Quelle: Sebastian Prey
Bad Schwartau/Stockelsdorf

Passend zum Volkstrauertag wurde die biblische Jahreslosung „Suche Frieden und jage ihm nach!“ (Psalm 34, Vers 15) in den Mittelpunkt des Gottesdienstes in Stockelsdorf gestellt. Und dieser Gottesdienst hat Eindruck gemacht. „Das war schon etwas ganz Besonderes, was wir soeben in der Kirche erleben durften“, sagte Bürgervorsteher Manfred Beckmann (CDU) im Anschluss bei seiner Ansprache am Gedenkstein. Mehr als 200 Stockelsdorfer waren gekommen, um die Kranzniederlegungen von Institutionen, Vereinen und Verbänden zu verfolgen.

Für das Besondere zeichneten an diesem Volkstrauertags-Gottesdienst 30 Konfirmanden verantwortlich, die einen Großteil des Gottesdienstes gestalteten. Mit wechselnden Redebeiträgen und Plakaten sorgten sie für viel Bewegung. Sie stellten auch fest, dass man selbst mit Google-Maps und GPS eines nicht finden kann – Frieden. Um Frieden finden zu können, müssten erst einmal viele Hindernisse wie Hass, Krieg, Gewalt, Neid oder Waffen aus den Weg geräumt werden. Und das ist unter anderem nur mit Liebe, Hoffnung, Mut, Versöhnung und Trost möglich – so die Botschaft.

Lehren aus der Geschichte ziehen

Pastorin Almuth Jürgensen und Diakonin Maren Griephan hatten im Vorfeld an einem Wochenende mit den Konfirmanden das Konzept für den Gottesdienst erarbeitet. Pastorin Jürgensen stellte bei der Zusammenarbeit mit den Konfirmanden erfreut fest, dass die militärische Sprache wie „Brückenkopf“ oder die Abkürzung „gef.“ für gefallen bei den Jugendlichen gar nicht mehr bekannt sei. „Das macht doch Hoffnung. Es gibt keinen gerechten Krieg. Es gibt nur einen gerechten Frieden“, erklärte Pastorin Jürgensen. Belege dafür fanden die Konfirmanden auch in einem alten Gedenkbuch der Stockelsdorfer Kirchengemeinde – mit 408 Einträgen von Menschen, die in den Jahren zwischen 1939 und 1945 verstorben sind. Einige Namen von Männern, Frauen und Kindern, die ihr Leben im Zuge des Krieges verloren haben, wurden dann auch verlesen. „Wir müssen Lehren aus der Geschichte ziehen. Krieg und Gewalt lassen sich nur wirksam mit der Wahrung der Menschenrechte bekämpfen“, erklärte Bürgervorsteher Beckmann.

Gedenken am Ehrenhain im Riesebusch

Mangels eines Redners (die LN berichteten) entfiel am Sonntag die traditionelle Gedenkfeier der Stadt Bad Schwartau im Feuerwehrhaus Fünfhausen. Der Opfer von Krieg, Terror und Gewalt wurde aber dennoch gedacht – wenn auch in etwas kürzerer Form. Vertreter der Verwaltung und von Parteien, Vereinen und Verbänden trafen sich zu Kranzniederlegungen am Ehrenhain im Riesebusch. Dort hielten vor dem großen Ehrenmal zwei Soldaten Wache. Der Posaunenchor Rensefeld spielte „Großer Gott, wir loben dich“. Bürgervorsteherin Wiebke Zweig (CDU) legte gemeinsam mit Carsten Dyck (CDU), der kurzfristig Bürgermeister Uwe Brinkmann (parteilos) krankheitsbedingt vertrat, einen Kranz an der Gedenksäule nieder. Auch der Volksbund Kriegsgräberfürsorge sowie Oberstleutnant Axel Jahnke mit zwei Kameraden vom Eutiner Aufklärungsbataillons 6 Holstein – Bad Schwartaus Paten-Bataillon – legten Kränze am Ehrenmal für die Opfer des Ersten Weltkrieges ab. Abordnungen von Parteien und Verbänden zeigten anschließend ihre Anteilnahme in Erinnerung an die gefallenen Soldaten des Zweiten Weltkriegs und den Opfern von Gewalt an einem weiteren Gedenkstein.

Von Sebastian Prey

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